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Fußballtraining im Freien wieder erlaubt - Vereine blicken vorsichtig auf Trainingsbeginn

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Von: Katrin Kleinschmidt, Phillip Plesch

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Solche Bilder gibt’s noch lange nicht zu sehen: Derzeit dürfen nur Kleingruppen mit maximal fünf Menschen gemeinsam trainieren – und sie müssen 1,50 Meter Abstand halten. Das Foto entstand im November bei der Kreisliga-Partie zwischen Peiting (in Rot) und Bernbeuren.
Solche Bilder gibt’s noch lange nicht zu sehen: Derzeit dürfen nur Kleingruppen mit maximal fünf Menschen gemeinsam trainieren – und sie müssen 1,50 Meter Abstand halten. Das Foto entstand im November bei der Kreisliga-Partie zwischen Peiting (in Rot) und Bernbeuren. © Halmel

Seit Montag ist Fußballtraining wieder erlaubt. Dafür müssen allerdings zahlreiche Auflagen eingehalten werden. Die Vereinsvertreter im Landkreis sind vorsichtig.

Landkreis – Die Nachricht kam ziemlich überraschend. Mit der Freigabe für Individualsportarten im Freien am vergangenen Montag wurde auch das Fußballtraining in Bayern wieder erlaubt. Die einzelnen Kommunen dürfen jedoch über die Öffnung der Sportplätze entscheiden und bei den Trainingseinheiten mussten zahlreiche Auflagen beachtet werden. Die Fußballvereine im Landkreis gehen daher erst einmal mit Vorsicht an die Sache heran.

„Wir müssen Geduld haben“, sagt Uwe Enzmann, Fußballchef beim TSV Peiting. Vorschnell zu handeln, bringe seiner Meinung nach nichts. Die Peitinger Fußballer wollen sich daher zunächst mit dem Hauptverein und dann mit der Gemeinde unterhalten. Dazu nutzte Enzmann die Gemeinderatssitzung am Dienstagabend. Denn dem Fußball-Abteilungsleiter geht es auch darum, andere Sparten wie die Leichtathleten nicht einfach zu übergehen. In Peiting ist daher klar: Diese Woche wird nicht auf dem Platz trainiert.

Manch einer will gar nicht trainieren

Ähnlich sieht die Lage beim TSV Schongau aus. Auch hier läuft die Kommunikation zunächst zwischen Hauptverein und Stadt. Erst danach setzen sich die Fußballer intern zusammen und entscheiden, wann und wo wieder trainiert werde. „Das muss man sich gut überlegen“, sagt Abteilungsleiter Hannes Waldmann. Er ist sich unsicher, ob es nicht zu früh sei. „Wir haben schließlich eine Verantwortung“, sagt Waldmann.

In Bernbeuren hingegen wurde die erste Hürde schon genommen. Bereits am Montag hatte die Gemeinde den Sportplatz auf Nachfrage des Vereins wieder freigegeben. Am Dienstagabend sollte für das erste Männerteam testweise ein Training auf dem Platz stattfinden. Zunächst waren die Fußballer aber groß in der Diskussion, berichtet Felix Lindauer, Abteilungsleiter beim TSV Bernbeuren. Während manche Spieler der Männermannschaft ein Training „cool“ finden würden, äußerten andere Bedenken.

Können Auflagen eingehalten werden?

„Macht es überhaupt Sinn, vier Monate bis zum Saisonstart im September zu trainieren?“, stellt Lindauer als Frage in den Raum. Da auch keine Testspiele ausgemacht werden können. Die Frage nach dem Sinn stellen sich auch Enzmann und Waldmann. „Unsere Spieler trainieren jetzt auch, wenn auch individuell“, sagt Enzmann. „Vielleicht ist es besser, auf dem Level jetzt weiterzutrainieren, bis dann vielleicht noch mehr gelockert wird.“ Sollte wieder auf dem Platz trainiert werden, müssten die Trainer in jedem Fall kreativ sein.

