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Läufer-Paar aus Peiting ist nicht zu bremsen

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Von: Paul Hopp

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Ausdauersportler Sabine Nagel und Christian Scholz aus Peiting.
Erfolgreiche Ausdauersportler: Sabine Nagel und Christian Scholz. © Privat

Sabine Nagel und Christian Scholz sind Lebensgefährten und teilen die Begeisterung für den Ausdauersport: In den vergangenen Wochen haben die Peitinger Top-Plätze am laufenden Band erreicht - und das auf unterschiedlichem Terrain.

Peiting – Bei seiner Berufswahl hat es Christian Scholz genau richtig gemacht. Denn die Kenntnisse, die er sich als Physiotherapeut angeeignet hat, helfen ihm auch bei seiner großen Leidenschaft: dem Laufen. Dadurch, dass er das Zusammenspiel von Muskeln, Bändern und Sehnen kennt, „habe ich viele Sachen richtig gemacht“. Und nur dadurch kann er überhaupt noch laufen, ist der 51-Jährige überzeugt.

Denn immer wieder muss er gegen Beschwerden ankämpfen. In den zurückliegenden Wochen agierten Scholz und seine Lebensgefährtin, Sabine Nagel (35), allerdings auf einem Level, der schon die Frage aufwirft, ob es für die beiden überhaupt körperliche Grenzen gibt. Reihenweise sammelten sie Spitzenplätze und Medaillen.

Scholz und Nagel mit zahlreichen Top-Plätzen

Ja, sagt Christian Scholz, zuletzt waren es besonders viele Rennen, an denen sie beide teilgenommen hatten. „Aber man belohnt sich damit eben auch für das viele Training in den Monaten davor.“ Als im Frühsommer die Corona-Beschränkungen gelockert wurden und es erste Wettkämpfe gab, da lief es für Scholz noch nicht so wie gewünscht. Bei den 10-Kilometer-Rennen in Augsburg und Aichach war er mit seinen Resultaten und Zeiten um die 38 Minuten herum „nicht so zufrieden. „Da hat mir die Wettkampfhärte gefehlt.“ Doch die Tempofestigkeit kam schnell zurück. Vor allem am Berg präsentierte sich der Peitinger in starker Form, war so gut wie immer Sieger in seiner Altersklasse (M50). Beim „Allgäu Panorama Marathon“ in Sonthofen lief er im Hörnerlauf (18,3 Kilometer/1111 Höhenmeter bergauf) mit der Zeit von 1:38:52 Stunden Streckenrekord in seiner Klasse. In der Gesamtwertung wurde der Athlet der LG Allgäu Sechster. Top auch seine Vorstellung wenig später beim „43. Kitzbüheler-Horn-Lauf“: Dort lief der Peitinger die 12,9 Kilometer samt 1234 Höhenmeter in 1:07:26 Stunden. Auf den Zweitplatzierten in seiner Klasse hatte er rund vier Minuten Vorsprung.

Christian Scholz: Team-Gold bei der Berglauf-DM

Seine gute Verfassung bestätigte Scholz danach bei der deutschen Meisterschaft im Berglauf, die heuer am Hörnle über die Bühne ging. In der Einzelwertung holte sich der Peitinger die Bronzemedaille. Damit war er „total zufrieden“. Die 7 Kilometer (mit 640 Höhenmeter) absolvierte er in 39:08 Minuten. Mit Silber, gibt er zu, hatte er geliebäugelt, nachdem er bergauf mit dem späteren Zweiten, Roland Wild (LG Bamberg), gleichauf war. Auf der Bergab-Passage vom Hinteren Hörnle zum Ziel bei der Hörnle-Hütte setzte sich Wild ab. „Irgendwann möchte ich ihn auch mal schlagen“, sagt Scholz mit Blick auf den Kontrahenten. In der Teamwertung gewann der Peitinger im Trikot der LG Allgäu Gold: Mit Thomas Blum (41:35) und Theo Feneberg (42:36) ließ er in der M50/55-Klasse vier Mannschaften hinter sich.

