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Dominierten klar die Konkurrenz: die FSG-Schützen (von links) Thomas Laumer, Johann Oberpriller und Werner Ramminger holten mit dem Perkussionsrevolver den Mannschaftstitel. Der Vorsprung auf die Singoldschützen Großaitingen betrug vier Ringe.
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Drei Schongauer unter den besten Vier: In der Disziplin „Steinschlossgewehr (liegend, 100 Meter)“ gewann Gudrun Wittmann (2.v.l.) Gold, Christian Trumpf (li.) holte Silber. Georg Suiter, der mit dem Perkussionsdienstgewehr gewonnen hatte, belegte den vierten Platz.

Schiessen: Bayerische meisterschaft

Mit dem Vorderlader Bayerns Beste

  • Paul Hopp
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Von sieben Mannschaftstiteln holten sie sechs: Die Vorderlader-Schützen der FSG Schongau setzten bei der „Bayerischen“ ihre Erfolgsserie fort.

Drei Schongauer unter den besten Vier: In der Disziplin „Steinschlossgewehr (liegend, 100 Meter)“ gewann Gudrun Wittmann (2.v.l.) Gold, Christian Trumpf (li.) holte Silber. Georg Suiter, der mit dem Perkussionsdienstgewehr gewonnen hatte, belegte den vierten Platz.

Schongau – Seit etwa einem Jahrzehnt schießt Werner Ramminger für die FSG Schongau. Dabei hat er schon viele Triumphe miterlebt. Allerdings „kann ich mich nicht daran erinnern, dass wir mal so stark waren“, sagte er nach dem Auftritt bei der bayerischen Meisterschaft. Die Equipe knüpfte nahtlos an das Ergebnis bei den Bezirkstitelkämpfen an und erwies sich erneut als die erfolgreichste Mannschaft.

21 Podestplätze holten die insgesamt 15 Schongauer in München-Hochbrück, von sieben möglichen Team-Titeln errangen sie sechs. „Das war spitzenmäßig“, freute sich Ramminger. Und dabei war einer der Top-Leute gar nicht dabei. Peter Käpernick, der 2016 bei der WM in Ungarn Gold geholt und zudem einen Weltrekord mit der Steinschloss-Muskete erzielt hatte, fiel krankheitsbedingt aus. Doch nicht nur die reinen Platzierungen stimmten. „Die Leistungen waren fast alle gut“, sagte Ramminger. In fünf Waffengattungen erreichten die Schongauer Resultate, „mit denen man sich deutschlandweit nicht zu verstecken braucht“.

Mit der Perkussionspistole erreichte Andreas Wimmer (Herren I) herausragende 141 Ringe, die ihm prompt Gold bescherten. Zu einer Besonderheit kam es in der Altersklasse „Herren III“: Dort hatten Thomas Laumer und Ramminger jeweils 138 Ringe erreicht. Laut Reglement entscheidet dann die größere Anzahl an Zehnern. Ist diese gleich, zählt die größere Zahl an Neunern oder (wenn die gleich ist) an Achtern. Beide hatten jeweils Gleichstand in allen Ringen. So wurde der Abstand des schlechtesten Schusses (in Zehntel-Millimetern) zur absoluten Mitte zur Entscheidung herangezogen. Laumer (75,0) gewann letztlich Bronze vor Ramminger (86,0). Johann Oberpriller kam ebenfalls auf 138 Ringe – er gewann damit bei den „Herren IV“ die Goldmedaille. In der Mannschaftswertung holten Wimmer, Laumer und Oberpriller mit dem Top-Ergebnis von 417 Ringen ebenfalls Gold.

Eine feine Leistung zeigte Christian Trumpf mit dem Perkussionsgewehr (stehend, 50 Meter): 146 Ringe bedeuteten für ihn bei den „Herren I“ den zweiten Platz hinter Michael Emmerling (Thalmässing/147). Der Konkurrenz klar voraus war Georg Suiter in der Disziplin „Perkussionsdienstgewehr liegend, 100 Meter“. Dort gab es eine offene Wertung, also keine Trennung nach Alter oder Geschlecht. Mit 137 Ringen hatte er zwei Zähler Vorsprung auf die Verfolger. Ebenfalls alle Athleten zusammen wurden beim „Steinschlossgewehr liegend, 100 Meter“ gewertet. Dort gab es durch Gudrun Wittmann (138) und Christian Trumpf (137) einen Doppelsieg. Beachtlich waren auch die 137 Ringe, die Thomas Laumer mit dem Perkussionsrevolver zustande brachte; er gewann bei den „Herren III“ Bronze.

Was das Vorderlader-Schießen neben den technischen Aspekten (historische Waffen aus dem 18. und 19. Jahrhundert, Ladevorgang mit Pulver und Zündmittel) so besonders macht, ist der Umstand, dass die Athleten – anders als etwa Luftpistolenschützen – stets neu in den Anschlag gehen müssen. Zum Laden müssen sie sich nämlich vom Stand wegbewegen. In den Liegend-Disziplinen (bei Entfernungen zum Ziel von 100 Meter) „ist das ein ständiges Rauf und Runter“, sagt Ramminger. Für seine 15 Schuss hat jeder Athlet 40 Minuten Zeit. Bei den Vorderladern zählt ein Ring auch nur dann als „angerissen“ und wird gewertet, wenn mehr als die Hälfte der Trefferfläche in den entsprechenden Ring hineinragt.

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