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Sonniges Wetter, sonniges Ergebnis: U21-Fahrerin Nadine Kapfer holte den Titel in der Abfahrt. 
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Ab auf Platz sechs: der Schongauer Simon Jocher im Abfahrtsrennen. Im Super-G gelang ihm sogar Rang fünf. 

Ski alpin

Nadine Kapfer rast zum U21-Titel

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Was Fritz Dopfer nicht gelungen ist, schaffte Nadine Kapfer. Sie holte bei den Internationalen Deutschen Meisterschaften in Garmisch einen Titel. 

Weilheim-Schongau – Pause brauchen Skirennläufer nicht. Zumindest fast nicht. Die meiste Zeit des Winters verbringen sie auf der Piste. Und sind sie da nicht, dann reisen sie womöglich gerade von einem Wettkampfort zum nächsten. Das ist nicht nur im Weltcup so – das kennen auch Europacup-Fahrer. Simon Jocher zum Beispiel. Der Schongauer startet für den SC Garmisch. Am Sonntag vergangener Woche wurde er in Sella Nevea (Italien) 27. im Super G. Zwei Tage später stand er auf der Kandahar in Garmisch-Partenkirchen. Training für das Abfahrtsrennen. Einen Tag drauf begannen die Internationalen Deutschen Meisterschaften, bei denen die Besten des Landes gesucht wurden – ausländische Sportler durften zwar starten, wurden aber nicht für die Meisterschaften gewertet. Bis Sonntag fanden Schlag-auf-Schlag Wettkämpfe statt. „Wir sind das gewohnt“, sagt der Schongauer Jocher. Er wurde Fünfter im Super-G, Sechster in der Abfahrt und 13. im Riesenslalom.

„Damit bin ich zufrieden“, sagt der 22-Jährige. „Vor allem mit dem Ergebnis im Super-G. Da waren die Abstände sehr knapp.“ 32 Hundertstel fehlten Jocher zu einem Podestplatz. In der Kombination, bestehend aus Super-G und Slalom, sei das Stockerl ebenfalls drin gewesen, ist er überzeugt. Doch im zweiten Durchgang konnte er nicht mehr an den Start gehen. Die Hand schmerzte. Im Januar hatte er sich bei einem Rennen in Kitzbühel vier Finger luxiert und mehrere Bänder gerissen. Erst seit sieben Wochen steht er wieder auf Ski. Um nichts zu riskieren, ließ er den zweiten Durchgang sausen. „Wenn man die Stangen nicht kippen kann, ist man chancenlos.“ Jocher sah es gelassen. „Ich hatte mir vorgenommen, einfach Skizufahren und zu zeigen, was ich drauf habe.“ Das ist ihm beim Rennen in Garmisch-Partenkirchen, wo er seit sieben Jahren lebt, gelungen.

Neben ihm erreichten zudem zwei weitere Landkreisstarter vordere Plätze auf der Kandahar und am Gudiberg: der Schongauer Fritz Dopfer (SC Garmisch) und der Hohenpeißenberger Maximilian Schwarz (DAV Peißenberg). Für den Weltcup-Fahrer Dopfer war das Ergebnis allerdings ernüchternd – er konnte seine Titel aus dem Vorjahr weder im Slalom noch im Riesenslalom verteidigen. Nicht mal ein Podestplatz war ihm vergönnt. Dem erst 16-jährigen Schwarz schon. Er holte sich mit einer starken Leistung in der Abfahrt den dritten Platz in der U18. Dabei setzte er sich gegen deutlich ältere Kontrahenten durch.

Kapfer in der Abfahrt top

Bei den Frauen durfte eine Peitingerin jubeln: Nadine Kapfer raste auf der Kandahar zum Titel in der U21. „Die Abfahrt wollte ich gewinnen“, sagt die 19-Jährige, die für den SC Garmisch startet. „Von daher bin ich sehr zufrieden.“ Beim Super-G leistete sich Kapfer „ein paar Fehler“. Bei den Frauen reichte es trotzdem zu Rang sieben, in der U21 zu Platz sechs. Im Slalom sauste sie zudem als Neunte über die Ziellinie. „Das ist in Ordnung“, sagt sie. „Den fahre ich nicht so oft.“

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Kapfer empfand die Wettkämpfe in Garmisch-Partenkirchen ebenso wie Jocher als Heimrennen. Auch sie lebt in der Marktgemeinde. Neben den Internationalen Deutschen Meisterschaften fanden an Gudiberg und Kandahar parallel auch FIS-Rennen statt, die die beiden ebenso nutzten, um Punkte zu sammeln und so für die kommende Saison gute Startplätze bei Rennen zu ergattern. So kamen sie zum Teil auf zwei Rennen am Tag.

Nach den vielen Starts war allerdings keine Pause für Kapfer angesagt. „Einen halben Tag hatte ich frei“, sagt sie und schmunzelt. Dann ging’s weiter zu den slowenischen Meisterschaften, um weiter FIS-Punkte zu sammeln. „So ist der Winter eben“, sagt die Skirennläuferin. „Da ist man viel im Auto und auf der Piste.“

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