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Nach Europacup-Debüt: Simon Henseleit „fürs Erste zufrieden“

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Von: Paul Hopp

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Muskelspiele am Strand: Die bayerischen Triathleten (von links) Maximilian Sperl, Anabel Knoll, Sophie Rohr und Simon Henseleit am Tag vor dem Wettkampf in Caorle.
Muskelspiele am Strand: Die bayerischen Triathleten (von links) Maximilian Sperl, Anabel Knoll, Sophie Rohr und Simon Henseleit am Tag vor dem Wettkampf in Caorle, das knapp 60 Kilometer nordöstlich von Venedig gelegen ist. Als das Foto aufgenommen wurde, besichtigte das Quartett der Deutschen Triathlon-Union die Strecke. © privat

Der Triathlon in Caorle (Italien) war sehr stark besetzt. Simon Henseleit absolvierte dort seinen ersten Europacup-Start im Elitefeld. Der Steingadener zog sich auch sehr gut aus der Affäre, wenngleich er beim Schwimmen kurzfristig Schwierigkeiten hatte.

Caorle – Beim Blick auf die Startliste war Simon Henseleit schon klar, dass es im Rennen keine Ruhephasen geben würde. Da das Wettkampf-Programm wegen Corona in den vergangenen Monaten stark ausgedünnt war, hatten sich für den Europacup in Caorle (Italien/Nähe Venedig) zahlreiche Top-Athleten angemeldet. Henseleit (21), der noch nicht über allzu viele Weltranglistenpunkte verfügt, landete zunächst gar auf der Warteliste. Letztlich schaffte es der Steingadener doch ins Feld der 75 Männer. Am Ende des Sprint-Wettbewerbs (750 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren, 5 Kilometer Laufen) hatte er mit der Zeit von 54:16 Minuten einen respektablen 15. Rang erreicht. Es war der erste Auftritt des Kaderathleten bei einem Europacup im Elitefeld.

Mit seinem Resultat ist Simon Henseleit „fürs Erste zufrieden“

Mit der Platzierung sei er „fürs Erste zufrieden“, so Henseleit. „Die Saison ist ja noch jung, und es gibt noch einige Rennen, in denen ich mich beweisen darf.“ Allzu überschwänglich fiel das Fazit aber auch nicht aus. Es war „sicherlich noch kein perfektes Rennen, und vor allem mit einem besseren Schwimmen wäre im Laufen noch mehr möglich gewesen“. Auf den letzten Kilometern „war nicht mehr viel drin in den Beinen“, berichtete der Steingadener unmittelbar nach dem Zieleinlauf. „Allerdings habe ich auch viele Top-Leute hinter mir gelassen.“ Darüber hinaus konnte Henseleit die beste Rad-Zeit (26:09) für sich verbuchen.

Der Wettbewerb begann mit einem Strand-Start, das heißt, die Athleten müssen erst zum Wasser sprinten und springen nicht von einem Steg hinein. Dabei „werden die Karten immer komplett neu gemischt“, so der Kader-Athlet. „Nicht unbedingt die besten Schwimmer landen am Ende ganz vorne.“ Trotz allem geriet Simon Henseleit der Start recht gut, „ich konnte die ersten Meter relativ frei schwimmen“. Auf halbem Weg zur Boje zentrierte sich langsam das Feld, die Schwimmer von links trafen auf seinen Zug, der rechts gestartet war. In der Folge verlor Henseleit einige Plätze und befand sich „mitten im Gedränge und Kampf um Positionen“. Der Wellengang erschwerte es, sich auf die Schwimmtechnik zu konzentrieren. „Ich verlor etwas den Überblick“, berichtete Henseleit. Um die Boje kam er recht gut herum, „fand aber nicht wirklich meinen Rhythmus“. Mit 35 Sekunden Rückstand auf die Spitze stieg Henseleit an der 33. Position (10:24) aus dem Wasser.

Simon Henseleit auf dem Rad der Schnellste

In der Wechselzone machte der Steingadener einige Ränge gut und stellte Kontakt zur insgesamt zweiten Radgruppe mit etwa 25 Athleten her. Innerhalb dieses Feldes arbeitete sich Henseleit nach vorn – eine kräftezehrende Angelegenheit: „Dabei musste ich immer wieder Lücken zufahren, die durch den technisch anspruchsvollen Kurs und die daraus resultierenden vielen Antritte entstanden.“ Durch das hohe Tempo mussten einige Athleten abreißen lassen. In der vierten von sechs Runden hatten Henseleit und 13 weitere Athleten den Kontakt zur sechs Personen umfassenden Top-Gruppe hergestellt. Die 20 Mann arbeiteten gut zusammen, Henseleit musste auch nicht mehr so viel in der Führung fahren wie davor. Der Vorsprung auf die Verfolger – rund 40 Mann – betrug am Ende etwa 55 Sekunden.

Als es zum Laufen ging, merkte Henseleit jedoch schnell, dass er auf den ersten zwei Radrunden „zu viel investieren musste und ich deutlich ,drüber‘ war“. Als Vierter lief er aus der Wechselzone, doch ihm war klar, dass er diesen Rang nicht würde halten können: „Meine Beine fühlten sich zwar noch ganz gut an, aber ich hatte einfach zu viel Laktat aufgebaut und merkte vor allem die Atmung.“ Nach dem ersten Kilometer musste er die meisten direkten Konkurrenten ziehen lassen. Henseleit legte den Fokus auf die Lauftechnik; derweil pendelte er sich auf der 15. Position ein. Von hinten lief niemand mehr auf. Dem Duo mit Alessio Crociani (Italien) und Tyler Smith (Bermudas), das etwa 15 Meter vor ihm lief, kam er auch nicht mehr näher. Henseleit versuchte, die Schrittfrequenz hochzuhalten, „aber es wurde immer härter“. Zum Schluss hin „war es ein ganz schöner Kampf“. Die fünf Kilometer lief er in 15:58 Minuten.

Simon Henseleit in Caorle zweitbester Deutscher

Mit dem 15. Rang sicherte sich Henseleit eigenem Bekunden nach die Qualifikation für den Weltcup. Hinter Jonas Breinlinger (10. Platz/53:53) war er zweitbester von sechs deutschen Athleten. Den Sieg holte sich der Ungar Csongor Lehmann (53:20) vor dem Italiener Michele Sarzilla (53:23) und dem Franzosen Tom Richard (53:28). Letzterer hatte in den vergangenen Jahren im Weltcup schon Top-Ten-Ränge erreicht; unter anderem als Sechster in Cagliari (2018) und als Zehnter in Madrid (2019).

Bei den Frauen siegte in Caorle die Deutsche Lena Meißner (59:14) aus Saarbrücken vor den Französinnen Lea Coninx (59:15) und Emma Lombardi (59:20). Anabel Knoll (59:30) aus Ingolstadt verpasste als Vierte das Podest nur knapp. Sophie Rohr (WSV Bad Tölz) verschluckte beim Radfahren eine Fliege, bekam Atemprobleme und erreichte auf Platz 40 (1:02:56) das Ziel.

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