Matthias Holderried ist gut in Form.
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Matthias Holderried ist gut in Form.

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So gut wie sicher im Nationalkader - Matthias Holderried vor letzter Sichtung mit der Luftpistole in guter Position

  • vonChristian Heinrich
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In München-Hochbrück steht an diesem Wochenende der letzte Sichtungstag für die Luftpistolenschützen an. Matthias Holderried ist in sehr guter Form.

Tannenberg – Zwei Wettkämpfe hat Matthias Holderried noch, um seine persönliche Schallmauer zu durchbrechen. „Die 580 Ringe will ich noch knacken“, lautet der Plan des Luftpistolenschützen aus Tannenberg, wenn auf der Olympia-Schießanlage in München-Hochbrück die beiden letzten von insgesamt 14 Programmen der nationalen Rangliste absolviert werden. Der 25-Jährige geht sein Vorhaben ohne großen Druck an. Nachdem zwölf Wertungen eingebracht sind, steht er in der Bestenliste des Deutschen Schützen-Bundes (DSB) auf Rang fünf und hat sich mit seiner Ausbeute so gut wie sicher für den Nationalkader qualifiziert.

„Ich kann den Blick nach vorn richten“, sagt Holderried. Zu deutlich ist sein Vorsprung auf seine Verfolger. Sieben Kaderplätze vergibt der DSB. Dass Holderried sein Ticket schon in der Tasche hat, ist außergewöhnlich, denn der Schreiner benötigt eine ungeheure Selbstdisziplin, um seinen Beruf mit dem Leistungssport zu verbinden. Momentan gibt es deutschlandweit niemanden, dem dieser Spagat so gut gelingt wie ihm. Besser getroffen als er haben nur die Profis, sprich die Athleten, die den Sportfördergruppen der Polizei oder der Bundeswehr angehören und sich rein dem Schießen widmen können.

Fehler schnell korrigiert

Holderried hat jedoch einen individuellen Weg gefunden, wie er Top-Leistungen abrufen kann, ohne sich rein auf seinen Sport konzentrieren zu müssen. Bei den beiden Sichtungen in Suhl tischte er so tüchtig auf, als hätte es die Behinderungen durch die Corona-Pandemie in diesem Jahr nie gegeben. Bei den sechs Programmen, die er in Thüringen absolvierte, waren drei Ergebnisse dabei, mit denen er seine eigene Top Fünf kräftig aufpolierte. Diese Leistung war nach dem ersten Schießen nicht zu erwarten.

Seine 568 Ringe warfen ihn jedoch nicht aus der Bahn. „Ich habe gewusst, dass ich am Stand etwas ändern muss“, erkannte Holderried das Problem sofort. Gesagt, getan. Der Pistolero nahm die nötigen Korrekturen vor und beendete das erste Sichtungswochenende mit fulminanten 579 und 578 Ringen. In dieser Tour ging es bei der nächsten Sichtung gleich weiter. Holderried buchte noch einmal 577 Zähler auf sein Konto. Mit den 579 und 576 Ringen, die er vor Suhl gesammelt hatte, bekam er mit seinen Spitzenergebnissen eine hübsche Summe zusammen. Aufpolieren konnte er sie in Thüringen zum Abschluss aber nicht mehr. Zwei Mal 575 waren aller Ehren wert, bedeuteten für seine fünf besten Resultate jedoch keine Verbesserung mehr.

Die Zwangspause genutzt

Mit seiner Ausbeute befindet er sich exakt auf demselben Niveau wie im vergangenen Jahr. Allerdings liegt sein Gesamtdurchschnitt aus allen zwölf Programmen höher. „Ich habe jetzt eine solide Basis, mit der ich mich nicht verstecken muss“, sagt der Tannenberger. Für die Leistungssteigerung macht er die Ausnahmebedingungen in der durch Corona geprägten Saison verantwortlich. Anders als in der Vergangenheit besaß er heuer die Zeit und Ruhe, die Probleme, die in den wenigen Wettkämpfen zu Tage traten, im Training eingehend zu analysieren und zu beheben. „Früher hat es gefehlt, dass du das, was du trainiert hast, im Wettkampf umsetzen konntest“, stellte er fest. Jetzt sind die Intervalle zwischen den Schießen groß genug, was seine Ergebnisse bestätigen.

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