Endlich wieder Wettkämpfe: Simon Henseleit, hier bei seinem ersten Rennen 2020 in Wallsee, das er als Zweiter beendete.
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Endlich wieder Wettkämpfe: Simon Henseleit, hier bei seinem ersten Rennen 2020 in Wallsee, das er als Zweiter beendete.

TRIATHLON

Erstmals über die Olympische Distanz - Nach Absage in Davos stehen für Simon Henseleit zwei wichtige Rennen an

  • Phillip Plesch
    vonPhillip Plesch
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Viele Wettkämpfe gab es für Simon Henseleit heuer noch nicht. Im September stehen aber zwei wichtige Triathlons auf dem Programm.

Steingaden – Das vergangene Wochenende lief so gar nicht, wie es sich Simon Henseleit vorgestellt hatte. Eigentlich wollte der 20-Jährige in Davos (Schweiz) einen Triathlon über die Sprintdistanz absolvieren. Daraus wurde nichts und mehr als eine Trainingseinheit sprang nicht heraus. Der Steingadener nahm es gelassen und blickt mit Vorfreude auf zwei Rennen, die im September noch stattfinden sollen.

Rennabsage in der Schweiz

Mehrere Athleten des „hep sports team“, zu dem auch Henseleit und Sebastian Kienle, Sieger des Hawaii-Ironman von 2014 gehören, waren in Davos zu einer Teamveranstaltung zusammengekommen. Henseleit war erst kurzfristig angereist. Daher entschied er sich, nur über die Sprintdistanz anzutreten. „Ansonsten hätte ich mindestens eine Woche vorher anreisen müssen, um mich an die Höhe zu gewöhnen“, sagt er. Immerhin liegt Davos knapp 1600 Meter über dem Meeresspiegel.

Als Henseleit seine Startnummer abholen wollte, erlebte er eine Überraschung. Sein Name war nicht auf der Startliste zu finden. „Stattdessen war ich für die Olympische Distanz gemeldet“, erzählt er. Mit seinem Trainer beschloss er, zwar zu starten, aber das Rennen (1500 Meter Schwimmen/40 Kilometer Radfahren/10 Kilometer Laufen) nicht zu beenden. „Beim abschließenden Lauf wäre ich nach fünf von zehn Kilometern ausgestiegen“, sagt er. „Das wäre nicht einfach gewesen, zu sagen, ich komme nicht ins Ziel.“

Am Ende kam alles anders. Wegen eines Gewitters und anhaltenden Regens wurde das Rennen gar nicht erst gestartet. „Dann war erst einmal die Luft raus“, berichtet der Steingadener. Gemeinsam mit drei Teamkollegen raffte er sich aber doch noch auf. „Wir sind dann ins Stadion und drei mal zwei Kilometer plus einen Kilometer zum Abschluss gelaufen. Das war eine gute Trainingseinheit.“

Bundesliga in Saarbrücken

Nun gilt es für Henseleit, sich auf die kommenden zwei Wettbewerbe vorzubereiten. Am Samstag, 12. September, findet in Saarbrücken der einzige Bundesliga-Wettkampf der Saison statt. Dieser wird ohne Zuschauer auf dem Gelände der Hermann-Neuberger-Sportschule ausgetragen – für Henseleit ein kleiner Vorteil. „Ich kenne den Kurs von der Qualifikation zur Jugend-Europameisterschaft vergangenes Jahr“, erzählt er.

Gestartet wird dort insgesamt in fünf Wellen, um den nötigen Abstand zu ermöglichen. In jeder Welle darf von den insgesamt 16 Mannschaften je nur ein Mitglied teilnehmen. Die Distanz ist auf 650 Meter Schwimmen, 14 Kilometer Radfahren und 4,2 Kilometer Laufen festgelegt. Von den besten vier einer Mannschaft werden am Ende die Platzierungen addiert. Welches Team dann auf die geringste Zahl kommt, gewinnt das Event. Die Zeiten spielen also keine Rolle.

Für Henseleit ist schwer einzuschätzen, wie seine Chancen stehen. „Es kommt darauf an, wer in welcher Welle startet“, sagt er. Das ist vorher nicht bekannt. Der Steingadener zählt sich zu den Top-Zehn. Sollten aber alle Spitzen-Athleten gleichzeitig auf die Strecke gehen, wird es natürlich ungleich schwerer, eine gute Platzierung zu erreichen, als wenn er eine schwächere Welle erwischt.

Ein Deutscher Mannschaftsmeister wird am Ende „aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen und der ungleichen Chancen in der Vorbereitung“ nicht gekürt. So hat es der Bundesliga-Ausschuss der Deutschen Triathlon-Union beschlossen. „Zudem werden die Auf- und Abstiegsregelungen außer Kraft gesetzt werden“, schreibt die Union auf ihrer Homepage.

Einladungsrennen an geheimem Ort

Noch wichtiger wird für Henseleit der Wettkampf am Sonntag, 20. September. Ein Einladungsrennen, bei dem nur Profis wie Sebastian Kienle und Patrick Lange am Start sind. „Das wird mein erster Triathlon über die Olympische Distanz“, sagt Henseleit. Der Wettkampfort innerhalb Deutschlands wird noch geheim gehalten, um keine Zuschauer an die Strecke zu locken. Dafür wird das Event live übertragen und eine Zusammenfassung davon in der ARD gezeigt.

Da Windschattenfahren verboten sein wird, muss sich Henseleit noch um ein Zeitfahrrad kümmern. Im Gegensatz zu seinen erfahrenen Kontrahenten hat der 20-Jährige in Sachen Sitzposition auf dem Rad noch einiges aufzuholen. „Beim Schwimmen möchte ich die Arrivierten etwas ärgern“, verrät er, um beim Radfahren solange wie möglich dabei zu bleiben. Beim Laufen wird sich dann zeigen, was schon möglich ist im Kreis der Großen.

Bei seinem bisher einzigen Auftritt heuer belegte Henseleit den zweiten Platz.

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