Triathlet Simon Henseleit (rechts) bei der Sprint-DM im Rahmen der Finals 2021 im Laufen.
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Da war er noch voll dabei: Triathlet Simon Henseleit (rechts) kurz nach dem Wechsel auf die Laufstrecke.

FINALS 2021

Die Leiden des Simon Henseleit bei der Triathlon-DM

  • Paul Hopp
    vonPaul Hopp
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Bei den „Finals 2021“ waren mehrere Athleten aus dem Landkreis dabei, und zwar im Triathlon (Simon Henseleit), in der Leichtathletik (Johannes Trefz und Andreas Kölbl) und im Reiten (Maximilian Lill). Wir haben einen Überblick über ihr Abschneiden.

Simon Henseleit: Am Ende des Radsplits wollte Simon Henseleit absolut kein Risiko eingehen. Der Weg zur Wechselzone im Hanns-Braun-Stadion hatte sich am Tag davor bei der Triathlon-DM der Frauen als ziemlich knifflig erwiesen. Aufgrund einiger Stufen kam es im Pulk zu Stürzen und Kollisionen. Henseleit trat energisch in die Pedale, setzte sich an die Spitze der Führungsgruppe und erreichte so ohne Probleme seinen Platz, an dem er sein Rad abstellen und die Laufschuhe anziehen musste.

Die Top-Position hatte er aber nur kurz inne, denn die Konkurrenz im Elitefeld der Männer erwies sich letztlich als zu stark. In der Gesamtwertung der internationalen deutschen Meisterschaft im Sprint belegte Henseleit in Berlin den 14. Platz. Die 750 Meter Schwimmen (im Wannsee), 20 Kilometer Radfahren und 5 Kilometer Laufen absolvierte der Kaderathlet in 51:48 Minuten. Im Feld der 90 Starter war er elftbester Deutscher. Er selbst war nicht zufrieden: „Ein gebrauchter Tag vom Start weg“, teilte er unmittelbar nach dem Rennen auf der Plattform „Instagram“ mit. „Ich habe mich komplett leer gefühlt, habe alles versucht und gegeben – viel herausgekommen ist nicht.“

Simon Henseleit geht als Erster in die zweite Wechselzone

Beim Schwimmen hatte sich Henseleit (8:16) gut positioniert. Mit 18 Sekunden Rückstand auf den Führenden, Tim Hellwig, war er an der 25. Stelle aus dem Wasser gekommen. Aufs Rad ging er mit 15 Sekunden Rückstand auf das Führungstrio. Im Verlauf des Rennens kam es zum Zusammenschluss der Verfolgergruppe mit der Spitze. 14 Athleten bildeten nun die erste Gruppe, in der sich auch Henseleit an der Führung beteiligte. Der Vorsprung auf die nächste Gruppe wuchs auf rund 30 Sekunden. Den Radsplit bewältigte Henseleit in 26:13 Minuten, er war damit Zweitschnellster in dieser Disziplin. Beim Laufen konnte der Steingadener mit den Topleuten nicht ganz mithalten, mit 14:59 Minuten (35. Platz) zeigte er aber dennoch eine beachtliche Leistung. „Ich habe es geschafft, einen Platz in den Top-15 abzusichern“, so der Steingadener, der zuletzt im Europacup überzeugte..

Johannes Trefz: Er wollte, er kämpfte – doch so viel Zug, wie Johannes Trefz noch im Halbfinale gezeigt hatte, brachte er im DM-Endlauf über 400 Meter nicht auf die Bahn. Im Kampf um die Medaillen konnte der Weilheimer nicht eingreifen. Zu groß war schon der Rückstand, als es auf die Zielgerade ging. Vorn machten Manuel Sanders (LG Dortmund/45,88), Jean Paul Bredau (SC Potsdam/46,10) und Marvin Schlegel (LAC Chemnitz/46,11) die Podestplätze unter sich aus. Dahinter kämpfte Trefz mit dem Rest um ein anständiges Resultat. Als Fünfter überquerte der Athlet des TSV Gräfelfing nach 47,01 Sekunden die Ziellinie. Gemessen am Auftritt am Samstag im Halbfinale war das ein Rückschritt.

