Hier schon ganz nah, später kommen sich Marcel Schrötter (l.) und Xavier Vierge zu nah – der Spanier stürzt und scheidet aus, der Vilgertshofener fällt auf Rang fünf zurück.
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Hier schon ganz nah, später kommen sich Marcel Schrötter (l.) und Xavier Vierge zu nah – der Spanier stürzt und scheidet aus, der Vilgertshofener fällt auf Rang fünf zurück.

Moto2

Einer stürzt beim Zusammenstoß: Schrötters harter Kampf mit Vierge

  • vonKatrin Kleinschmidt
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Was für ein Rennen: Zwei Mal mussten die Moto2-Fahrer zurück in die Boxen. Der Regen machte in Misano Probleme. Doch nicht nur mit dem hatte Marcel Schrötter zu kämpfen.

Misano – Der Arm von Marcel Schrötter geht hoch in die Luft. Dann blickt er kurz zurück auf die Fahrer, die hinter ihm rollen. Auch sie erheben die Zeigefinger. Es regnet. Schon wieder. Und die Moto2-Piloten wollen zurück in die Boxen. Sie dürfen. Das zeigt ihnen die rote Flagge an, die noch während der Warm-Up-Runde kurz vor dem Neustart auftaucht. Es war die zweite Unterbrechung des Moto2-Rennens im italienischen Misano. Das Wetter machte Probleme. Aber nicht nur das. Trotzdem konnte Schrötter am Ende des Tages immerhin elf Punkte für die Gesamtwertung einsacken. Er wurde Fünfter.

Einen Tag zuvor sprang für ihn im Qualifying Startplatz elf heraus. Gleich zu Beginn des Rennens am Sonntag überholt der Vilgertshofener einige Konkurrenten, liegt zwischenzeitlich auf Rang sechs. Nach etwa fünf Runden fallen erste Regentropfen, weiß-rote Flaggen warnen die Fahrer. In der siebten Runde wird abgebrochen. Der Tag ist für die Piloten aber nicht beendet – es soll einen neuen Start geben, das Rennen wird auf zehn Runden verkürzt. Als Startaufstellung wird der Stand nach den sechs gefahrenen Runden herangezogen – da war Schrötter Sechster. Doch weil es genau beim erneuten Warm-Up wieder zu regnen beginnt, geht’s zurück in die Box, ehe dann das entscheidende Rennen gestartet wird.

Schrötter zwischenzeitlich auf Rang zwei

Und da erwischt Schrötter eine gute Linie. Er rast direkt drei Plätze nach vorn, liegt schließlich auf Platz drei. Doch der 27-Jährige will mehr, er lauert auf Fehler des Spaniers Xavi Vierge, setzt mehrfach zum Überholen an. Es gelingt Schrötter auch, vorbeizuziehen, doch Vierge schlägt schon in der nächsten Kurve zurück. Der enge Kampf um Platz zwei endet mit einer Berührung der beiden Motorräder, Vierge stürzt und landet im Kies. Als er aufsteht, klatscht er frustriert in Richtung Schrötter, der zwar auf seiner Kalex sitzen bleibt, aber Plätz verliert, die er auch nicht mehr gut machen kann. Als Fünfter überquert er die Linie.

Schrötter ist trotzdem zufrieden. „Ich denke, wir können dieses Mal von einem guten Sonntag reden.“ Erstmals fuhr er mit seinem neuen, weichen Hinterreifen – und kam richtig gut zurecht. Die Unterbrechungen aber passten nicht ins Konzept von Schrötters Team „Liqui Moly Intact GP“. „Für den Neustart hatten wir keinen neuen Reifen dieses Typs mehr zu Verfügung“, sagt Schrötter. Die Gegner aber, die zuvor die härtere Variante gewählt hatten, konnten in der Pause „einen neuen, weichen Reifen reinstecken“. Trotzdem war wohl eher der Zweikampf mit Vierge der Grund für das verpasste Podium. „Es war ein harter Kampf mit Xavi Vierge“, sagt Schrötter. „Er war auf den Geraden unglaublich schnell und außerdem auf der Bremse sehr stark. Daher war es brutal schwierig für mich, an ihm vorbeizukommen.“

Zeit zum Durchschnaufen bleibt den Moto2-Piloten in der nächsten Zeit kaum. Acht Rennen stehen in den kommenden zehn Wochen an. Das nächste ist bereits am kommenden Sonntag, 27. September, der Große Preis von Katalonien in Spanien.

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