Für die Präparierung der Loipen schaffte sich der Verein ein Schneemobil samt Spurgerät an.
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Lohnende Investition: Für die Präparierung der Loipen schaffte sich der Verein ein Schneemobil samt Spurgerät an. Seitdem verzeichnet der Langlauf in Bernbeuren wieder einen Aufschwung.

SKI NORDISCH

Winterfreuden vor der Haustür

  • vonChristian Heinrich
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Es ist noch gar nicht so lange her, als Ski nordisch beim TSV Bernbeuren keine Zukunft mehr besaß. Zum Glück entschieden sich der Vorsitzende des TSV und die Spartenleitung vor zwei Jahren nicht für eine Beerdigung, sondern für eine Wiederbelebung der Wintersportart.

Bernbeuren – Es ist noch gar nicht so lange her, als Ski nordisch beim TSV Bernbeuren keine Zukunft mehr besaß. „Da wollten wir das ganze Thema eigentlich begraben“, erinnert sich Martin Schmölz an eine schwierige Phase in der Geschichte der Ski-Abteilung. Zum Glück entschieden sich der Vorsitzende des TSV und die Spartenleitung vor zwei Jahren nicht für eine Beerdigung, sondern für eine Wiederbelebung der Wintersportart.

Natürlich musste der Verein dazu auch etwas Geld in die Hand nehmen. Weil sich aber auch die Gemeinde und der örtliche Tourismusverein an den Kosten beteiligten, konnten ein Schneemobil und ein Spurgerät angeschafft werden. Der Mut zum Risiko und die Investitionsfreude zahlten sich aus. „Im letzten und in diesem Jahr ist Langlauf bei uns wieder in Mode gekommen“, macht Schmölz inzwischen einen positiven Trend aus. 2020 hatten sich gleich zehn Interessierte zu einem Anfängerkurs angemeldet.

Rundkurs für alle Altersgruppen attraktiv

Bestärkt durch diesen Zulauf, präparierten Christian Natzeder und Karl Fichtel seit Mitte Januar trotz der Pandemie wieder eine Loipe sowohl für Skater als auch für die Läufer, die den klassischen Stil bevorzugen. „Das kostet viel Zeit“, räumt das TSV-Oberhaupt ein. Bei Neuschnee musste jedes Mal neu gespurt werden. Auf ungefähr dreieinhalb Kilometer führt eine Runde im Norden des Dorfes am Haslacher See vorbei und dann wieder zurück. „Ein, zwei Stunden kann man sich gut beschäftigen“, so Schmölz. Wer nicht ganz so fit war, konnte sich auf einer kleinen Runde am Sportplatz vergnügen. Da der Höhenunterschied insgesamt nur 25 Meter beträgt, ist der Kurs für alle Altersgruppen attraktiv. „Am Sonntag bei gutem Wetter waren einige unterwegs“, beobachtete der Präsident mit Freude. Das Angebot des TSV wurde von den Bürgern gut angenommen.

Dazu trugen auch die drei Einstiegsmöglichkeiten bei. Am Haslacher See, an der Schongauer Straße und am Sportplatz konnten die Sportler ihre Tour beginnen. „Es kam positiv an, dass man nur über die Straße laufen musste und gleich da war“, stellte Schmölz fest. Die unmittelbare Ortsnähe wurde als Anreiz angesehen. Viele Skifahrer nutzten die günstige Lage, um sich nach der Arbeit noch ein bisschen zu bewegen.

Zu Corona-Zeiten wird die Loipe intensiv genutzt

Davon profitierte auch der TSV davon, weil wegen der Corona-Pandemie alle bayerischen Skigebiete geschlossen seit Monaten geschlossen sind. „Viele wollen nicht wegfahren“, hat Schmölz bei den Gesprächen mit seinen Mitbürgern erfahren, „viele kommen wenig raus“. Umso intensiver werden die Möglichkeiten vor Ort genutzt. Weil die Situation in den Nachbargemeinden nicht anders ist, legten auch Rettenbach, Burggen und Lechbruck eigene Loipen an.

Aber nicht nur die Freunde des nordischen Skisports kamen auf ihre Kosten. Der Verein präparierte am Auerberg auch eine ungefähr 100 Meter lange Piste zum Skifahren oder Rodeln. Zwar durfte der eigens eingerichtete Lift nicht betrieben werden, doch vor allem die Eltern von kleinen Kindern erwiesen sich als besonders kreativ und richteten für ihre Sprösslinge einen persönlichen Fahrdienst auf der Straße ein, die neben der Piste vorbeiführt. „Es war cool, das zu sehen“, freute sich Schmölz über den Erfindungsreichtum der Erwachsenen.

Zum Massenbetrieb artete der Skizirkus am Auerberg aber nicht aus. Mehr als fünf Familien auf einmal traf er nie an. Die Resonanz gestaltete sich positiv. „Es gab von vielen ein Dankeschön“, berichtet Schmölz. Allerdings hat das Tauwetter der vergangenen Tage dafür gesorgt, dass mit den Winterfreuden erst einmal Schluss ist. „Vielleicht kommt noch mal was“, hofft der Vorsitzende auf Neuschnee, auch wenn der Frühling sich langsam immer mehr bemerkbar macht. Ski-Enthusiasten gibt es in Bernbeuren mittlerweile ja wieder genug.

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