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Bei einem regulären Eisstockring sitzt das Messgerät – wie hier zu sehen – oben auf. Ist zwischen dem Messwinkel und dem Stahlring ein Spalt, ist der Eisstock irregulär.

Eisstockschießen

Unverständnis bei Stockschützen - Schiedsrichter ziehen Eisstöcke ein

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Große Probleme gab es zuletzt im Eisstockschießen. Zahlreiche Stöcke entsprachen nicht den Regularien. Die Internationale Eisstocksport Föderation hat reagiert.

Landkreis – Der ein oder andere Eisstockschütze rieb sich verwundert die Augen. Denn was sich beim Wettkampf der 2. Bundesliga am ersten Februarwochenende in Buchloe abspielte, war doch nichts Alltägliches für die Sportler. „Es war eine unangemeldete Aktion“, sagt Fabian Rankl, DESV-Schiedsrichterobmann. Dabei wurden zahlreiche Eisstöcke nachträglich konfisziert. „Wir haben bei der Sonder-Kontrolle Unklarheiten festgestellt“, erklärt Rankl. Die Eisstöcke entsprachen nicht den Regularien. Ein Problem, das in den vergangenen Wochen vermehrt auftrat. Im Dezember waren die Schiedsrichter zufällig darauf aufmerksam geworden, dann kontrollierten sie gezielt. Die Internationale Eisstocksport Föderation (IFI) reagiert nun darauf.

Bei den Kontrollen stellten die Schiedsrichter fest, dass die Stahlringe um die Eisstöcke nicht den Regeln entsprachen. Die Rechtwinkligkeit muss unter einer Abweichung von 0,1 Millimetern liegen. Das war bei zahlreichen Eisstöcken nicht der Fall. Die Spieler haben durch eine gewisse Abrundung einen Vorteil. Durch die kegelförmige Abrundung des Stahlrings springt der Eisstock nicht so weit weg, wenn er auf einen anderen trifft. Und er bleibt folglich näher an der Daube liegen. Laut Max Moritz, Leiter der Technischen Prüfstelle der IFI, handelt es sich bei den monierten Stöcken ausschließlich um Schussstöcke.

Vier Hersteller haben irreguläre Eisstöcke verkauft

Dass Eisstöcke entgegen der Regeln aufgebessert werden, ist nicht neu. Nur machten Spieler das früher mit ihrem eigenen Stock. Diesmal stellt sich die Sache aber anders dar. „Wir gehen davon aus, dass es Absicht der Hersteller war“, sagt Moritz. „Weltweit gibt es acht Hersteller, vier davon sind betroffen.“ Die vier Hersteller, die irreguläre Eisstöcke verkauft haben, müssen mit „saftigen Strafen“ rechnen. Die konfiszierten Eisstöcke müssen auf Kosten der Firmen repariert oder den Spielern ersetzt werden. „Zwei Hersteller lassen die Stöcke von einer Fachfirma richten, zwei machen es selber. Das wird natürlich von uns geprüft“, sagt Moritz. Als „naive Frechheit“ bezeichnet er das Vergehen der Hersteller.

Aber er äußert sich auch kritisch über Schiedsrichter, die zu lasch kontrolliert hätten. „Ich bin froh, dass es jetzt aufgekommen ist“, sagt Moritz. „Es wäre immer schlimmer geworden.“ Gespielt wurde mit den irregulären Eisstöcken vor allem in den oberen Ligen. Bessere Spieler können den Vorteil der abgerundeten Stahlringe besser nutzen, erklärt der Leiter der IFI-Prüfstelle.

Bundesligist TSV Peiting hat keine Probleme

Keine Probleme hatte der Erstligist TSV Peiting. Alle Eisstöcke der Peitinger waren nicht zu beanstanden, berichtet Christian Lindner, der beim TSV in verschiedenen Funktionen tätig und auch DESV-Präsident ist. Der Hersteller, von dem der TSV seine Stöcke bezieht, hatte keine irregulären Stöcke produziert. Anders stellt sich die Lage beim EC Antdorf dar, der kürzlich aus der 2. Liga abgestiegen war. „Die Stöcke unserer ganzen Mannschaft wurden konfisziert“, sagt EC- Stockschütze Martin Luidl.

Bei ihm wirft das mehrere Fragen auf. Luidl hatte im Vorhinein des Wettkampfs seinen Eisstock sowohl vom Hersteller als auch vom Kreisschiedsrichter überprüfen lassen. Beide versicherten ihm, dass alles in Ordnung sei. Dennoch wurde sein Stock eingezogen. „Das ist für mich nicht nachvollziehbar“, sagt er. Zudem bezweifelt der Antdorfer die Genauigkeit der Messmittel und vermutet, dass nicht alle Hersteller gleich behandelt worden sind. Luidl fordert eine Gleichheit der Prüfungen. Er befürchtet, dass in den unteren Ligen weniger kontrolliert wird. „Was nützt es“, sagt Luidl, „wenn ich nächstes Jahr gegen einen Aufsteiger spiele, der den Stock spielt, der mir abgenommen wurde?“

Nun liegt der Fokus bei den Stockschützen auf der Weltmeisterschaft in Regen, bei der auch der TSV Peiting vertreten sein wird. Ulrike Lachenmayer präsentierte sich schon zuletzt in blendender Form. Sie erweiterte ihre Medaillensammlung.

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