Einen überzeugenden Auftritt legte Stadtmüller im zweiten Finallauf hin. Zu sehen war das auf Youtube.
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Einen überzeugenden Auftritt legte Stadtmüller im zweiten Finallauf hin. Zu sehen war das auf Youtube.

TAEKWONDO

Manfred Stadtmüller holt bei Online-Meisterschaft nächsten bayerischen Titel – nun für WM nominiert

  • Phillip Plesch
    vonPhillip Plesch
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Manfred Stadtmüller sammelt weiter Titel um Titel. In einem Online-Wettkampf wurde er jüngst zum Bayerischen Meister. Nun wartet die Weltmeisterschaft.

Peiting – Über acht Stunden musste sich Manfred Stadtmüller am Samstag gedulden. Denn die Altersklasse bis 65 Jahre, in der der Taekwondo-Großmeister aus Peiting antritt, wurde als letzte gezeigt. Doch das warten lohnte sich. Der 61-Jährige sammelte seinen nächsten Titel ein.

Die Bayerische Technik-Meisterschaft fand nämlich in Folge der Corona-Pandemie wie schon die Bayerische Poomsae-Meisterschaft (Formenlauf) digital statt. Auf Youtube wurden die Wettkämpfe gestreamt. Die Athleten hatten vorher Videos ihrer Übungen eingeschickt. Diese waren im Stream dann nacheinander zu sehen. Es dauerte jeweils nur wenige Augenblicke, dann wurde schon das Ergebnis der Kampfrichter eingeblendet.

„Am Mittwochabend, eineinhalb Wochen vor der Ausstrahlung, wurden mir die ausgelosten Formen mitgeteilt, natürlich auch online“, berichtet Stadtmüller. Bis Sonntag hatte er Zeit, seine Performance einzusenden. Problem: Nur am Freitagnachmittag ergab sich für ihn die Möglichkeit, in einer Halle etwas aufzuzeichnen. „Also musste diese kurze Zeit genügen“, sagte er sich.

Nicht die erste Online-Meisterschaft für Stadtmüller

Stadtmüller war die Situation von der ersten Online-Meisterschaft im Juli schon gewohnt. „Mir persönlich ist es lieber, direkt an der Wettkampffläche zu sein und meine Mitstreiter um mich zu haben.“ Da sei der Reiz wesentlich höher und der Adrenalinspiegel steige mehr, als alleine in einem Raum zu laufen, sagt der Schwarzgurt. „Das ist eher wie ein Trainingslauf, der eine Woche später von sieben Kampfrichtern bewertet wird.“

Auf dem Video, das seine Frau und Trainerin Tanya aufgenommen hat, ist zu sehen, wie Stadtmüller im Fitnessraum der Schongauer Boxer mit dem knallroten Boden sein Programm abläuft. Rund 90 Sekunden dauert der erste Finallauf. Anschließend trinkt er einen Schluck. In der Zeit wird die Wertung der Kampfrichter eingeblendet: 21,3.

Wieder Gold für Schwarzgurt Manfred Stadtmüller.

Dass es für ihn wieder um den Titel geht, ist damit klar. Seine zwei Kontrahenten waren vor ihm dran. Dirk Nowak kam auf 31,1 Punkte, Frank Marohn auf 41,4. Stadtmüllers Teamkollege beim PSV Eichstätt war schon im Sommer der ärgste Kontrahent des Peitingers. Das Ergebnis damals: Stadtmüller 41,2; Marohn 39,1. Klar war also auch: Die Leistung von damals würde zum Titel nicht reichen.

Als Nächstes geht es zur Weltmeisterschaft

Dann beginnt Stadtmüllers zweiter Lauf. In rund einer Minute hämmert der Peitinger eine energiegeladene Vorstellung auf die Matten. Mehrmals schnellt sein Fuß hoch über Kopfhöhe. Seine Schreie wirken entschlossen. Ohne eine Miene zu verziehen, verlässt er seine Arbeitsfläche. Das Bild springt um und zeigt seine Wertung: 22,4. Mit 43,7 Punkten schiebt er sich auf Platz eins und holt überlegen seinen nächsten Meistertitel. Urkunde und Goldmedaille werden ihm per Post zugeschickt.

Der Peitinger sah den Wettkampf zudem als Trainingseinheit. Denn Stadtmüller ist für die Nationalmannschaft nominiert. In den kommenden Wochen soll – ebenfalls online – die Weltmeisterschaft stattfinden. Sie war eigentlich für Mai dieses Jahres in Dänemark angesetzt. „Die Austragung der WM soll in einer Art Liveübertragung stattfinden“, erzählt Stadtmüller. „Genaueres erfahren wir Kaderathleten in den nächsten Wochen.“ Das Warten dürfte Stadtmüller ja mittlerweile gewohnt sein.

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