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Laufen in grandioser Landschaft: Maria Koller beim Madeira-Skyrace.

Traillauf mit Kletterpartie: Maria Kollers Triumph auf Madeira

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Vormittags steht Maria Koller vor Drittklässlern in Böbing. Ansonsten ist sie fast immer in Bewegung. Auf Madeira feierte die Trailläuferin einen historischen Sieg.

Böbing – Die Freude bei Maria Koller ist auch Tage nach dem Wettkampf noch riesig. „Es ist sensationell“, sagt die 29-Jährige. Als erste Deutsche hat Koller, die aus Lam im Bayerischen Wald stammt, das „Madeira Skyrace“ gewonnen. 55 Kilometer mit 4100 Höhenmetern galt es dabei zu absolvieren – Kletterpassagen bis Schwierigkeitsgrad zwei und eine Flussdurchquerung inklusive. Koller schaffte die Strecke in 7:20:06 Stunden. Im Ziel hatte sie als Gesamtzwölfte unter über 200 Frauen und Männern 2:40 Minuten Vorsprung auf die russische Topläuferin Ekaterina Mityaeva und knapp 14 Minuten auf die Spanierin Ester Casajuana. Für Koller war es der erste Start bei einem Rennen der „Skyrunner World Series“. Und es werden sicher weitere folgen. „Es sind super-schöne Veranstaltungen“, sagt sie.

Die Oberpfälzerin lebt das zweite Jahr in der Region. Koller wohnt in Uffing und unterrichtet an der Grundschule in Böbing die Schüler der dritten Klasse. Für sie ist das Oberland „die zweite Heimat“, wie sie sagt. Sie fühle sich in der Region wie im Paradies, und die Schüler seien auch sehr nett, sagt sie mit einem Lächeln. Dass sie nach Oberbayern versetzt wurde, sei prinzipiell ihr Wunsch gewesen. Da eine Tante von ihr in Garmisch-Partenkirchen lebt, „war ich früher schon sehr oft hier“. Über kurz oder lang will Koller, die sich als sehr heimatverbunden bezeichnet, aber wieder zurück in den Bayerischen Wald. Die 29-Jährige ist ledig. Ein künftiger Mann müsse „zumindest sportbegeistert“ sein, um Kollers Passion nachvollziehen zu können.

Maria Koller startete das erste Mal auf Madeira

„Annähernd jeden Tag“ trainiert sie. Für sie ist es das perfekte Mittel, um vom Alltag abzuschalten. Dabei steht neben dem Laufen auch alternative Bewegung wie Radfahren (Mountainbike/Rennrad) auf dem Programm. Im vergangenen Winter war Koller viel beim Skilanglaufen unterwegs und unternahm Skitouren. „Ich bin fit aus dem Winter herausgekommen“, sagt sie. Das reine Lauftraining verlief zuletzt eher auf Sparflamme. Im vergangenen Jahr war Koller durch einen Kahnbeinbruch im Fuß lange außer Gefecht gesetzt. In diesem Frühjahr bereitete ihr eine Entzündung im Fuß heftige Probleme. In den vier Wochen vor dem Wettkampf auf Madeira „war ich gar nicht laufen“.

Für sie war’s letztlich „ein Pokerspiel, ob ich überhaupt durchkomme“. Angesichts der ungünstigen Voraussetzungen machte sich Koller keinen Druck, ging locker an das Rennen auf der portugiesischen Insel heran. „Und das war vielleicht ganz gut“, so Koller. „Ganz unbeschwert“ sei sie die Monstertour angegangen. Die Oberpfälzerin, die 2016 bei der Berglauf-WM in Slowenien den 21. Platz belegte, konnte sogar die Aussicht genießen. Von Santana ging es nach dem Start, der in aller Hergottsfrühe im Dunklen stattfand, ständig bergauf in Richtung des 1861 Meter hohen Pico Ruivo. Beim Weg dort hinaus blickte Koller auf ein regelrechtes Nebelmeer herab, „es war ein gigantischer Anblick“.

Böbingerin wusste während des Laufes gar nicht, auf welchem Platz sie ist

Wie sie selbst im Rennen lag und wo sich etwaige Konkurrentinnen befanden, wusste sie nicht. Kurz vor dem höchsten Punkt fragte Koller einen Streckenposten, wie viele Frauen vor ihr vorbeigekommen seien. Der Helfer deutete auf eine vor ihr laufende Frau, die Spanierin Casajuana. Schon bald danach holte sich die Deutsche die Führung und baute sie bis zum Schluss auf gut zweieinhalb Minuten aus. „Ich musste ziemlich kämpfen“, sagt Koller. Doch genau das liegt ihr: „Ich bin eine Kämpferin.“ Koller habe es sich „nie erträumen“ lassen, dass sie bei dem Skyrace ganz vorn würde landen können. Bei den Rennen treten die Weltbesten an, „und ich komme da aus dem Bayerischen Wald....“, sagt Koller.

An diesem Wochenende steigt in der Gegend um Grainau der Zugspitz-Ultratrail. Eine Veranstaltung, bei der Koller 2017 auf dem Base-Trail (39 Kilometer/1985 Höhenmeter) die Gesamtwertung gewonnen hat. Heuer verzichtet sie auf einen Start, da sie das Rennen auf Madeira „noch nicht zu hundert Prozent verdaut“ habe. Im Vordergrund steht jetzt, sich „gut zu regenerieren“. Zwei Wettbewerbe der „Skyrunner World Series“ hat Koller für heuer noch ins Auge gefasst: in Tromsö/Norwegen (3. August) und in Limone sul Garda/Italien (Oktober).

Auch sie haben sportlich Großes erreicht:

Der Raistinger Trailrunner Florian Probst hat beim Trailrun-Festival in Innsbruck ein absolutes Top-Ergebnis erreicht.

Franca und Simon Henseleit aus Steingaden haben bei den Triathlon-EM überzeugt – und gleich mehrere Ziele erreicht.

Die Klippenspringerin Iris Schmdibauer hat beim Wettkampf in Thun ihre Bestleistung erneut nach oben geschraubt - und einen ganz speziellen Sieg gefeiert.

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