Nico Longhino steht an der Tischtennis-Platte.
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Von einer Profikarriere träumt Nico Longhino. Doch er hat auch schon einen Alternativplan in der Tasche.

Tischtennis-Talent aus dem Landkreis

Ex-Pöckinger schlägt Nummer 99 der Welt: Nico Longhino, eine der größten bayerischen Hoffnungen, auf dem Vormarsch

  • vonTobias Huber
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Nico Longhino lernte einst beim SC Pöcking-Possenhofen Tischtennis spielen. Mittlerweile gehört er zur bayerischen Elite - und feiert schon große Erfolge.

Pöcking – Als Erwin Pradler mit seiner Mannschaft zu einem Punktspiel beim TuS Fürstenfeldbruck antritt, staunt er nicht schlecht. „Da war zeitgleich Kadertraining des Verbands, und das war sehr beeindruckend, was die gemacht haben“, erinnert sich der Tischtennisabteilungsleiter des SC Pöcking-Possenhofen an die Geschehnisse vor einem Jahr.

Noch mehr freute er sich damals aber darüber, dass ihn Kadermitglied Nico Longhino ansprach. Der mittlerweile 17-Jährige hatte nicht vergessen, wo er herkommt. „In Pöcking habe ich meine ersten Schritte im Tischtennis gemacht“, erzählt er heute.

Pöckings Jugendtrainer Karl-Heinz Flath erkennt schnell Longhinos Talent

Der damalige Jugendtrainer Karl-Heinz Flath erkannte schnell das Talent, über das der in Starnberg geborene Deutsch-Italiener verfügt. „Er hat mich auch immer motiviert, zum Training zu kommen“, berichtet Longhino.

Inzwischen muss ihn niemand mehr zum Trainieren animieren. Longhino zählt längst zu den größten Nachwuchshoffnungen im bayerischen Tischtennis. Mit 2222 Punkten hat der 17-Jährige einen neuen Höchststand erreicht. Derzeit ist er die Nummer 69 in der deutschen und die Nummer neun in der bayerischen Rangliste – aller Altersklassen, wohlgemerkt. „Es macht mir derzeit einfach Ultraspaß“, sagt der Drittliga- und Regionalligaspieler des FC Bayern München.

Nico Longhino: Mit psychologischem Trick zum Sieg gegen Nummer 99 der Welt

Früher galt Longhino als Heißsporn. „Nico konnte richtig ausrasten“, erzählt Abteilungsleiter Pradler. Doch das ist längst Vergangenheit. Das zeigt das Nachwuchs-Ass auch bei seinem jüngsten Überraschungssieg gegen Gaston Alto. Longhino führt im entscheidenden fünften Satz 10:9, hat aber bereits zwei Matchbälle vergeben.

Doch anstatt sich zu ärgern, wendet er einen psychologischen Trick an. Der Ex-Pöckinger schließt seine Augen, atmet tief durch, ruft innerlich laut „Stopp“ und nimmt gleichzeitig den linken Fuß zur Seite. Ein mentaler Kniff, der ihm zuvor schon häufiger geholfen hat. Dann geht er zurück an den Tisch, flippt den Aufschlag von Alto auf die weiße Linie – und jubelt. Es ist der bis dato größte Sieg für Longhino, belegt sein Gegner derzeit doch die Position 99 in der Weltrangliste.

Alternativplan in der Tasche: Das macht Longhino, falls der Profitraum platzt

Trotz seiner schon großen Erfolge in jungen Jahren hat der 17-Jährige seine Heimat nicht vergessen. „Ich bin immer gerne im Landkreis Starnberg, habe dort auch noch einige Freunde“, sagt er. Und wenn es mit der Profikarriere nicht klappt, weiß der angehende Fach-Abiturient auch schon, wie es weitergeht. Longhino: „Dann gehe ich zur Bundeswehr.“

toh

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