Wie geht es für Matthias Holderried weiter? Die Bundesligasaison wurde abgesagt.
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Wie geht es für Matthias Holderried weiter? Die Bundesligasaison wurde abgesagt.

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Wettkampfloser Winter für die Top-Ligen - Schützenbund sagt 1. und 2. Bundesliga für Luftgewehr und Luftpistole ab

  • vonChristian Heinrich
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Auf die Top-Schützen im Landkreis wartet ein schwieriger Winter, denn Saison der 1. und 2. Bundesliga wurde abgesagt.

Landkreis – Vorigen Montagabend war Matthias Holderried auf einmal beschäftigungslos für die neue Saison. Der Ligaausschuss des Deutschen Schützenbundes (DSB) hatte angesichts der Corona-Pandemie die komplette Runde sowohl in der 1. als auch in der 2. Bundesliga für Luftgewehr und Luftpistole abgesagt.

„Es ist besser so“, kommentierte der Pistolenschütze aus Tannenberg, der für den SV Waldkirch in der ersten Liga antritt, die Entscheidung. Unterstützung bekam er von Thomas Flakus. „Es ist die einzige konsequente Lösung“, sagte der Teamsprecher des SV Raisting. „Wir befinden uns mitten und nicht im Endstadium einer Pandemie.“

Vereinsvertreter einig: richtige Entscheidung

Flakus teilt die Einschätzung der Verantwortlichen, die nach Auswärtsfahrten längere Quarantänen befürchteten. Probleme wären auf die Mannschaften auch durch die Einreisebeschränkungen in Europa zugekommen. Bei vielen ausländischen Schützen, die in der Bundesliga antreten, hätte sich von Wettkampf zu Wettkampf die Frage neu gestellt, ob sie überhaupt mitwirken dürfen. Allerdings kam für Flakus die Entscheidung des DSB zwei Wochen vor dem Saisonstart in der Luftgewehr-Bundesliga fast schon zu spät: „Es ist höchste Eisenbahn geworden.“

Das sieht Maximilian Ulbrich ähnlich. Der Teamsprecher der FSG Dießen spricht von erheblichen Zweifeln, mit denen die Bundesligisten aus dem Süden in die neue Saison gegangen wären. „Wir wussten nicht wie, wann und was“, räumt er ein. In Dießen fragte man sich, wer die Haftung übernimmt, wenn einer der Schützen sich bei einem Wettkampf mit dem Coronavirus ansteckt und dadurch ein Verdienstausfall droht. Nicht definiert war auch, was passiert, wenn eine Mannschaft nicht zum Spieltag anreisen kann, weil ihr Heimatort zum Risikogebiet erklärt worden ist oder ein Schütze plötzlich in Quarantäne muss.

Zu viel Ungewissheit

„Es war nicht geklärt, was ist, wenn eine Mannschaft nicht antreten kann“, betont Thomas Schneider. Der Sprecher der Luftpistolenschützen des SV Peiting sieht die Absage der Saison „mit einem weinenden und einem lachenden Auge“. Zum einen hat der Zweitligist der Runde entgegengefiebert. „Für einen Sportler ist es deshalb immer schade, wenn er sich nicht in einem Wettkampf messen kann.“ Auf der anderen Seite wird das Infektionsrisiko für die Schützen durch die Maßnahme des DSB geringer.

Für Maximilian Ulbrich war es deshalb „die einzig wahre und richtige Entscheidung“, die Saison abzublasen. „In so einer Ausnahmesituation wie jetzt ist das nicht durchzubringen.“ Der Lockdown bedeutet aber auch für die Luftgewehrschützen vom Ammersee eine ziemliche Enttäuschung. Schließlich war die Vorfreude beim Aufsteiger groß, sich mit den Besten des Landes messen zu dürfen. „Wir haben uns darauf gefreut“, gab der Wilzhofener zu. Auch, wenn die Liga ihr besonderes Flair in diesem Jahr nicht gehabt hätte, da keine Zuschauer zu den Wettkämpfen Zutritt bekommen hätten.

Auf- und Abstieg wird ausgesetzt

Konsequenzen hat die Absage der Saison, die der DSB als erster Sportverband in Deutschland beschloss, für kein Team der Bundesliga. Die Zusammensetzung der einzelnen Ligen wird eingefroren. Die nächste Runde startet in derselben Besetzung. Aufsteiger aus den unteren Ligen wird es deshalb keine geben.

„Wir haben Probleme, die wir jetzt lösen können“, stellt Ulbrich fest, dass die Königlich-Privilegierten Zeit gewonnen haben. In den nächsten Monaten können sie weitere Sponsoren suchen und ihre Mannschaft verstärken. In dieser Saison wäre der Kader auf Kante genäht gewesen. Bei einer Einreisebeschränkung für die beiden Ausländer im Team wäre der FSG nicht einmal mehr ein Ersatzschütze zur Verfügung gestanden.

Auch die Raistinger haben jetzt zwölf Monate mehr, um die nötigen Arbeiten an ihrem Kader zu verrichten. Der Zweitligist kann frische Kräfte einbauen, was für den mit Senioren gespickten Kader durchaus notwendig ist. Schließlich werden sie alle wieder ein Jahr älter sein, wenn die neue Saison beginnt. Falls sie dann überhaupt beginnt. „Ich gehe davon aus, dass die Pandemie im neuen Jahr nicht abgeschaltet wird“, warnt Thomas Schneider vor allzu großer Blauäugigkeit.

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