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Will hoch hinaus: Der Steingadener Daniel Burkart (15) strebt eine Karriere als Volleyball-Profi an.

Volleyball

Riesen-Talent aus Steingaden will in die Bundesliga

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Für den Traum, Volleyball-Profi zu werden, verlässt Daniel Burkart mit 13 Jahren sein Elternhaus, zieht alleine nach München. Um dort ins Team aufgenommen zu werden, muss der Steingadener aber erst eine Fremdsprache lernen.

Steingaden – Am Montagvormittag war Daniel Burkart beim Arzt. Das Sprunggelenk schmerzte. Warum? Unklar. Der Arzt konnte ihm auch nicht weiterhelfen. Demnächst soll ein MRT gemacht werden. Bis dahin muss Burkart die Schmerzen aushalten. „Kein Problem“, sagt er. „Ist eh nicht so schlimm.“

Burkart, 15, 1,91 Meter groß, ist Volleyballer. Der Steingadener will einmal ein ganz Großer werden. Am liebsten Profi. In der Bundesliga. Dafür hat er in seinem jungen Leben schon einiges auf sich genommen. Ein schmerzendes Sprunggelenk ist im Vergleich dazu nur eine Randnotiz. Oder wie Burkart eben sagt: „Nicht so schlimm.“

Früh in seiner noch jungen Karriere feiert Burkart mit seinem Heimatverein erste Erfolge, wird unter anderem oberbayerischer Beachvolleyball-Meister (2015). Ein Jahr später entdeckt Landestrainer Peter Meyndt den großen Burschen aus Steingaden, holt ihn in die Bayernauswahl. Die spielt und trainiert in München. Die große Herausforderung: Will der damals Zwölfjährige zum Team gehören, muss er sein Elternhaus verlassen – und französisch lernen.

Die Bayernauswahl kooperiert mit einem Gymnasium in der Landeshauptstadt. Burkart ist damals aber Realschüler. Eine zweite Fremdsprache, wie im Gymnasium gefordert, hat er nicht gelernt. In den Sommerferien paukt er deshalb gemeinsam mit Michelle Sonnet-Messerer, einer gebürtigen Französin, Vokabeln, holt den Stoff eines gesamten Schuljahres nach. „Das war schon hart“, sagt er. Aber Burkart schafft es, wird nach einem halben Jahr als Gastschüler endgültig im Gymnasium in München angenommen. Ab 2017 ist er zudem vollwertiges Mitglied der Bayern-Auswahl.

Die erste Zeit nach seinem Wechsel nach München verbringt er bei einer Gastfamilie. Mittlerweile hat er ein eigenes Zimmer in einem Münchner Wohnheim. Frühstück und Abendessen gibt’s in der dortigen Kantine. Mittags isst der 15-Jährige in der Schule. Nur an den Wochenenden bleibt die Küche im Wohnheim kalt, Burkart muss selbst an den Herd. Meistens gibt’s dann Nudeln. „Oder ich hol’ mir was“, sagt er und lacht.

Burkarts Kochkünste sind noch ausbaufähig, sportlich läuft derweil alles nach Plan. Seit 2017/18 ist er beim Nachwuchs des ASV Dachau aktiv, spielt dort in verschiedenen Teams bis zur U18. Bei den Deutschen Meisterschaften (U16) landete er mit seinem Team auf dem fünften Platz. Parallel dazu steht er bei den Erwachsenen auf dem Feld, tritt mit dem UCO München II in der Bayernliga an. „In drei Jahren wollen wir aber in der 3. Liga sein“, sagt Burkart.

Vielleicht geht es für den Steingadener sogar noch ein bisserl schneller nach oben. Im Oktober geht der Ausnahmespieler mit dem Team „Bayern“ beim Bundespokal der U17 an den Start. Bei dem Sichtungsturnier können sich junge Spieler für die Nationalmannschaft empfehlen – und in die Notizbücher der Bundesliga-Scouts spielen.

Bis dahin ist das schmerzende Gelenk bestimmt verheilt. Und wenn nicht, ist’s sicher auch kein Problem.

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