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Zwei Schongauer auf dem Podest: In der Disziplin „Muskete“ holte Leonhard Brader (Mi.) die Goldmedaille, Peter Käpernick (rechts) belegte den dritten Rang.
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Dreifachsieg: Mit dem „Perkussionsfreigewehr“ gewann FSG-Schützin Gudrun Wittmann vor den Vereinskollegen Christian Trumpf (l.) und Georg Suiter.

Schiessen: Oberbayerische Meisterschaft

FSG mit dem Vorderlader absolute Spitze

  • Paul Hopp
    vonPaul Hopp
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Die Vorderlader-Schützen der FSG Schongau waren bei der oberbayerischen Meisterschaft eine Klasse für sich. 29 Medaillen holten die Athleten.

Dreifachsieg: Mit dem „Perkussionsfreigewehr“ gewann FSG-Schützin Gudrun Wittmann vor den Vereinskollegen Christian Trumpf (l.) und Georg Suiter.

Schongau – Völlig überraschend kam der Erfolg nicht. „Wir sind seit Jahren vorn dabei“, sagt FSG-Schütze Werner Ramminger. Aber dass die Schongauer bei den oberbayerischen Titelkämpfen derart abräumen und zum mit Abstand erfolgreichsten Team avancieren, „das haben wir nicht ganz so oft“. Eine Erklärung, warum es diesmal bei den Wettkämpfen derart gut lief und gleich 29 Podestplätze heraussprangen, hat Ramminger nicht. Noch viel mehr als in den anderen Waffengattungen muss beim Schießen mit Vorderladern eben alles passen. Dazu gehören Form, Ausrüstung und – weil auf offenen Ständen geschossen wird – der Lichteinfall auf die Scheiben. „Es hat einfach alles gut gepasst“, so Ramminger. „Wir freuen uns sehr.“ Es hätte sogar noch besser laufen können. Bei den Pistolen und Revolvern „können wir mehr als wir gezeigt haben“, sagt Ramminger. Aber das war wirklich nur ein ganz kleiner Kritikpunkt.

Von den insgesamt 16 Einzelkonkurrenzen gewannen die Schongauer neun, von den sieben Mannschaftstitel holte die FSG vier. Eine Quote von jeweils über 50 Prozent, das ist einfach stark. Der Rest der Titel und der Medaille verteilte sich auf mehrere Vereine. In drei Disziplinen belegten die Schongauer sogar alle drei Podestplätze. Mit dem Perkussionsfreigewehr (100 Meter) war die ehemalige Weltmeisterin Gudrun Wittmann (147 Ringe) die Beste. Christian Trumpf (145) und Georg Suiter (144) belegten die weiteren Ränge. Den totalen Triumph in dieser Disziplin machten Thomas Laumer (143/4. Platz) und Leonhard Brader (143/5. Platz) perfekt. In der Disziplin „Steinschloßgewehr“ (50 Meter) holte Peter Käpernik (147 Ringe) Gold vor seinen Vereinskollegen Trumpf (142) und Johann Oberpriller (138). Käpernik schießt je nach Waffe auch für andere Vereine. Der dritte Wettbewerb, bei dem die Schongauer alle Medaillen abräumten, war die Konkurrenz mit dem „Steinschloßgewehr liegend“ (100 Meter). Dort siegte Laumer (137) vor Brader (130) und Wittmann (127). 

Das Schießen mit den Vorderladern ist im Vergleich zu anderen Waffengattungen wie Luftgewehr und Luftpistole aufwendiger. „Es ist handwerkliches Schießen“, sagt Ramminger. Vor jedem Schuss müssen Pulver und Kugeln eingefüllt sowie das Zündmittel aufgebracht werden. Geschossen wird mit historischen Waffen – Originalen oder Repliken – aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Die Waffen sind also deutlich älter als zum Beispiel Zimmerstutzen, die für Traditionswettbewerbe verwendet werden. Die Scheiben sind je nach Waffe 25, 50 oder 100 Meter entfernt. Für 15 Schuss hat jeder Athlet 40 Minuten Zeit. Die Schützen stehen zwar unter einem Dach, der Schießstand ist aber ansonsten offen. Je nach Startzeit und Bewölkung kann der Lichteinfall variieren – ein Gefühl, dass Schützen, die in Hallen antreten, so nicht kennen. „Wir haben also keine Laborbedingungen“, sagt Ramminger.

Die FSG Schongau hat mehrere amtierende Weltmeister in ihren Reihen. Bei der WM 2016 in Ungarn holten Peter Käpernik und Leonhard Brader Gold. Käpernik glänzte zudem in der Disziplin „Steinschlossmuskete“ (50 Meter) mit einem Weltrekord.

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