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Mittendrin in der Weltelite: Monika Karsch aus Rott und der Tannenberger Matthias Holderried holten Bronze im Mixed. 

Holderried mit der Weltspitze auf dem Stockerl

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Eine riesige Überraschung ist Monika Karsch und Matthias Holderried gelungen. Die beiden Luftpistolenschützen erwiesen sich in München als erfolgreiches Duo.

Tannenberg – An die gute Aussicht musste sich Matthias Holderried erst gewöhnen. Dass beim internationalen „H&N Cup“ in München-Hochbrück die Teams aus der Ukraine und aus Serbien das Podium nach dem Mixed-Wettbewerb bevölkern würden, war für den Luftpistolenschützen aus Tannenberg schon vor dem Wettkampf so sicher wie das Amen in der Kirche. Überraschend war für ihn, dass er und seine Partnerin, Monika Karsch aus Rott, als Dritte vom Stockerl grüßten. „Wir waren mit der absoluten Weltspitze auf dem Podest gestanden“, sagte er, selbst verwundert über das Abschneiden.

Team „Bayern 1“ war kein Dudelsender, sondern die einzige Paarung, die aus Sicht des Deutschen Schützen-Bundes mit der internationalen Elite mithalten konnte. Schon im Vorkampf hatte das Duo den ersten Böller gezündet. Karsch, die bereits Silber bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro geholt hat, und Holderried schossen ihre Serien im partnerschaftlichen Gleichklang (96/98/95/97) und schlossen ihr Programm mit jeweils 386 Ringen ab. Das Resultat bescherte ihnen Rang zwei vor den stärker eingeschätzten Serben Zorana Arunovic (382) und Damir Mikec (387) und die Teilnahme am Finale der besten Fünf. Nur die sensationellen Ukrainer Olena Kostevych (397) und Oleh Omelchuk (395), die mit unglaublichen 792 Zählern einen inoffiziellen Weltrekord aufstellten, waren besser.

Karsch und Holderried waren von ihrer Gesamtausbeute (772) noch so beeindruckt, dass der Auftakt des Finales für sie ziemlich daneben ging. „Da ist es nicht so gut gelaufen“, räumte Holderried ein. Die Bayern verloren sofort den Kontakt zu den Kontrahenten aus der Ukraine und Serbien, die in der Weltrangliste allerdings unter den Top Fünf angesiedelt sind. Nach den zweiten zehn Schüssen war „Bayern 1“ Letzter. „Wir haben das nicht mehre ganz unter Kontrolle gehabt“, räumte Holderried ein. Der deutsche Vize-Meister ist mit seinen 23 Lenzen aber schon erfahren genug, um sich während eines Schießens selbst aus einem Leistungstief zu befreien. Mit einer 10,8 leitete er die Wende ein. Fortan lief es für die Mannschaft aus dem Freistaat wie am Schnürchen. Nach der dritten Serie war sie Dritte und gab diese Position in der folgenden Ausscheidung nicht wieder her. Georgien und Österreich blieb nur das Nachsehen.

Holderrieds Ergebnisse waren nicht zu vergleichen mit der Ausbeute in den beiden Einzelstarts an den Vortagen. 569 und 573 Ringe brachten ihm nur die Plätze 60 und 50 ein. „Die Wettkämpfe sind nicht so flüssig gelaufen“, sagte er. Allerdings befand er sich nicht in bester körperlicher Verfassung. Kopfschmerzen und trockene Augen machten ihm schwer zu schaffen. In seinem zweiten Programm konnte er sich trotz der Handicaps leicht steigern.

Die ungewohnte Auseinandersetzung mit der versammelten Weltelite, die sogar aus Mexiko, Brasilien oder Singapur angereist kam, führte ihn wieder zu den Basiswerten seines Sports zurück. Er musste sich auf den Punkt konzentrieren. „Ich habe mir jeden Schuss erarbeiten müssen.“ Die Übung zahlte sich bereits Im Mixed-Wettbewerb aus. Unter den besten Drei der Welt zu sein ist ein Gefühl, an das sich der Naturbursche aus dem Pfaffenwinkel in Zukunft gewöhnen sollte.

Christian Heinrich

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