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Auf der Suche nach seinem Gefühl für einen schnellen Schwung: Der Schongauer Fritz Dopfer schied wie so oft in dieser Saison auch beim Nachtslalom in Schladming nach dem ersten Durchgang aus.

Ski Alpin

Skistar Fritz Dopfer fährt eigenen Ansprüchen hinterher

Der Schongauer Fritz Dopfer gehört zu den erfolgreichsten deutschen Skifahrern der vergangenen Jahre. In dieser Saison bleibt er jedoch weit hinter den Erwartungen zurück. Statt der alpinen Weltmeisterschaft im schwedischen Åre steht für ihn Training auf dem Programm.

Schongau – Es ist heute auf den Tag vier Jahre her. Da holte Fritz Dopfer bei der alpinen Weltmeisterschaft in Beaver Creek Silber im Slalom. Dieses Wochenende werden in den technischen Disziplinen wieder die WM-Medaillen vergeben. Dopfer kann das nur aus der Ferne beobachten, denn er fährt der Form vergangener Tage derzeit weit hinterher.

Im Slalom noch ohne Weltcup-Punkte

„Alles andere als zufriedenstellend“ sei bisher sein Saisonverlauf, sagt der 31-Jährige. Als bestes Weltcup-Ergebnis steht diese Saison ein 22. Platz beim Riesenslalom im französischen Val d’Isère Anfang Dezember. Im Slalom schaffte es Dopfer kein einziges Mal in die Punkteränge. Und auch im zweitklassigen Europacup blieb er zuletzt fernab der Spitzenränge. „Im Weltcup zu punkten, sollte schon der Anspruch sein“, so der Schongauer. Vor der Saison habe er sich Ziele gesetzt, sowohl skifahrerischer Art als auch von den Ergebnissen her. „Bisher habe ich keines erreicht“, sagt er. „Das gibt zu denken.“

In der Vorbereitungszeit im Sommer hatte Dopfer mit einer Adduktorenverletzung zu kämpfen. Er musste mehrere Wochen pausieren und konnte sein Trainingsprogramm nicht wie geplant durchziehen. Das sei genau in der Phase gewesen, in der es zur Sache gehe, erzählt er. „Es ist zwar nicht optimal gelaufen“, sagt Dopfer, „aber nicht der Hauptgrund für den bisherigen Saisonverlauf.“ Körperlich gehe es ihm jetzt gut. „Ich habe keine Einschränkungen“, sagt der Technikspezialist. In einer ähnlichen Situation befand er sich bereits vor zwei Jahren, als die Folgen eines Schien- und Wadenbeinbruchs seine Saisonvorbereitung beeinträchtigten.

Zurück zu den Grundlagen

Anstatt also die Verletzung als Grund vorzuschieben, führt Dopfer die Zeitrückstände in den Wettkämpfen auf sich selbst zurück. „Ich habe das Gefühl für einen schnellen Schwung verloren“, erläutert er. „Es haben sich technische Schlampigkeiten eingeschlichen.“ Um wieder zu alter Stärke zurückzufinden, nutzt Dopfer die freie Zeit während der WM zum Training. Lediglich mit seinem Trainer soll es zurück zu den Grundlagen gehen, Fehlerquellen will er abstellen. Dabei helfen ihm auch seine früheren Erfolge. „Man vergleicht Phasen, macht sich Gedanken, was man gut gemacht hat“, erzählt der Schongauer. Es sei gut, sich an solchen Dingen zu orientieren.

Seinen Teamkollegen traut Dopfer bei der WM „sehr viel“ zu. Sowohl Stefan Luitz im heutigen Riesenslalom als auch Felix Neureuther im Slalom am Sonntag sieht er als Medaillenkandidaten. Wie es für Dopfer weitergeht, weiß er selber noch nicht. Er wird Rennen fahren, wann und wo ist offen. Es gehe darum, sich in eine gute Ausgangsposition für die kommende Saison zu bringen. Weiter blickt er derzeit nicht voraus.

VON PHILLIP PLESCH

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