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„Das ist eigentlich nur logisch“: Wolfgang Krebs, Coach des MTV Berg, begrüßt die Entscheidung des Bayerischen Fußball-Verbands, die Saison 2020/21 ausfallen zu lassen. Das sehen aber nicht alle Trainer so.

Fußball

Saison 2020/21 wird es nicht geben

  • vonTobias Huber
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Jetzt ist es amtlich: Es wird keine Saison 2020/21 im Bayerischen Amateur-Fußball geben. Der Vorstand des Bayerischen Fußball-Verbandes hat einen Vorschlag der Lösungsarbeitsgruppe (LAG) „Spielbetrieb Liga und Pokal Erwachsene“ bestätigt.

LandkreisEs gibt einen neuen Rahmenterminkalender für die derzeit unterbrochene Saison 2019/20 in Bayern. In zahlreichen LAG-Runden haben die Spielleiter-/innen des Bayerischen Fußball-Verbandes gemeinsam mit mehr als 30 Vereinsvertretern aller Spielklassen-Ebenen vorgeschlagen, das Spieljahr 2019/2020 bis zum 30. Juni 2021 zu verlängern. Der BFV-Vorstand hat diesen Vorschlag bereits bestätigt. Dies bedeutet, dass es keine Saison 2020/21 geben wird.

„Das ist eigentlich nur logisch. Es wäre sehr schwer geworden, eine neue Saison halbwegs vernünftig durchzuziehen“, sagt Wolfgang Krebs, Trainer des Bezirksligisten MTV Berg. Sein Team hat noch zehn Spiele zu absolvieren. Diese sollen nun halbwegs gleichmäßig auf den diesjährigen Herbst und das Frühjahr nächsten Jahres verteilt werden.

Als erste mögliche Spielgelegenheit ist im Kalender das erste September-Wochenende vorgesehen. Allerdings erscheint es derzeit aufgrund der geltenden Abstandsregeln unwahrscheinlich, dass dann tatsächlich wieder der Ball rollt. „Ich glaube, dass wir in diesem Jahr gar nicht mehr spielen werden“, kommentiert Peter Schmidt, Trainer des TSV Gilching-Argelsried. Er hält es für wahrscheinlicher, dass der Landesligist erst ab März seine restlichen elf Begegnungen austragen kann. „Es wäre für mich sonst komisch. Schulsport scheint ja dieses Jahr auch nicht mehr stattzufinden“, sagt Schmidt. Er sieht eine große Gefahr auf den Fußball zuzukommen. „Ich hoffe nicht, dass die Spieler durch das ganze Hin und Her mürbe werden“, sagt Schmidt. Er ist zudem verwundert, dass der BFV nicht dem Vorbild der anderen Fußballverbände in Deutschland (bis auf Thüringen) gefolgt ist und die Saison abgebrochen hat. „Ich musste einmal mehr feststellen, dass die Uhren in Bayern offensichtlich anders ticken. Das habe ich schon im Studium festgestellt“, sagt Schmidt.

Christoph Kammerlander ist froh, dass es keine verkürzte Saison 2020/21 geben wird. „Das wäre aus meiner Sicht totaler Quatsch gewesen“, sagt der Coach des Kreisklassisten TSV Perchting-Hadorf. Er hofft, dass bald wieder normales Mannschaftstraining möglich sein wird. „Ich bin der Meinung, dass die niedrigen Infektionszahlen dies zulassen sollten. Wir spielen ja auch draußen und nicht drinnen“, meint Kammerlander. Allerdings gibt er auch zu: „Ich möchte kein Politiker sein, der das entscheiden muss.“

Franco Simon ist wenig begeistert, dass sich die Saison noch bis in knapp einem Jahr hinziehen soll. „Ich hätte die Saison beendet und im Herbst neu angefangen“, sagt der Trainer des SC Pöcking-Possenhofen. Sein Kollege Bernd Öhler ist ebenfalls nicht überzeugt. „Ich fürchte, dass vor allem ältere Spieler die Motivation verlieren werden und einfach jetzt schon aufhören“, so der Coach des A-Klassisten TSV Erling-Andechs. Thomas Dötsch sieht das anders. „Wir haben jetzt in aller Ruhe Zeit, die Saison zu Ende zu spielen“, freut sich der Übungsleiter des Kreisligisten TSV Oberalting-Seefeld.

Sollte im Spielplan bis Mitte 2021 noch Zeit sein, möchte der Verband seinen Vereinen attraktive Zusatzwettbewerbe anbieten. „Das können beispielsweise ein modifizierter Pokalwettbewerb mit Gruppenspielen oder aber auch eine Art Play-off-Runde sein. Mit Modellen wie etwa diesen wird sich die LAG nun beschäftigen“, berichtet Jürgen Faltenbacher. „Gedankenspiele sind in jedwede Richtung erlaubt und ausdrücklich erwünscht. Verschiedene Varianten können passgenau auf die Anzahl der unterschiedlich noch zur Verfügung stehenden Spieltage in den jeweiligen Regionen entwickelt werden“, so der BFV-Schatzmeister weiter. Erlings Trainer Öhler kommentiert diesen Vorschlag so: „Ich glaube nicht, dass es dadurch einen Mehrwert geben wird. Aber vielleicht muss ich meine Meinung noch ändern.“

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