Skifahrerin Andrea Filser bekam von „Völkl“-Repräsentant Eric Wolf extra für sie gefertigte Skier überreicht.
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Auszeichnung der speziellen Art: Andrea Filser bekam von „Völkl“-Repräsentant Eric Wolf extra für sie gefertigte Skier überreicht.

SKI ALPIN: Andrea Filser hat große Ziele

WM-Medaille als Motivationsspritze

Andrea Filser hat kürzlich von ihrer Skifirma einen ganz besonderen Ski geschenkt bekam. „Bronze Medalist“ steht darauf, in Erinnerung an ihre WM-Medaille. Für Filser ist das Motivation, weiter hart zu arbeiten. Schon bald gibt es ja noch ein größeres Sport-Event.

Wildsteig – Kürzlich sah man Andrea Filser auf ihren Social Media-Kanälen strahlen, als sie von ihrer Skifirma „Völkl“ einen ganz besonderen Ski geschenkt bekam. „Bronze Medalist“ steht darauf, in Erinnerung an ihre sensationelle Medaille mit dem deutschen Team bei der Weltmeisterschaft in Cortina d’Ampezzo im vergangenen Winter. Das Gefühl von damals motiviert die Skirennläuferin vom SV Wildsteig täglich und zeigt ein neues Ziel am Horizont: Olympische Winterspiele 2022 in Peking.

Das bedeutet aber auch: im Sommer viele, viele Stunden ins Training investieren. Und das tut Filser seit dem Frühjahr unermüdlich. Zunächst nutzte sie im März und April noch den verbliebenen Winterschnee für Materialtests, ehe sie bis Mitte Juni vor allem im Konditionsbereich schuftete. Direkt im Anschluss ging es einen Monat lang wieder regelmäßig auf Schnee. Im Juli folgte ein weiterer harter Konditionsblock.

Training in der Skihalle mit Linus Straßer

Und jetzt? Übt die Wildsteigerin seit mehreren Wochen wieder auf Schnee, zuerst in der Skihalle im belgischen Peer, dann wieder am Gletscher im schweizerischen Saas-Fee. Kein Wunder also, dass der Jahresurlaub in der Heimat stattfand. „Ich bin das ganze Jahr so viel unterwegs, dass ich es wirklich zu schätzen weiß, daheim zu sein. Also hab’ ich meine Freizeit Anfang Juni auch dort genossen“, erzählt Filser. Aktuell stehen schon wieder Reisezeiten von sieben bis neun Stunden auf dem Wochenplan. Die nimmt die 28-Jährige aber gern in Kauf. „Das Training in der Skihalle war echt top, die Bedingungen super, die Zusammenarbeit mit unserem Herrenteam extrem wertvoll.“

Endlich wieder auf Schnee: Nach harten Konditions-Einheiten im Juni und Juli ging es für Andrea Filser im August zum Gletschertraining nach Saas-Fee in die Schweiz. Ende Oktober startet die Wildsteigerin in die Weltcup-Saison.

Die Trainingstage in Peer hatten also gleich mehrere Vorteile: Trainingsläufe im direkten Vergleich mit Slalom-Weltcupsieger Linus Strasser zu fahren, ist für die Frauen eine tolle Sache. „Man kann sich wirklich viel abschauen, von der Technik bis zur Linienwahl“, erklärt Filser. Außerdem sind die konstanten Verhältnisse in der Skihalle genau das Richtige, um in Ruhe am Winter-Setup zu arbeiten. „In der Halle hast du jeden Tag die gleiche Sicht, das gleiche Eis. Das ist ideal, um Material, Kurssetzungen und Technik zu testen und weiterzuentwickeln.“ Klar fehlen das Panorama und die frische Luft, dafür seien die Wege kurz. „Statt lange in der Gondel zu sitzen, gehst du einfach nur durch eine Tür“, berichtet Filser lachend.

Trotzdem freut sich die Wildsteigerin auf die Trainingstage in der Schweizer Natur – mit allem, was dazugehört. Natürlich stehen Kälte und Sonnenschein auf der Wunschliste ganz oben. „Es gilt, die Technik zu festigen und möglichst viele Tore zu fahren. Schnelligkeit und Renntraining kommen später“, erklärt Filser. Was die Ergebnisse betrifft, ist das Ziel schon klar: „Ich möchte den Aufschwung vom vergangenen Winter mitnehmen und mich steigern, damit ich in jene Region vorstoßen kann, die zur Olympia-Qualifikation erreicht sein muss.“

Das sind nach den Vorgaben des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) Platzierungen in den Top 15. Um sich dort unter den besten der Welt festzusetzen, wird Andrea Filser nicht müde werden, an ihrer Technik zu feilen und dann mit Blickrichtung auf den Weltcupstart Ende Oktober in Sölden richtig Gas zu geben. Und vielleicht hilft, zumindest im Kopf, auch der neue, ihr allein gewidmete Ski, um die entscheidenden Zehntelsekunden herauszuholen. Text: Kathrin Ebenhoch.

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