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Im Anflug ist hier Gerhard Wagner. Der Organisator des Weltcups in Herzogsägmühle übernimmt auch die Rolle als Vorspringer.

Weltcup: Fallschirmspringer landen in Herzogsägmühle - ihr Ziel ist zwei Zentimeter groß

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Die Elite der Fallschirm-Zielspringer kommt nach Herzogsägmühle. Neben den Sportlern lässt sich auch Veranstalter Gerhard Wagner aus 1000 Metern Höhe fallen.

Herzogsägmühle – Der Himmel über Herzogsägmühle wird in den kommenden Tagen nicht nur von Sonne, einem satten Blau und der ein oder anderen Wolke beherrscht. Von Freitag, 19. Juli, bis Sonntag, 21. Juli, ist er obendrein fest in der Hand der Fallschirmspringer. Die Elite im Zielspringen macht sich in den Peitinger Ortsteil auf, um zum Deutschen Wettkampf im Rahmen der „Parachute Worldcup Series“ anzutreten. Dafür laufen seit gestrigem Dienstag die Vorbereitungen auf Hochtouren. Stromkabel verlegen, Hütten errichten, Zielmatte aufbauen. Es gibt viel zu tun für Veranstalter Gerhard Wagner und sein Team. „Ohne die Unterstützung der Diakonie Herzogsägmühle und der vielen Helfer ginge das nicht“, gibt Wagner zu.

Zur Weltelite gehört auch Lokalmatador Stefan Wiesner

Bereits zum sechsten Mal ist Peiting eine der sechs Stationen im Weltcup, den Wagner einst mitgegründet hat. An dem nehmen mittlerweile jedes Jahr 30 bis 40 Teams aus bis zu 30 Nationen teil. In Peiting seien „amtierende Welt- und Europameister“ am Start, kündigt Wagner an. Einer der Favoriten ist ein Lokalmatador. Wagner rechnet Stefan Wiesner von der Sportfördergruppe der Bundeswehr in Altenstadt hohe Chancen aus. „Das ist ein absoluter Weltklasse-Springer.“

Ein solcher war auch Wagner. Der 56-Jährige war Weltmeister, Europameister, Bundestrainer. Und auch heute noch startet er bei Wettkämpfen. Beim Weltcup in Herzogsägmühle steigt Wagner ebenfalls in den Helikopter. Als sogenannter Windspringer übernimmt er den ersten Absprung am Morgen. Anhand seines Fluges und der Landung können die Sportler die Winde einschätzen. Das dient ihnen zur Orientierung. Bevor Wagner selbst springt, wirft er allerdings einen beschwerten Papierstreifen aus dem Helikopter. „Je nachdem, wo der landet, weiß ich dann, wie die Winde sind“, sagt Wagner. „Und dadurch kann ich meinen Absetzpunkt festlegen.“

Das Ziel der Weltcup-Athleten ist zwei Zentimeter groß

Die Weltcup-Athleten sind aber nicht verpflichtet, vom gleichen Punkt aus zu springen. „Jede Mannschaft ist für ihren Absetzpunkt selbst verantwortlich.“ Zudem können sich die Winde im Laufe des Wettkampfs – der beginnt am Freitag um 8.30 Uhr – verändern. Das erkennen die Sportler daran, wie die Mannschaft vor ihnen geflogen und gelandet ist.

Das Ziel ist für alle das gleiche: ein zwei Zentimeter großer Punkt in der Mitte einer Matte. Aus 1000 Metern Höhe versuchen die Springer, diesen ganz genau zu treffen. Eine elektronische Messscheibe misst die Abweichung im Radius von 16 Zentimetern. Das Team, dessen Springer nach den Sprüngen die kleinste Abweichung hat, gewinnt.

Insgesamt sind acht Durchgänge geplant – dafür ist bis Sonntag, 15 Uhr, Zeit. Ob’s klappt, hängt am Wetter. „Bisher ist die Prognose sehr gut“, sagt Wagner.

Er rechnet am heutigen Mittwoch damit, dass die ersten Springer anreisen. Am morgigen Donnerstag, 18. Juli, können Interessierte Rundflüge mit dem Helikopter unternehmen – und dabei nicht nur den Ausblick genießen, sondern sich auch ein bisschen in die Sportler hineinfühlen. Die setzen am nächsten Morgen zum ersten Zielsprung aus 1000 Metern Höhe an.

Das Programm

Für Besucher und Sportler stehen Essens- und Getränkestände auf dem Gelände bereit..

Donnerstag, 18. Juli:9-13 Uhr: Rundflüge mit dem Helikopter, keine Anmeldung nötig. Freitag, 19. Juli:8.30-20 Uhr: Wettkampf.Samstag, 20. Juli: 8-20 Uhr: Wettkampf, ab 20 Uhr: geselliger Abend mit Musik. Sonntag, 21. Juli: ab 8 Uhr Wettkampf – bis maximal 15 Uhr, gegen 15 Uhr: Siegerehrung.

Zum Thema:

Fallschirmspringer-Legende Gerhard Wagner: Conan, der Springer.

Stefan Wiesner wird zur Legende.

Elischa Weber fliegt zu zwei WM-Titeln.

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