Gemeinsam auf die Strecke: Skicrosser Florian Fischer (l.) ist im Kampf Mann-gegen-Mann gefordert.
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Gemeinsam auf die Strecke: Skicrosser Florian Fischer (l.) ist im Kampf Mann-gegen-Mann gefordert.

Titelkämpfe in Krasnojarsk

Chance auf ersten großen Titel: Florian Fischer gehört bei Junioren-WM im Skicross zum Favoritenkreis

Florian Fischer aus dem SC Starnberg greift am Freitag in Sibirien nach einer Junioren-WM-Medaille. Der Gräfelfinger Skicrosser ist einer der Favoriten - und zuversichtlich.

Starnberg/Gräfelfing – Eine Woche lang ist Florian Fischer im russischen Krasnojarsk. Eine Woche, nach der er im Optimalfall mit einem ganz besonderen Titel nach Hause zurückkehrt: Junioren-Weltmeister im Skicross. Denn tief in Sibirien veranstaltet der internationale Skiverband FIS dieser Tage seine Titelkämpfe für den Nachwuchs.

Florian ist der älteste Sohn in der Skisport-begeisterten Familie Fischer aus Gräfelfing – alle vier Kinder sind Mitglied im Ski-Club Starnberg. Und der 20-Jährige könnte jetzt der erste von ihnen werden, der einen großen Titel einheimst.

Im Optimalfall fünf Rennen für Florian Fischer zur WM-Medaille

Dafür muss aber alles passen, wenn er am heutigen Freitag gegen 11 Uhr deutscher Zeit (17 Uhr vor Ort) auf die Piste geht. Und zwar nicht nur einmal, sondern im Optimalfall in fünf Rennen. Zunächst steht für die Skicrosser die Qualifikation an. In dieser begibt sich jeder Starter einzeln auf den Parcours. Die 32 Zeitschnellsten erreichen den Hauptwettkampf.

Dort treten die Athleten pro Runde in Vierer-Läufen gegeneinander an, die zwei besten jedes Laufs ziehen in die nächste Runde ein. Los geht’s mit acht Achtelfinal-Läufen. Es folgen vier Viertelfinals, zwei Halbfinals und das große Finale der vier besten Junioren-Skicrosser.

Meine Ambition ist eine Medaille – und die ist auf jeden Fall im realistischen Bereich.

Florian Fischer

Florian Fischer ist zuversichtlich, ein Wörtchen im Titelkampf mitreden zu können. „Meine Ambition ist eine Medaille – und die ist auf jeden Fall im realistischen Bereich“, sagt der Sportler aus dem SCS. Er gehört zu den Top Fünf unter den WM-Teilnehmern, was FIS-Punkte in dieser Saison anbelangt.

Zuversichtlich: Florian Fischer (Gräfelfing) aus dem Ski-Club Starnberg will bei der Junioren-WM im Skicross in Krasnojarsk eine Medaille.

Dabei konnte der 20-Jährige nicht mal alle Wettbewerbe im Europacup – sozusagen der zweiten Liga im Skicross – bestreiten. Diesen beendete er auf Rang 19, aber nur einer der vor ihm Platzierten ist ebenfalls in Krasnojarsk am Start. Eine Verletzung am Oberschenkel setzte Fischer Ende vergangenen Jahres wochenlang außer Gefecht.

Kämpfer Florian Fischer: Skicrosser trotzt Verletzung und Corona-Fällen im Umfeld

Davon ließ er sich nicht unterkriegen, schließlich hatte er zu Beginn der Saison bereits mächtig Selbstvertrauen gesammelt, als er im Weltcup-Team mittrainieren durfte. Heuer ist er unter den deutschen Nachwuchstalenten das mit Abstand erfolgreichste, somit war früh klar, dass Fischer Teil des letztlich fünfköpfigen Aufgebots für den Saisonabschluss und -höhepunkt in Sibirien sein würde.

Auch von Corona ließ er sich nicht stoppen – und entkam dem Virus wohl schon mehrfach knapp. Zwei seiner Teamkollegen, zu denen der gebürtige Gräfelfinger recht engen Kontakt hatte, waren im Herbst positiv getestet worden, in der Weihnachtszeit erwischte es schließlich drei seiner Familienmitglieder. Das war zu viel: Fischer machte sich Richtung Alpen davon. „Ich bin in unsere Hütte geflüchtet“, erzählt er lachend. Beide Male vermied er eine Infektion.

Fans bei Junioren-WM im Skicross im „Freestyle-Tempel“ in Krasnojarsk zugelassen

Auch in Russland hat er keine Angst vor einer Ansteckung. Alle WM-Teilnehmer müssen vor dem Start einen aktuellen Test vorweisen. Die Zuschauer auf den Tribünen – die bei der Veranstaltung unter Einschränkungen zugelassen sind – werden ebenfalls getestet. Dank der Fans kommt für das Ski-Ass aus dem SC Starnberg auch richtige Wettkampfatmosphäre auf im sibirischen „Freestyle-Tempel“ (Fischer), der ursprünglich einzig für die Winter Universiade 2019 gebaut wurde.

Am vergangenen Dienstag landete der Tross des Deutschen Skiverbands (DSV) in Krasnojarsk. „Ich war unfassbar müde. Da war zum Glück noch kein Training, das wäre mit dem Jetlag gehörig schiefgegangen“, sagt Fischer. Seine erste Testfahrt stand am Mittwoch an, gestern folgten weitere Trainingseinheiten. Die Strecke sei zwar langsamer als gedacht, aber in einem „sehr, sehr guten Zustand“.

Skicross: Team-Wettbewerb der Junioren-WM steht am Samstag an

Neben dem Einzelwettkampf findet morgen ein Mixed-Team-Wettbewerb statt. Sollte der 20-Jährige aber bereits heute eine Medaille holen, wird er seinen Platz dort für einen seiner Teamkollegen räumen. Am Montag geht für Florian Fischer der Heimflug nach Deutschland – vielleicht mit einem Titel oder einer Medaille im Gepäck.

mg

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