Lukas Horner startete beim „Inferno“ im Berner Oberland. 
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Lukas Horner startete beim „Inferno“ im Berner Oberland. 
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Lukas Horner startete beim „Inferno“ im Berner Oberland. 

Insgesamt 155 Kilometer

Lukas Horners Tortur beim „Inferno“ - einem Ultra-Triathlon

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Einen Traum hat sich der Schongauer Lukas Horner erfüllt. Der 24-Jährige startete beim „Inferno Triathlon“ – und bewältigte 155 Kilometer sowie 5500 Höhenmeter.

Schongau – Der Name der Veranstaltung klingt furchterregend. Der „Inferno Triathlon“ im Berner Oberland heißt aber nicht umsonst so. Nach 3100 Meter Schwimmen im Thuner See müssen sich die Teilnehmer über eine 95 Kilometer lange Rennradstrecke mit 2145 Höhenmetern und eine 30 Kilometer lange Tour auf dem Mountainbike mit weiteren 1180 Höhenmetern quälen, ehe zum Abschluss ein Berglauf mit 25 Kilometer und nochmals 2175 Höhenmeter zu absolvieren ist. Zu den 180 Finishern bei den Herren gehörte heuer auch Lukas Horner vom Volllast Tri-Team Schongau. Er erfüllte sich mit dem Start beim harten Wettkampf in den Schweizer Bergen einen lange gehegten Traum.

Der 24-jährige Schongauer kam beim Schwimmen von Thun nach Oberhofen zunächst gut zurecht. „Ich hatte schnelle Beine“, sagt Horner, der in der ersten Verfolgergruppe als Gesamt-Elfter aus dem Wasser stieg.

Horner hat Pech beim Mountainbiken

Die anschließende Rennradstrecke führte von Oberhofen über zwei Anstiege nach Beatenberg. Nach der schnellen Abfahrt nach Interlaken ging es am Brienzer See vorbei hinauf auf die Große Scheidegg. Bei der langen steilen Abfahrt zur Wechselzone hatte Horner Pech. Sieben Kilometer vor dem Umstieg auf das Mountainbike platzte ihm vermutlich aufgrund einer überhitzten Bremsflanke der Schlauch. Nachdem er einen Neuen aufgezogen hatte, musste er feststellen, dass auch dieser Luft verlor. Ans Aufgeben dachte der Schongauer aber nicht. Trotz des defekten Hinterrads schaffte er es in die Wechselzone. „Ich verlor aber zwischen 40 und 45 Minuten“, schätzte Horner, der danach auf dem Mountainbike auf dem Weg zur kleinen Scheidegg wieder einige Konkurrenten überholte. Bei der Talabfahrt ließ es der Schongauer, der als begnadeter MTB-Fahrer gilt, richtig krachen. Weil er anspruchsvolle Passagen, bei denen andere ihre Räder schoben oder trugen, im Sattel bewältigte, arbeitete er sich im Klassement weiter nach vorne.

Horner wird 24. in der Hauptklasse

Gezeichnet von den Strapazen der Radstrecken machte sich Horner in Stechelberg auf den letzten Part, den Berglauf auf das 2970 Meter hohe Schilthorn. Die Strecke verlief zunächst relativ flach bis Lauterbrunnen. Dort begann der Anstieg bis zum Bergdorf Mürren. Hier nahm Horner Verpflegung und Kleidung von seinen Betreuern entgegen, bevor er sich auf die letzten schwierigen Kilometer zum Gipfel machte. Auf halber Strecke, im hochalpinen Bereich, kamen starke und kühle Windböen auf, so dass Horner sich entschloss, zum Schutz vor Unterkühlung eine Windjacke anzuziehen. Nach der Durchquerung von drei Schneefeldern begann der Schlussanstieg, in dem mehrere Kletterstellen und ein Grat zu bewältigen waren. Schließlich überquerte der Schongauer nach 11:33.12 Stunden die Ziellinie.

In der Gesamtwertung bedeutete das Platz 64 und in der männlichen Hauptklasse Rang 24. Den Sieg sicherte sich der Schweizer Samuel Hürzeler (8:49.45 Stunden). „Das war hart, aber richtig cool“, sagte Horner nach der Tortur über 155 Kilometer mit 5500 Höhenmetern. „Ich kann mir gut vorstellen, das ganze nächstes Jahr nochmal zu machen.“

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