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Die Aufstiegshelden damals: Die Mannschaft des TSV Steingaden von 1975.
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Die Aufstiegshelden heute: (stehend von links) Albert Graf, Ernst Konrad, Wolfgang Waibel, Hans Schütz, Manfred Ihsen, Ali Klühspieß, Josef Doser, Heini Kowalczuk, (sitzend von links) Josef Mecki Jaud, Franz Schiele, Günther Hain, Gori Riesemann, Leonhard Doser und Franz Hipp.

Fussball

Erinnerungen der Aufstiegshelden ans „Fußball-Drama“

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Es gibt Erfolge, von denen wird noch Jahre später in einem Dorf berichtet. Der Aufstieg der Steingadener Fußballer im Jahr 1975 ist so einer. Nun trafen sich die Kicker von damals wieder. Zum Gehfußball. Und um so manch’ alte Geschichte hervorzukramen.

Steingaden – Es war ja irgendwie klar. Dieser eine Spieler fehlte. „Er kam mal wieder zu spät“, sagt Hans Schütz amüsiert. So, wie früher auch. Dieses Früher ist schon eine Weile her. 44 Jahre, um genau zu sein. Damals schaffte Schütz mit den Fußballern des TSV Steingaden den Sprung von der B- in die A-Klasse. Ein Erfolg, an den sich die damaligen Kicker noch heute gern erinnern. Deshalb beschlossen sie, sich heuer zu treffen – und so manch’ alte Anekdote hervorzukramen.

TSV Steingaden: Ein Spieler kam immer zu spät

Zum Beispiel eben jene vom Spieler, der immer zu spät kam. Schütz verrät seinen Namen nicht – Mannschaftsgeheimnis. Aber er ist seinem Ruf offensichtlich treu geblieben, als er die anderen mal wieder warten ließ. Und auch Schütz selbst sorgte für Gesprächsstoff. Denn damals, im entscheidenden Spiel, stürzte er im Strafraum. Es gab Elfmeter. „Die anderen sagen, ich habe mich fallen gelassen“, sagt Schütz, dem selbst am Telefon ein kleines Schmunzeln anzuhören ist. „Dabei bin ich brutal gefoult worden und mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen geblieben.“

TSV Steingaden: 2:1-Sieg in der Verlängerung

Entscheidend war der Strafstoß dann nicht, denn der wurde verschossen. Steingaden gewann trotzdem das „Fußball-Drama“, wie die Schongauer Nachrichten damals die Partie gegen Altenstadt beschrieben. Auf dem Platz in Rottenbuch setzte sich Steingaden in der Verlängerung mit 2:1 durch.

Damit war der zweite Aufstieg innerhalb von fünf Jahren besiegelt. „Das war ein Riesen-Erfolg für unseren Dorfverein“, sagt Schütz, der mittlerweile 68 Jahre alt ist – seine früheren Teamkameraden sind etwa im gleichen Alter. Sie alle schwammen damals auch außerhalb des Fußballplatzes auf einer Wellenlänge. Vielleicht war das das Erfolgsrezept. Zu dem gehörte aber auch ein guter Trainer: Albert Klühspieß kam als Spielertrainer von München nach Steingaden. „Er hatte schon höherklassig gespielt und war ein Segen für uns“, so Schütz. „Es war ein fantastisches Training mit ihm, und er war ein fantastischer Trainer.“ Der legte Wert darauf, dass auch gemeinsam Ausflüge unternommen und zu Festen die Partnerinnen eingeladen wurden.

TSV Steingaden: Zwei Aufstiege binnen fünf Jahren

Dass sich so Freundschaften auch neben dem Platz bildeten, erklärt wohl, dass die Aufstiegsmannschaft noch heute in Kontakt ist. Bis auf Hans Moser, Richard Schütz und Klaus Kuderna, die verhindert waren, kamen alle zum Treffen. Zuerst spielten die ehemaligen A-Klassen-Kicker das für Senioren entwickelte Gehfußball in der Steingadener Turnhalle. Unter der Leitung von Schiedsrichter Herbert Haussmann „zeigten die Altmeister, dass sie auch heute noch trefflich mit dem Fußball als Spielgerät umgehen können“, sagt Schütz. Danach wurde im Gasthof „Graf“ gefeiert. Als Überraschungsgast schaute Hans Ried vorbei, der einige Teamkameraden bereits als Schüler und Jugendliche trainiert hatte – und damit natürlich Anteil am Aufstieg hatte.

Lange hielt die Erfolgswelle nicht an. Schon nach einer Saison mussten die TSV-Fußballer zurück in die B-Klasse. „Unser kompletter Sturm ist ausgefallen, auch der Linksaußen war verletzt. Dann war die Spielerdecke einfach zu dünn“, erinnert sich Schütz. Der ist nach all den Jahren irgendwie noch eine Antwort schuldig – eine zu dem sagenumwobenen Elfmeter: Hat er sich nun fallen gelassen oder wurde er grob gefoult? Wie war’s wirklich? Schütz lacht: „Ich sage immer die Wahrheit!“ So, so...

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