Wieder auf Schnee: Simon Jocher bereitet sich auf die neue Saison vor. 
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Wieder auf Schnee: Simon Jocher bereitet sich auf die neue Saison vor. 

Ski Alpin

Simon Jocher steigt eine Leistungsgruppe auf und ist zurück im Reisemodus

Die Saison endete abrupt, doch langsam kehrt bei den Ski Alpinen wieder der gewohnte Alltag ein. Das gilt auch für Simon Jocher aus Schongau. 

Schongau – Es geht wieder los, auch für den Schongauer Skifahrer Simon Jocher (SC Garmisch). Nach einem absolvierten Bundeswehrlehrgang steht er nun wieder auf Schnee, um das Ski-Gefühl für den Winter aufzubauen.

Eigentlich waren die vergangenen Wochen laut Jocher „eh ganz normal“, bis auf ein paar kleine Details. Der Winter endete nicht wie gewohnt mit nationalen Meisterschaften, FIS-Rennen oder Skitests, sondern abrupt beim Weltcup in Kvitfjell. Jocher war in der Abfahrt auf Rang 33 gefahren und freute sich auf den Super-G. Doch dieser wurde kurzfristig abgesagt, und schon auf dem Heimflug kam dann die Nachricht vom Saisonende. „Irgendwie war es ja absehbar, wenn man die Nachrichten ein bisschen verfolgt hat“, sagt der Schongauer. „Aber das endgültige ‚jetzt ist Schluss’ kam dann schon sehr plötzlich.“

Ausbildungslehrgang unter ungewöhnlichen Bedingungen

Und damit begann das nächste ungewohnte Detail: „Ich war bis Mitte Mai acht Wochen am Stück zuhause und hab täglich meine Freundin gesehen; das gab’s noch nie“, sagt der 24-Jährige schmunzelnd und gibt zu, dass er die Zeit sehr genossen habe. „Es war wirklich schön daheim. Und es hat so viele schlimmer getroffen als uns, wir dürfen uns echt nicht beschweren.“ Denn auch das Ausdauertraining zuhause mit Langlaufen, Bergtouren und Radfahren klappte einwandfrei und war sicher von Vorteil für die Zukunft des Speedspezialisten.

Mitte Mai stand dann wie geplant der Ausbildungslehrgang der Bundeswehr auf dem Programm. Dazu reiste Jocher nach Hannover in die Bundeswehrschule. Auf den Lehrgängen ginge es stets zackig zu, aber diesmal sei es besonders streng gewesen. „Innerhalb der Kaserne herrschte immer Maskenpflicht plus Abstandsregeln von 1,5 Metern, beim Sport sogar von drei Metern“, erklärt der Sportsoldat. Weil die Sorge groß war, dass sich das Virus in der Kaserne verbreitet, blieb außerdem der Kraftraum geschlossen. Ein Problem für den alpinen Rennläufer. „Ich bin dann in ein externes Fitnessstudio ausgewichen“, sagt Jocher. „Irgendwie widersinnig, aber ich brauche das Training einfach.“ Zudem war der Schongauer mit dem Rennrad unterwegs. „Die Gegend dort oben ist ideal für lange Trainingsfahrten, das war echt spitze.“

Training mit den Weltcupfahrern

Jetzt, zurück im Werdenfels, hat der alte Reisetrott den SCG-Athleten wieder. Am vergangenen Montag ging es nach den Leistungsdiagnostiktests mit den Technikern ans Stilfserjoch (Südtirol), „zum Schule fahren und Gefühl finden“. In dieser Woche steht dann der erste Kurs mit der Leistungsgruppe Ia der Speedfahrer an. Der neue Kaderstatus fühle sich „cool“ an, selbst wenn sich gar nicht so viel ändert. „Ich hab auch vergangenen Sommer schon mit den Weltcupleuten trainiert, und wir werden auch heuer wieder die Startplätze zwischen Welt- und Europacup ausfahren müssen“ sagt Jocher gelassen. „Aber ja, es ist cool, wenn es offiziell am Papier steht.“

von Kathrin Ebenhoch

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