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Freut sich auf die Olympischen Spiele in Pyeongchang: Der Schongauer Ski-Star Fritz Dopfer.

Interview

Fritz Dopfer privat: Schongauer Ski-Profi verrät, was unbedingt mit muss nach Olympia

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Am Freitag starten die Olympischen Winterspiele in Südkorea. Mit dabei: Der Schongauer Skirennfahrer Fritz Dopfer (30). Im Interview spricht er über asiatisches Essen, seine Ziele und das perfekte Kissen.

Schongau - Fritz Dopfer (30) ist der beste Wintersportler aus dem Landkreis Weilheim-Schongau – und der einzige aus der Region, der zu den Olympischen Winterspielen nach Pyeongchang (Südkorea) reist. Im Interview mit den Schongauer Nachrichten spricht der Technikspezialist über asiatisches Essen, seine Ziele und das perfekte Kissen.

Herr Dopfer, ein Gedankenspiel: Was fällt Ihnen als erstes ein, um den Satz zu vervollständigen: Wenn die Spiele in Garmisch-Partenkirchen stattgefunden hätten, dann . . .

. . . wäre es noch mal eine ganz andere Hausnummer. Die Erwartungshaltung wäre viel größer. Aber auch die Vorfreude. Die Olympischen Spiele in der Heimat zu haben, wäre für die gesamte Region eine Riesenchance gewesen. Ich denke, spätestens mit der Eröffnungsfeier wäre auch der Funke bei der Bevölkerung übergesprungen.

Auf was hätten Sie sich am meisten gefreut bei den „Heim-Spielen“?

Ich durfte ja schon bei der WM 2011 erleben, wie schön ein Großereignis zu Hause ist, wie viele Emotionen mitschwingen. Es ist einfach etwas Besonderes, vor seinen Freunden und der Familie zu fahren. Das habe ich zuletzt auch wieder beim Heim-Weltcup in Garmisch-Partenkirchen gespürt. Das Rennen habe ich in vollen Zügen genossen.

Gibt’s auch einen Vorteil, dass die Spiele nicht daheim, sondern im fernen Südkorea stattfinden?

Es gibt Kollegen, die sagen, dass es doch schön sei, dass man wieder ein neues Land, eine neue Kultur kennenlernt. Das kann sein. Erfahrungsgemäß kann ich aber sagen, dass man dazu eigentlich kaum Zeit hat.

So weit weg von zu Hause ist der Druck aber vielleicht auch kleiner.

Ganz ehrlich: Ich persönlich fahre ohne Druck nach Südkorea. Nach meiner langen Verletzung erwartet niemand Wunderdinge von mir. Ich will einfach nur im Ziel zufrieden mit einem Lächeln abschwingen.

Sich die Medaille, die Sie vor vier Jahren im Slalom von Sotschi um 5 Hundertstel verpasst haben, zu holen, ist also nicht Ihr Ziel?

Damals waren die Voraussetzungen ganz anders. Ich war Siebter in der Weltcup-Wertung, jetzt bin ich 17. Man muss also realistisch sein. Ich will mich in Südkorea am Limit bewegen, alles aus mir rausholen. Wenn das funktioniert, bin ich zufrieden.

Die Generalprobe auf der Olympia-Strecke im vergangenen Jahr haben sie verpasst. Ein Nachteil?

Die Piste ist tatsächlich absolutes Neuland für mich. Ich kenne sie bisher nur von Videos und Bildern. Ich habe mich aber vor kurzem mit einem Japaner unterhalten, der gesagt hat, dass die Strecke anspruchsvoll und ziemlich lang ist. Aktuell ist es auch sehr kalt in der Region. Deshalb wird der Untergrund ziemlich hart sein. Vor den Wettkämpfen haben wir noch genug Zeit, um auf der Strecke zu testen. Deshalb ist es kein Nachteil, dass ich noch nie dort war.

Statt mit dem Auto zur Piste, geht’s jetzt mit dem Flugzeug über zehn Stunden nach Südkorea. Fliegen Sie gerne?

Ich habe zumindest keine Flugangst. Auf Turbulenzen und Wackler kann ich aber gerne verzichten.

Wie vertreiben Sie sich die Zeit im Flieger?

Ich versuche zu schlafen. Spätestens nach einer Stunde lesen fallen mir meistens die Augen zu. Wenn’s gar nicht klappt, helfe ich mit einer Tablette nach.

Wie viele Koffer nehmen Sie eigentlich mit?

Puh, gute Frage. Zwei Koffer mit den Sachen, die wir bei der offiziellen Einkleidung bekommen haben, sind schon drüben. Dazu werde ich noch zwei oder drei Gepäckstücke in den Flieger packen.

Was darf in Ihrem Koffer auf keinen Fall fehlen?

Mein eigenes Kissen!

Was ist daran so besonders?

Es hat die richtige Größe, ist nicht zu hart, nicht zu weich. Damit kann ich einfach am besten schlafen. Eine gute Erholung ist sehr wichtig für mich. Deshalb schlafe ich auch immer mit Ohropax.

Damit Sie Ihr Zimmerkollege nicht aufweckt?

Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht so genau, wie und wo wir in Südkorea untergebracht sind. Im olympischen Dorf war kein Platz mehr für uns, darum werden wir eine Unterkunft außerhalb beziehen. Aber es ist schon so, dass ich früher als meine Kollegen ins Bett gehe. Ich bin ja mittlerweile auch der Älteste im Team (lacht).

Freuen Sie sich aufs asiatische Essen?

Naja, was Essen angeht, bin ich nicht unbedingt experimentierfreudig, bleibe lieber bei den Sachen, die ich kenne. In der Mensa im olympischen Dorf, die 24 Stunden geöffnet ist, gibt es aber eine riesengroße Auswahl. Ich werde also mit Sicherheit etwas Gutes zu Essen finden.

In Sotchi gab’s vor vier Jahren sogar einen McDonalds.

Stimmt. Der war immer komplett überfüllt. Ich war allerdings nie da, sondern lieber in der Mensa. Die ist auch ein toller Treffpunkt für alle Sportler.

Gibt es einen Sportler, den Sie unbedingt treffen möchten?

Da fällt mir niemand spezielles ein. Aber es ist schon schön, Athleten aus anderen Sportarten zu treffen, sich mit ihnen auszutauschen.

Wie verbringen Sie die Zeit zwischen Training und Wettkampf?

Die Tage sind immer ziemlich vollgepackt. Training, Physio, Videostudium ... Aber ich hoffe, dass genug Zeit ist, um das olympische Dorf zu Fuß zu erkunden. Die Wettkampfstätten sind, glaube ich, auch nicht weit auseinander. Vielleicht gibt’s auch die Gelegenheit, den ein oder anderen Wettbewerb live zu verfolgen. Aber das ergibt sich alles ganz spontan. Am wichtigsten ist, dass ich am Wettbewerbstag topfit bin und meine Leistung abrufen kann.

Interview: Thomas Fritzmeier

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