Entschlossen wollen die WWK Volleys Herrsching um Trainer Max Hauser (r.) heute Abend auftreten – um Historisches zu schaffen.
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Entschlossen wollen die WWK Volleys Herrsching um Trainer Max Hauser (r.) heute Abend auftreten – um Historisches zu schaffen.

WWK Volleys heute im Halbfinale

Historischen Finaleinzug im Visier: Endspiel des DVV-Pokals wäre größter Erfolg in Herrschings Vereinsgeschichte

  • vonDirk Schiffner
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Heute Abend stehen die WWK Volleys Herrsching im Pokal-Halbfinale gegen Königs Wusterhausen. Ziehen sie ins Endspiel ein, ist das der größte Erfolg ihrer Vereinsgeschichte.

Herrsching – Zum vierten Mal nach 2016, 2017 und 2019 stehen die WWK Volleys Herrsching im Halbfinale des DVV-Pokals. Heute Abend um 20.15 Uhr geht es für die Bundesliga-Volleyballer von Trainer Max Hauser bei den Netzhoppers Königs Wusterhausen um den Einzug ins Pokalfinale. Die Partie, die in der MBS-Arena in Potsdam ausgetragen wird, wird live im frei empfangbaren Fernsehen auf Sport1 übertragen.

Coach Hauser gibt eine klare Marschrichtung vor: „Wir wollen ins Finale.“ Der Einzug ins Endspiel am 28. Februar 2021 in Mannheim wäre der größte Erfolg der Vereinsgeschichte (siehe unten). Aber auch für die Gastgeber ist es so etwas wie das Spiel des Jahres. Die Netzhoppers standen ebenfalls noch nie im DVV-Pokalfinale.

Herrschings Coach Hauser: „Pokalspiel hat für uns absolute Priorität“

Während die WWK Volleys im Viertelfinale die Helios Grizzlys Giesen nahezu mühelos mit 3:0 abfertigten, drehten die Brandenburger einen 0:2-Satzrückstand bei den Berlin Recycling Volleys und gewannen überraschend 3:2. Für Hauser war das kein Zufall. „Die haben nicht zu Unrecht gewonnen“, sagt der 36-Jährige.

Auch wenn im Umfeld schon viele vom Derby am kommenden Sonntag beim TSV Unterhaching sprächen, „das Pokalspiel hat für uns absolute Priorität“. Für den Cheftrainer und sein Team ist das Duell mit Königs Wusterhausen das „vorläufige Saisonhighlight“.

Dass die Netzhoppers schlagbar sind, bewiesen Kapitän Johannes Tille und Co. erst vor drei Wochen in der Liga, als sie ebenfalls auswärts 3:2 gewannen. „Da hatten wir auch ein wenig Glück“, erinnert sich Hauser. „Das wird auch diesmal spannend.“ Auf 50:50 schätzt der Coach die Siegchancen.

WWK Volleys reisen mit gesamtem Kader nach Königs Wusterhausen

Auch für Ferdinand Tille, der am Dienstag seinen 32. Geburtstag feierte, wird das Pokalduell „kein Selbstläufer“. Der Libero der WWK Volleys gewann in seiner illustren Karriere mit dem TSV Unterhaching bereits dreimal den Pokal (2009, 2010, 2011). Mit Herrsching steht der dienstälteste Profi (seit 2015 dabei) nun zum vierten Mal im Halbfinale.

Hauser kann heute auf seinen gesamten Kader zurückgreifen. Diagonalangreifer Jalen Penrose, der beim Ligaspiel am 18. November verletzt fehlte, macht weiter Fortschritte. Auch Außenangreifer David Wieczorek, der in der Anfangsphase der Saison mit Bauchmuskelproblemen zu kämpfen hatte, scheint langsam in Form zu sein. Auch die anderen Spieler sind fit und haben den größten Erfolg in der Herrschinger Vereinsgeschichte fest im Blick.

Blick zurück: So endeten die bisherigen Herrschinger Reisen im DVV-Pokal

  • 2014: Als frischgebackener Bundesliga-Aufsteiger waren die Berlin Recycling Volleys beim 0:3 im Achtelfinale mehr als eine Nummer zu groß.
  • 2015: Im Achtelfinale hatte Herrsching mit Drittligist VC Gotha keine Mühe (3:1), in der Runde der letzten Acht war erneut Berlin Endstation (0:3).
  • 2016: Im Achtelfinale gewann Herrsching locker bei Drittligist PTSV Aachen (3:0), im Viertelfinale schlugen die Ammerseer die Powervolleys Düren knapp mit 3:2. Im Halbfinale hatte Herrsching eigentlich Heimrecht gegen Berlin, doch da die Nikolaushalle nicht den Regularien entsprach, drehten die Verbandsoffiziellen kurzerhand die Paarung. Sponsor Hacker-Pschorr charterte einen kostenlosen Fanbus in die Hauptstadt. Trotz der Unterstützung von knapp 30 lautstarken Fans hatte Herrsching keine Chance. Im Schnelldurchgang (69 Minuten) war die erneute 0:3-Niederlage gegen die Recycling Volleys besiegelt.
  • 2017: Die vermutlich spektakulärste Pokalsaison. Im Achtelfinale lagen die Ammerseer nach zwei Sätzen nahezu aussichtslos bei den Alpenvolleys Haching 0:2 zurück. Dann kam das „mittlere Wunder“, wie Hauser die Wende damals umschrieb. Regisseur Michal Sladecek führte Herrsching zu einem nicht mehr geglaubten 3:2-Sieg. Im Viertelfinale bei den Recycling Volleys lagen Sladecek und Co. ebenfalls 0:2 zurück. Das Comeback war noch sensationeller als einige Wochen zuvor in Unterhaching. Der 3:2-Sieg wurde in der Hauptstadt gefeiert, kurzerhand hängte das Team nach dem „Thriller von Berlin“ (Hauser) noch eine Nacht dran. „Das war eine megakrasse, absolut superkrasse Sensation. Darauf können wir stolz sein“, so Hauser. Im Halbfinale bei den Bisons Bühl konnten die Herrschinger nicht an die beiden grandiosen Partien anknüpfen. Den ersten Satz gewannen die Ammerseer zwar, doch dann drehte Bühl auf und zwang die Gäste mit 3:1 in die Knie. Hauser: „Es ist halt kein Hollywood-Film, sondern echter Sport. Das muss man akzeptieren.“
  • 2018: Kein echter Prüfstein war im Achtelfinale Zweitligist TSV Mimmenhausen (3:0). Im Viertelfinale waren die WWK Volleys dann gegen den VfB Friedrichshafen chancenlos (0:3).
  • 2019: Im Achtelfinale wurde Herrsching bei Zweitligist TSG Mainz-Gonsenheim mit 3:0 der Favoritenrolle gerecht, im Viertelfinale gelang die späte Revanche: Bei den Bisons Bühl siegte Hausers Team dank des überragenden Jalen Penrose 3:1. Doch im Halbfinale waren Kapitän Johannes Tille und Co. chancenlos – mal wieder hieß es 0:3 bei den Berlin Recycling Volleys.

ds

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