Streckenbesichtigung Teil I: Auf dem Fahrrad drehte Marcel Schrötter seine ersten Runden in Portimao.
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Streckenbesichtigung Teil I: Auf dem Fahrrad drehte Marcel Schrötter seine ersten Runden in Portimao.

MOTORSPORT

Zum Saisonfinale auf die Achterbahn - Marcel Schrötter fährt auf ihm unbekannter Strecke um letzte WM-Punkte

  • Phillip Plesch
    vonPhillip Plesch
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Für Marcel Schrötter steht in der Moto2 das Saisonfinale an - auf einer ihm unbekannten Strecke. Im Training gab es die erste Schrecksekunde.

Vilgertshofen/Portimao – Es waren ungewohnte Bilder, die diese Woche von Marcel Schrötter in den sozialen Medien zu sehen waren. Der Moto2-Fahrer war zwar auf einer Rennstrecke unterwegs, saß dabei aber nicht auf seiner Kalex-Maschine. Stattdessen sah man den 27-Jährigen zu Fuß und auf dem Fahrrad. Die Erklärung ist einfach: Schrötter ist noch nie zuvor auf dem Autódromo Internacional do Algarve im portugiesischen Portimao gefahren. Die Strecke kennenzulernen, war erst einmal die oberste Devise. Zum Saisonfinale (Sonntag, 13.20 Uhr) wartet auf den Vilgertshofener also eine besondere Aufgabe.

„Wir müssen wirklich bei null beginnen, da es vor allem auch die Getriebeübersetzung auszutüfteln gilt“, sagt Schrötter. „Die ersten zwei Trainings am Freitag werden aus dieser Sicht unglaublich wichtig sein, um sich als Fahrer erst einmal zurechtzufinden.“ So die Theorie. Die Praxis sah für Schrötter aber anders aus. 20 Minuten vor Ende des ersten Trainings am Freitagvormittag stürzte er in Kurve zwei. Er stand zwar rasch wieder auf, hielt sich aber den rechten Arm. Über Platz 20 kam der 27-Jährige nicht hinaus. Mit einem Verband um den rechten Unterarm ging er das zweite Training an und beendete es nur auf Platz 23.

An Erfolgserlebnis von Valencia anschließen

An seiner Zielsetzung hat sein Sturz nichts geändert. Schrötter möchte diese schwierige Saison ordentlich beenden und am liebsten soweit vorne mitfahren wie vergangenes Wochenende. Beim zweiten Rennen in Valencia verpasste er als Vierter nur knapp sein zweites Podest in dieser Saison.

Streckenbesichtigung Teil II: Zu Fuß schaute sich Schrötter ganz genau die kritischen Punkte an. Gut zu sehen ist, wie steil es teilweise bergauf geht.

Passenderweise wird die Strecke in Portimao als Achterbahn bezeichnet, da es in der hügeligen Landschaft im Hinterland der Algarve-Küste ständig rauf- und runtergeht. Einer Achterbahnfahrt kam nämlich auch die Saison von Marcel Schrötter gleich. Ambitioniert war der Fahrer des Memminger Teams „Liqui Moly Intact GP“ gestartet, fuhr aber abgesehen von wenigen Höhepunkten seinen Zielen hinterher. Beim Saisonfinale hat er die Chance, sich von Platz neun der WM-Gesamtwertung noch zwei Plätze zu verbessern.

Eine Achterbahnfahrt war in dieser infolge von Corona völlig neu geplanten Saison auch die Entscheidung um den WM-Titel. Vier Fahrer haben vor dem letzten Saisonrennen noch Titelchancen. Die beste Ausgangslage hat der Italiener Enea Bastianini, der mit 194 Punkten 14 Zähler vor dem Briten Sam Lowes liegt.

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