Waldmann gibt außerdem zu bedenken, dass beispielsweise die Auflagen zur getrennten Anreise nicht so ganz einfach umzusetzen seien. „Das stellen sich die BFV-Verantwortlichen zu einfach vor“, sagt er. Auch Lindauer hält es für fragwürdig, dass alle Richtlinien zu hundert Prozent durchführbar sind.

Einig sind sich die Vereinsvertreter darin, im Falle des Trainingsstarts erst einmal mit den Herrenteams zu beginnen und das Thema Jugendfußball mit Vorsicht anzugehen. Doch bis es so weit ist, gibt es noch zahlreiche Fragen zu beantworten.

Die Lage in den einzelnen Kommunen

Für das Fußballtraining braucht es neben einem Ball und speziellen Schuhen auch einen entsprechenden Platz. Da die Sportstätten zuletzt gesperrt waren, muss nun jeweils vor Ort geklärt werden, ob sie für das Training überhaupt wieder freigegeben werden. Und da gibt es verschiedene Situationen – aber zumeist das gleiche Ergebnis.
In Denklingen sind die Sportanlagen beispielsweise im Besitz der Vereine. „Die können sie als Eigentümer auch selbst wieder freigeben“, sagt Geschäftsleiter Johann Hartmann. Ähnlich ist die Situation in Altenstadt, Apfeldorf und Schwabbruck. Auch in Hohenfurch sieht Bürgermeister Guntram Vogelsgesang die Gemeinde nicht in der Pflicht. „Wir haben uns aber trotzdem mit dem Verein ausgetauscht“, sagt er.
Bernbeurens Bürgermeister Karl Schleich gab den Fußballplatz auf Nachfrage des Sportvereins gleich am Montag frei. Auch in Wildsteig, Rott und Rottenbuch können die Mannschaften bereits auf den Platz, sofern sie denn wollen und die Vorschriften einhalten. Ähnlich hält es Schwabsoiens Rathauschef Manfred Schmid. Er musste am Montag noch nicht aktiv werden, aber sobald der TSV bei ihm anklopft, kann er sich vorstellen, die Platzsperre aufzuheben. „Es ist ja richtig, dass die Leute rausgehen und sich bewegen“, sagt er. Wichtig sei nur, dass alle gesetzlichen Vorgaben und Hygieneregeln eingehalten würden. Genauso sieht das auch Hohenpeißenbergs Bürgermeister Thomas Dorsch: „Wenn die Anfrage kommt und alle Regeln eingehalten werden können, sehe ich kein Problem darin, den Fußballplatz freizugeben.“
Auch in allen anderen Gemeinden stehen die Verantwortlichen dem Training positiv gegenüber. Böbings Bürgermeister Peter Erhard hat sich bereits am Samstag mit Wolfgang Kees, Vorsitzender des SC Böbing, getroffen, um ein Konzept zu erarbeiten, mit dem alle Schutzmaßnahmen umgesetzt werden können. Solange daran gearbeitet wird, bleibt das Training ausgesetzt. „Ein Schnellschuss bringt da gar nichts“, ist Erhard überzeugt. In Steingaden ist der Platz ebenfalls nicht sofort freigegeben worden. Der Verein wurde gebeten, ein Konzept vorzulegen, wie die Vorgaben eingehalten werden können.
In Lechbruck war der Fußballplatz am Dienstag noch gesperrt. In Ingenried ebenfalls. Dort haben sich Gemeinde und Fußballer abgestimmt – aufgrund der vielen Vorgaben verzichten die Sportler auf das Training. „Deshalb bleibt der Platz bis auf Weiteres gesperrt“, sagt Bürgermeister Georg Saur.
In Prem, Burggen und Reichling konnte Anfang der Woche noch keine Auskunft zur Sportplatz-Situation gegeben werden. In Kinsau fand am Dienstagabend eine Besprechung zwischen Gemeinde und Sportverein statt.

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