Top drauf: Christian Scholz schaffte beim Hörnerlauf in Sonthofen einen Streckenrekord.
Top drauf: Christian Scholz schaffte beim Hörnerlauf in Sonthofen einen Streckenrekord. © privat

Auf das Siegespodest in Bad Kohlgrub durfte auch Sabine Nagel. Sie lief nach 43:53 Minuten über den Zielstrich, was ihr in der W35-Klasse die Bronzemedaille bescherte. Nagel ist in der Region vor allem als Triathletin im Tri-Team Schongau bekannt. In diesem Jahr hat sie sich eher aufs Laufen konzentriert, auch, weil Triathlon-Wettkämpfe rar waren.

Sabine Nagel: Einzel-Bronze bei DM am Hörle

Nur eine Woche nach der Berglauf-DM waren Scholz und Nagel schon wieder in Aktion: bei der „Grüntenstafette“, einem Mannschaftswettbewerb, in dem jedes von sechs Teammitgliedern eine spezielle Disziplin absolviert. Nagel war im Berglauf gesetzt – und glänzte bei den Frauen mit der drittbesten Zeit. Mit ihrem Mixed-Team wurde sie Dritte. Scholz ging als Schlussläufer seiner Mannschaft ins Rennen. Im 5-Kilometer-Straßenlauf machte er den Sieg seiner Mannschaft bei den „Masters“ perfekt. Insgesamt landeten die Senioren auf dem dritten Rang. „Das gab’s noch nie“, freute sich Scholz, der seine Leistung kritisch bewertete und vielmehr die Kollegen lobte: „Die Teamkollegen waren unglaublich.“

Feine Leistung: Sabine Nagel bei der Berglauf-DM am Hörnle – sie holte Bronze in ihrer Klasse.
Feine Leistung: Sabine Nagel bei der Berglauf-DM am Hörnle – sie holte Bronze in ihrer Klasse. © Martin Doll

Keine 24 Stunden später lieferte Scholz einen formidablen Auftritt ab: Bei der bayerischen Meisterschaft im Halbmarathon in Augsburg gewann er in überlegener Manier die Goldmedaille in der M50-Klasse. Für die 21,1 Kilometer benötigte er nur 1:22:16 Stunden. „Das war total super“, so der 51-Jährige. Wegen der Konzentration auf die verschiedenen Bergläufe „hatte ich davor wochenlang nicht auf flacher Strecke trainiert“. Von seinem persönlichen Rekord (1:20:52) war er auch nicht allzu weit entfernt. Die Titelkämpfe, obwohl nur einen Tag nach der „Grüntenstafette“, wollte er sich auf keinen Fall entgehen lassen. Halbmarathon „ist eine meiner Lieblingsdisziplinen“. Obendrein habe er über die Jahre gelernt, „klüger zu laufen“. Auf der Strecke in Augsburg teilte er sich die Kräfte optimal ein. In der Gesamtwertung landete er auf dem beachtlichen 23. Platz unter 180 Teilnehmern.

Nagel verzichtete auf die Meisterschaft. Gemeinsam waren die beiden Ausdauersportler wieder beim „König-Ludwig-Trail“ am Start. Nagel überzeugte auf der 10-Kilometer-Distanz als Gesamtvierte (46:41) und als Zweite der W-30-Klasse. Scholz glänzte als Gesamtzweiter (40:19) und Sieger der M50. Dabei ließ er es sich nicht nehmen, seine nagelneuen Carbon-Laufschuhe zu benutzen, obwohl die für dieses Cross-Terrain gar nicht gemacht sind, sondern eher für den Straßenlauf. „Ich war aber einfach heiß drauf, sie zu benutzen“, sagt Scholz fast entschuldigend. Das Schuhwerk kommt seinem Laufstil und seinen Körpermaßen entgegen – er schwärmt regelrecht davon. Als Motivation braucht er die Treter aber nicht, denn für Scholz gilt: „Ich finde Laufen einfach toll.“ Die Ergebnisse beweisen es.

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