Training ja, Medenrunde nein: Zahlreiche Tennisteams im Landkreis – darunter auch die Herren 65 des TC Peiting – verzichten in der Übergangssaison auf die Punktrunde.
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Training ja, Medenrunde nein: Zahlreiche Tennisteams im Landkreis – darunter auch die Herren 65 des TC Peiting – verzichten in der Übergangssaison auf die Punktrunde.

Tennis

Zahlreiche Teams abgemeldet - Medenrunde nur in abgespeckter Form

  • Katrin Kleinschmidt
    vonKatrin Kleinschmidt
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An diesem Wochenende beginnt im Tennis die Übergangssaison. Viele Teams haben sich jedoch abgemeldet, das Programm im Landkreis sieht eher mau aus.

Landkreis – Als die Fußballer zurück auf den Platz durften, fragten sich viele, ob das Sinn mache – immerhin gebe es einige Regeln zu beachten. Und die Saison gehe ja ohnehin erst im September weiter. Im Tennis gibt es solche Fragen nicht. Der Sport „ist momentan total in“, sagt Werner Mathes, Vorsitzender beim TC Peiting. Die acht Plätze seien ständig belegt, die Lust aufs Spielen groß. Doch es reicht heuer vielen, sich im Spaß zu messen. Wenn die Medenrunde an diesem Wochenende beginnt, fehlen zahlreiche Teams – wegen der Einschränkungen haben sich viele abgemeldet. Deshalb fällt das Saison-Programm im Landkreis heuer mau aus.

Allein vom TC Peiting haben von 17 Teams 14 zurückgezogen. Einzig die Herren II, die Herren 50 und die Bambini 12 treten in ihren Ligen an. Der Rest winkte ab. Denn noch immer ist nicht klar, wann mehr als zwei Spieler gemeinsam in einem Auto zum Auswärtsspiel fahren dürfen. Hinzu kommt, dass erst zu Hause geduscht werden kann. „Und das gemütliche Beisammensein nach dem Spiel ist auch nicht so leicht“, sagt Mathes, der selbst bei den Herren 65 aktiv ist. „Da haben viele gesagt, dass ihnen das so keinen Spaß macht.“ Selbst bei Heimspielen hätte es Probleme geben können – wenn nämlich mehrere Teams gleichzeitig dran sind. „Dann wäre es auch mit den Abständen schwierig geworden.“

Training läuft trotz Auflagen gut

Diese Probleme haben auch die anderen Vereine gesehen. Beim TC Schongau sieht’s ähnlich aus. Von 16 ursprünglich gemeldeten Mannschaften treten nur drei an. „Der Verein hat entschieden, alle Jugendteams abzumelden“, sagt Sportwart Stephan Vietz. „Die Erwachsenen durften selbst entscheiden.“ Die Damen 50 wollten laut Vietz „auf jeden Fall spielen“ – immerhin sind sie in der Bayernliga aktiv. Zudem nehmen die Damen in der 4-er Kreisklasse 2 und die Herren 50 in der 4-er Kreisliga die Schläger in die Hand. Der Rest verzichtet. „Viele haben auch befürchtet, dass wegen der Absagen Gruppen zusammengelegt und die Fahrten noch weiter würden“, sagt Vietz. Auch die Tatsache, dass es eine Übergangssaison ohne regulären Auf- und Abstieg wird, ließ einige absagen. „Mit den ganzen Auflagen ist es schon viel Aufwand dafür, dass es um nichts geht“, sagt der Sportwart.

Und so wird’s für die meisten Tennisspieler ein entspannter Sommer. In dem der Sport ja trotzdem ausgeübt werden kann. „Das Training läuft wieder richtig normal“, sagt Mathes vom TC Peiting. „Trotz der Abstandsregeln.“ Zudem plant der Verein ein LK-Turnier, bei dem die Spieler ihre Leistungsklasse zum Beispiel verbessern oder zumindest halten können. Anfang August oder Ende September peilt der Verein dafür an.

Jugendleiter organisieren Spiele untereinander

Beim SV Hohenfurch findet als einziges Turnier die Vereinsmeisterschaft statt. Wann, das ist laut Abteilungsleiterin Cornelia Götz aber noch unklar, da die Punktrunde ja später beginnt als gewohnt. Alle anderen Pläne wurden zurückgestellt. Zwei Teams des SVH, die Herren (Bezirksklasse 3) und die Damen 40 (Bezirksliga), greifen in der Medenrunde an. Den sportlichen Wert schätzt Götz heuer aber nicht so hoch ein. Es gehe eher darum, mal gegen andere Gegner als aus der eigenen Trainingsgruppe zu spielen. Die Jugendlichen des SVH nehmen nicht an der Übergangssaison teil, kommen aber trotzdem zum Spielen. „Die Jugendleiter der umliegenden Vereine organisieren einen eigenen Spielbetrieb“, erzählt Götz.

Denn das Spiel an sich ist den meisten Vereinen mehr wert als der sportliche Erfolg. Vielleicht gelingt ja trotz allem einer Mannschaft aus dem Schongauer Land ein Aufstieg – denn obwohl es sich um eine Übergangssaison handelt, lässt der Bayerische Tennis-Verband eine Hintertür für motivierte Teams offen. Wie der BTV auf seiner Homepage schreibt, will er „seine Möglichkeiten ausschöpfen“, um den Gruppenersten einen Aufstieg zu ermöglichen – zum Beispiel, wenn in der darüberliegenden Liga ein Platz frei ist. Laut Mathes wären dafür die Herren II des TC Peiting ein Kandidat. „Sie sind gut und können vorn mitspielen“, sagt er über die Mannschaft, die in der Bezirksklasse 3 antritt. Der Aufstieg wäre auf jeden Fall einer schöner Lohn, sich dieser ungewöhnlichen Saison gestellt zu haben.

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