Jan Marschalkowski im Mercedes-AMG.
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Ziel erreicht: Gleich in seiner Debüt-Saison in der Rennserie „ADAC GT4 Germany“ raste Jan Marschalkowski im Mercedes-AMG zum Juniorentitel.

Junioren-Sieger in GT4-Rennserie

Auf den Spuren einer Legende: Jan Marschalkowski aus Inning eifert Toni Mang nach – allerdings auf vier Rädern

Jan Marschalkowski eifert Legende Toni Mang nach. Beide kommen aus Inning, beide sind Rennsportler - einer auf zwei, der andere auf vier Rädern.

Inning – Toni Mang ist einer der bekanntesten Motorradfahrer Deutschlands. Der Inninger machte seinen Geburtsort in den 1970er- und 1980er-Jahren gemeinsam mit Schulfreund und Mechaniker Sepp Schlögl weltbekannt. Fünf WM-Titel sicherte sich der heute 71-Jährige in seiner beeindruckenden Karriere. 40 Jahre nach dem Gewinn der ersten Weltmeisterschaft steht der nächste Inninger in den Startlöchern für eine ambitionierte Rennsportkarriere: Der 18-jährige Jan Marschalkowski wurde in seiner Debütsaison Junioren-Sieger in der Rennserie „ADAC GT4 Germany“.

Im Mercedes-AMG seines Teams „Zakspeed“ rast der Inninger über die prestigeträchtigsten Rennstrecken Deutschlands. Auf Kursen wie dem Hockenheimring fahren zu dürfen, ist für ihn „absoluter Wahnsinn“. Im Grundschulalter bekam Marschalkowski seinen ersten Kart. Schon zuvor war er bei einigen Formel-1-Rennen Zuschauer gewesen und hatte „eigentlich jedes Rennen“ im Fernsehen verfolgt.

Kart-Karriere endet mit Gesamtsieg

Was ihn allerdings dazu bewog, selbst Rennfahrer werden zu wollen, war sein Erlebnis bei einem 24-Stunden-Rennen. „Ich war absolut beeindruckt von der Leistung dieser Fahrer und wusste sofort, dass ich das auch machen will“, erinnert sich der Gymnasiast.

Früh war zu erkennen, dass Jan Marschalkowski Talent hat. Er arbeitete sich in den folgenden Jahren sukzessive nach vorne und entwickelte sich weiter, bis er in den Meisterschaften Siegchancen hatte. Das Ende seiner Kartkarriere besiegelte Marschalkowski mit dem Sieg des Kart-Cups.

Erste Tour im Mercedes-AMG vor der ersten Führerschein-Fahrstunde

Auch dank der Hilfe seiner Sponsoren lockten dieses Jahr höhere Geschwindigkeiten, ein eigener GT4-Wagen und eine deutlich erhöhte Medienpräsenz. „Dafür bin ich sehr dankbar und hoffe, dass ich nun noch weitere Rennsportfans auf meine Seite ziehen kann“, sagt der 18-Jährige.

Das erste Mal im AMG sei absolutes Neuland für ihn gewesen. Zumal er zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal mit dem Führerschein angefangen hatte und entsprechend das erste Mal ein richtiges Auto steuerte. „Dafür lief die erste Fahrstunde anschließend ziemlich gut“, ergänzt Marschalkowski lachend. Schon in den ersten Testfahrten merkte er, dass ihm das Auto deutlich besser lag als der kleine Kart.

Ziel Junioren-Champion erreicht: „Grenzenlose Freude“ bei Marschalkowski

Er ging in seine erste Saison in der GT4-Serie mit dem Ziel, Junioren-Champion zu werden. Gemeinsam mit Teamkollege Hendrik Still (33), der im ersten Jahr eine „sehr große Hilfe“ für ihn darstellte, erreichte er auf Anhieb den fünften Platz in der Gesamtwertung – und der Inninger Jungspund gewann dank spektakulärer Rennerfolge tatsächlich den Juniorentitel. „Die Freude war natürlich grenzenlos beim kompletten Team und bei mir. Das war die Genugtuung für eine besondere Saison durch die Corona-Bedingungen“, sagt Jan Marschalkowski.

Den Titel gab‘s für Jan Marschalkowski.

Mehrmals war der Saisonstart nach hinten verschoben worden, weshalb der damals noch 17-Jährige lange auf den ersten echten Einsatz im GT4-Wagen warten musste. „Aber ich wurde in der Corona-Pause perfekt von meinem Team auf alles vorbereitet“, erzählt er. „Zakspeed“ sei das Beste, was ihm passieren konnte.

Auf den Spuren von Christian Danner, Bernd Schneider und René Rast

Das Team, das von 1985 bis 1990 sogar in der Formel 1 Erfahrung sammelte und Fahrer wie RTL-Experte Christian Danner oder die spätere DTM-Legende Bernd Schneider beschäftigte, sei höchstprofessionell und gleichzeitig sehr menschlich mit ihm umgegangen.

Für die kommende Saison hat Marschalkowski neue Ziele. „Die Vorbereitung für den Aufstieg in die ADAC GT Masters geht los“, kündigt er an. Er wolle schnellstmöglich dort einen Platz finden und sich weiterentwickeln. In dieser Serie schaffte unter anderen der dreimalige und aktuelle DTM-Champion René Rast seinen Durchbruch. „Der absolute Traum wäre es, es eines Tages auch in die DTM zu schaffen“, sagt Marschalkowski. „Aber zuerst muss ich mich Schritt für Schritt entwickeln.“

Kleiner Steckbrief: Erster Kart mit acht Jahren

Jan Marschalkowski ist am 3. Dezember 2002 in München geboren. Der frisch gebackene 18-Jährige ist bereits seit dem Kindesalter begeisterter Rennsportfan. Er verfolgte schon in jungen Jahren die Formel 1 im Fernsehen und war live bei Rennen dabei. Mit acht Jahren bekam er seinen ersten Kart – der Startschuss für seine Karriere. Während der Fahrer des Teams „Zakspeed“ versucht, die Weichen für eine Profikarriere zu stellen, macht er neben der Strecke sein Abitur am Rhabanus-Maurus-Gymnasium in St. Ottilien (Kreis Landsberg).

Jan Marschalkowski peilt in der kommenden Saison den Sieg in der Gesamtwertung der GT4-Rennserie an.

Marschalkowski wohnt in Inning, der Heimat der Rennsportlegende Toni Mang, der als „ewiger Motorradweltmeister“ der 350cm³-Klasse gilt. Eine solche Karriere ebenfalls zu durchleben, ist der Traum von Jan Marschalkowski. Nach einigen starken Jahren im Kart, die vom Kart-Cup-Titel gekrönt wurden, landete er in der vergangenen Saison in der Rennserie „ADAC GT4 Germany“. Von dort aus will er eine erfolgreiche Karriere starten. „Ich habe einiges vor und möchte es so weit schaffen, wie es geht“, sagt Marschalkowski.

Kleiner Steckbrief: „Peilen den Sieg in der Gesamtwertung an“

In seinem ersten Jahr sorgte er bereits für Furore, als er sich den Juniorentitel sichern konnte. „Kommende Saison peilen wir den Sieg in der Gesamtwertung an“, kündigt der Inninger an

Thomas Okon

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