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Top im Einzel: Siegfried Bernert (re.) von der FSG Steingaden gewann Luftgewehr-Gold bei den „Herren III“. Links der Zweite, Georg Feulner. 

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Siegfried Bernert bleibt ganz cool: Mit defekter Waffe zum Bezirkstitel

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Medaillen hat Siegfried Bernert schon viele gewonnen. Das jüngste Gold bei der Bezirksmeisterschaft war dennoch besonders, denn der Titel wurde mit defekter Waffe geholt.

Steingaden – Sportschützen müssen die Zielscheibe ganz genau anvisieren, doch für Siegfried Bernert galt nur noch „Augen zu und durch“, wie er mit einem Schmunzeln sagt. In der letzten Serie der oberbayerischen Meisterschaft bereitete dem 1. Schützenmeister der FSG Steingaden sein Luftgewehr Probleme. Der sogenannte Absorber war defekt. Der sorgt mit einer Ausgleichsmasse dafür, dass der Rückstoß minimiert wird und so der Schuss genauer abgegeben werden kann. Die Waffe durfte Bernert dem Reglement nach nicht wechseln. „Ich habe mich auch nicht getraut, auf die Schnelle nachzujustieren“, berichtet der Steingadener. Durch das Missgeschick „habe ich sicher zwei, drei Ringe eingebüßt“. Letztlich war das aber egal, denn Bernert holte sich auch mit einer für ihn mäßigen 94 zum Abschluss ganz überlegen den Bezirkstitel.

Mit 390 Ringen war der 52-Jährige der dominierende Schütze in der Altersklasse „Herren III“. Auf den Zweitplatzierten, Georg Feulner (SG Tölzer Land), hatte Bernert sechs Ringe Vorsprung. Mit dem Resultat „bin ich schon zufrieden, es ist heuer eines meiner besten Ergebnisse“, sagt der Schützenmeister. Vor 13 Jahren hatte er in der damaligen Schützenklasse mal mit 395 Ringen den ersten Platz im Bezirk belegt. 2018 hatte er in seiner Klasse bei der oberbayerischen Meisterschaft mit 391 Ringen, 2016 mit 390 Ringen gewonnen. Das Gefühl, ganz oben auf dem Podest zu stehen, „kenne ich“, sagt Bernert mit einem Lächeln.

Luftgewehr: Bernert mit starkem Beginn

Beim Wettkampf in München-Hochbrück zeigte er von Beginn an, dass er in seiner Klasse zu den Favoriten gehört. Bernert, der bei Meisterschaften für den SSV Pfaffenwinkel antritt, startete mit einer 99. Nur der spätere Sechstplatzierte, Benno Waxenberger (SV Isental Lengdorf), kam auf das gleiche Resultat. In den folgenden beiden Serien hielt Bernert das Niveau hoch (98, 99). Dann geschah das Missgeschick mit dem Absorber – aus der Bahn werfen konnte es ihn aber nicht.

Vor den Titelkämpfen hatte der Steingadener unter der Woche „viermal geschossen“. Für gewöhnlich trainiert er einmal pro Woche. Das reicht dem Routinier, um bei den Rundenwettkämpfen mit der FSG Steingaden (1. Gauliga) regelmäßig starke Ergebnisse abzuliefern. In der abgelaufenen Saison kam Bernert auf einen Schnitt von 386,20 Ringen – in der 1. Gauliga war er damit der Top-Mann. Früher, in den 1990er Jahren, habe er vier- bis fünfmal die Woche trainiert, sagt Bernert. Mit dem Team von Enzian Höhenrain schoss er vor Jahren auch in der Bayernliga.

Luftgewehr: Bernert siegt auch mit dem Team

In der Luftgewehr-Teamwertung holte Bernert bei der oberbayerischen Meisterschaft ebenfalls die Goldmedaille. Mit Josef Neuner (376/20. Platz) und Klaus Strauß (374/33. Platz), die beide bei Rundenwettkämpfen für die SG Rottenbuch schießen, kam er auf insgesamt 1140 Ringe. Der Abstand auf die zweitplatzierte SG Ried (1125) und den drittplatzierte SV Isental Langdorf (1124) war schon gewaltig. In der Disziplin „Kleinkaliber 100 Meter“ stand das SSV-Trio ebenfalls auf dem Podest: Bernert (280), Neuner (280) und Strauß (272) belegten zusammen den Silberrang hinter der dominierenden SV Isental Lengdorf (847) und vor der ringgleichen SSG Reichertshofen. Anders als seine beiden Mitstreiter war Bernert im Kleinkaliber-Einzel nicht am Start, er konnte das Ergebnis aus der Gaumeisterschaft einbringen.

Luftgewehr: Bernert amtierender Bayern-Meister 

Seine Hauptdisziplin, sagt Bernert, ist das Luftgewehrschießen. Darin nimmt er seit 1984 regelmäßig an Bezirkstitelkämpfen teil bzw. hat sich dafür qualifiziert. Nächstes großes Ziel ist die bayerische Meisterschaft im Juni. Auch dort zählt er zu den Kandidaten, die für einen Podestplatz in Frage kommen, „der Konkurrenzkampf dort ist aber schon höher“, sagt der Steingadener. „Es wird wohl die Tagesform entscheiden.“ Mit den 390 Ringen, die er auf der Bezirksmeisterschaft erreichte, „kann es auch sein, dass du nur Vierter oder Fünfter wirst“. Im vergangenen Jahr erwischte Bernert auf der bayerischen Meisterschaft einen Sahnetag: 395 Ringe bedeuteten die Goldmedaille. Im Vorfeld der Wettkämpfe wird er wieder „zielgerichtet“ trainieren, sagt Bernert – dann auch wieder mit einer einwandfrei funktionierenden Waffe.

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