Ein Mann und sein Motorrad: Auf der hügeligen Piste im Hinterland der Algarve kam Schrötter von Training zu Training besser zurecht. Im Rennen wurde er Zwölfter.
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Ein Mann und sein Motorrad: Auf der hügeligen Piste im Hinterland der Algarve kam Schrötter von Training zu Training besser zurecht. Im Rennen wurde er Zwölfter.

MOTORSPORT

Versöhnlicher Abschluss - Marcel Schrötter wird in Portimao Zwölfter und beendet Saison als WM-Neunter

  • Phillip Plesch
    vonPhillip Plesch
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Das letzte Saisonrennen war ein Spiegelbild für viele Rennen von Marcel Schrötter in diesem Jahr. Am Ende wurde er Zwölfter.

Vilgertshofen – Das letzte Rennwochenende in der Moto2 fasste relativ gut den gesamten Saisonverlauf von Marcel Schrötter zusammen: schwaches Qualifying, guter Start, solides Rennen ohne große Höhepunkte. Beim Finale im portugiesischen Portimao landete der Vilgertshofener letztendlich auf Platz zwölf. Durch die vier weiteren Punkte kam er in der Endabrechnung auf 81 Zähler und landete auf Platz neun der WM-Gesamtwertung. Ein versöhnliches Ende für den 27-Jährigen einer durch Corona ungewöhnlichen Saison.

„Ich denke, mit diesem zwölften Platz können wir einigermaßen zufrieden sein“, bilanzierte Schrötter nach Rennende. „Es ist uns wieder einmal Schadensbegrenzung gelungen, denn von dort hinten, wo wir gestartet sind, nach vorne zu fahren, ist aufgrund aller Umstände, die hier zusammengekommen sind, bestimmt nicht einfach.“

Turbulente Anfangsphase

Das große Problem des Wochenendes lag wie so oft dieses Jahr im Qualifying. Über Startplatz 21 kam Schrötter nicht hinaus. „Ehrlich gesagt, könnte ich vor Wut platzen“, schimpfte der Vilgertshofener am Samstag. Als er gerade mit vielversprechenden Zwischenzeiten auf seiner schnellen Runde unterwegs war, blockierte ihm ein langsam fahrender Kollege den Weg. Eine gute Rundenzeit war damit gestorben.

Wie so oft in dieser Saison legte Schrötter auch auf dem Autódromo Internacional do Algarve einen hervorragenden Start ins Rennen hin. Bis auf Platz 15 spülte es ihn in der ersten Runde nach vorne. Turbulent verlief für den Kalex-Piloten die Anfangsphase. Immer wieder fand er sich in engen Zweikämpfen wieder. Mal ging es einen Platz nach vorne, mal drei zurück. Brenzlig wurde es in der zweiten Runde. „Ich habe mich schon am Boden liegen sehen“, schilderte Schrötter. Er hatte versucht, Jorge Navarro zu überholen. Der Spanier machte die Tür jedoch knallhart zu. „Seine Aktion war aber okay, weil er ja vor mir war.“

Schrötters Rhythmus war dahin. „Beim Aufholen habe ich viel riskieren müssen. Dabei haben meine Reifen ziemlich gelitten“, berichtete er. Vor allem im letzten Renndrittel waren weitere Überholmanöver so kaum möglich. Schrötter profitierte noch von Stürzen vor ihm liegender Fahrer und machte so ein paar Plätze gut. Weiter als Platz zwölf ging es aber das gesamte Rennen nicht nach vorn.

Spannung im Kampf um den WM-Titel

Seinen Teamkollegen bei „Liqui Moly Intact GP“ hielt er dennoch in Schach. Der Schweizer Thomas Lüthi verpasste als 16. die Punkteränge. Auch in der Gesamtwertung musste sich der 34-Jährige (71 Punkte) zwei Plätze hinter Schrötter einsortieren.

Spannend bis in die Schlussrunde blieb der Kampf um den WM-Titel. Platz fünf in Portimao reichte schließlich dem Italiener Enea Bastianini, um sich zum Champion der zweithöchsten Motorradklasse zu krönen. Er lag mit 205 Punkten vor seinem Landsmann Luca Marini (196) und dem Briten Sam Lowes (196). Den Tagessieg sicherte sich der Australier Remy Gardner. Es war sein erster Erfolg in der Moto2.

Zur Ruhe kommen die Fahrer nun zunächst aber nicht. Im spanischen Jerez stehen in wenigen Tagen bereits die ersten Testfahrten für die nächste Saison an. Dabei wird Schrötter auch erstmals mit seiner neuen Crew zusammenarbeiten.

Moto2 in Portimao

1. Gardner (Australien) Kalex 39:35,476 Minuten, 2. Marini (Italien) Kalex 1,609 Sekunden zurück, 3. Lowes (Großbritannien) Kalex 3,813, 4. Bezzecchi (Italien) Kalex 8,437, 5. Bastianini (Italien) Kalex 8,646, 6. Martin (Spanien) Kalex 8,899, 7. Roberts (USA) Kalex 8,956, 8. Augusto Fernandez (Spanien) Kalex 9,568, 9. Baldassarri (Italien) Kalex 10,367, 10. Vierge (Spanien) Kalex 11,084, ... 12. Schrötter (Vilgertshofen) Kalex 16,864.

Endstand der Fahrerwertung

1. Bastianini 205 Punkte, 2. Marini 196, 3. Lowes 196, 4. Bezzecchi 184, 5. Martin 160, ... 9. Schrötter 81.

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