Zumindest Vorlaufsieger: Johannes Trefz im 400-Meter-Lauf.

Im ersten von drei Vorläufen hatte Trefz mit einer Saisonbestleistung von 46,53 Sekunden auf sich aufmerksam gemacht. Der Weilheimer, der am heutigen Montag seinen 29. Geburtstag feiert, war offensiv in das Rennen gegangen und schon bald auf den schräg vor ihm gestarteten Ben Zapka (TSV Bayer Leverkusen) aufgelaufen. Auf der Zielgeraden und im Finish ließ Trefz keinen Zweifel am Sieg aufkommen und qualifizierte sich so direkt fürs Finale. Dort konnte der deutsche 400-Meter-Meister der Jahre 2016, 2017 und 2018 die Leistung nicht wiederholen.

Andreas Kölbl: Andreas Kölbl war schneller als alle anderen – und das war ein Nachteil. 0,096 Sekunden nach dem Startschuss war der Leichtathlet des TSV Penzberg im 400-Meter-Hürden-Halbfinale losgelaufen. Die Elektronik wertete das als Fehlstart. Höchstens erlaubt sind 0,1 Sekunden Reaktionszeit. Immerhin: Kölbl erhielt vom Kampfgericht nur die gelbe Karte, er durfte also nochmal ran. Verstehen konnte er es nicht: „Ich bin quasi kleben geblieben und kam viel schlechter aus dem Startblock als die anderen“, berichtete der Sindelsdorfer. Der zweite Start glückte Kölbl – weniger glücklich war er im Ziel.

Anders als 2020 verpasste er heuer bei der DM den Einzug in den Endlauf. Mit der Zeit von 53,48 Sekunden war er in der Gesamtwertung der zwei Halbfinals um 0,72 Sekunden zu langsam. „Meine Beine fühlten sich heute richtig gut an und ich konnte richtig Druck machen“, sagte Andreas Kölbl. „Und genau das war dann auch das Problem.“ Aufgrund seines verbesserten Tempos kam er immer zu nah an die Hürden heran. Dadurch musste er vor jeder Hürde ein klein wenig abbremsen, um beim Absprung den richtigen Abstand zu haben. Das kostete Kraft, die ihm in der zweiten Rennhälfte fehlte. „Ich weiß, dass ich in Topform bin. Ich konnte es leider heute noch nicht in eine neue Bestzeit umsetzen“, sagte er auf der Heimfahrt.

Maximilian Lill: Aus seiner Enttäuschung machte Maximilian Lill keinen Hehl. Seine Stute „D-Cassina“ befand sich nach dem letzten Sprung noch im Galopp, da schloss der 27-Jährige die Augen, presste die Lippen aufeinander und ruckte das Gesicht gen Himmel. Eine Mimik, die ein „Warum ausgerechnet jetzt die Abwürfe?“ symbolisierte.

Verflixter vierter Umlauf: Maximilian Lill verpasste mit der Stute „D-Cassina“ im Springreiten die Medaillenränge.

Als ein Aspirant auf eine Medaille war der Springreiter aus Antdorf in den vierten Umlauf der in Balve ausgetragenen deutschen Meisterschaft gestartet. Fünf Fehlerpunkte hatte Lill, der seit geraumer Zeit im Norden Deutschlands lebt, vor dem letzten Ritt auf dem Konto. Am dritten Hindernis, ausgerechnet dem mit dem Namen „Finals 2021“, fiel eine Stange. Damit waren Lills Medaillenchancen dahin. Dass am zehnten Hindernis noch ein Abwurf hinzu kam, war lediglich noch für die Ergebnisliste ausschlaggebend. Dort tauchte Lill mit „D-Cassina“ auf dem 13. Platz auf. Das Duo kam nach vier Umläufen auf 13 Punkte. Sei’s drum, Lill – zuletzt bei Turnieren in Italien erfolgreich – hat einmal mehr bewiesen, dass er zur erweiterten Spitze der deutschen Springreiter zählt. 2010 (in Aachen) hatte er bei den Junioren DM-Gold gewonnen, 2015 (in Zeiskam) bei den Jungen Reitern DM-Bronze geholt.

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