Keinen guten Tag erwischten die zuletzt starken Jalen Penrose (M.) und Jori Mantha (r.). Weil andere Spieler wie der spätere MVP Luuc van der Ent in die Bresche sprangen, zeigten die Herrschinger trotzdem eine gute Leistung.
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Keinen guten Tag erwischten die zuletzt starken Jalen Penrose (M.) und Jori Mantha (r.). Weil andere Spieler wie der spätere MVP Luuc van der Ent in die Bresche sprangen, zeigten die Herrschinger trotzdem eine gute Leistung.

Tabellenplatz vier gesichert

Kurz durchschnaufen vor Play-offs: WWK Volleys Herrsching holen ersten Punkt in Berlin – Mittwoch gegen Lüneburg

  • vonDirk Schiffner
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Die Begegnungen in den Play-offs stehen fest. Mit der 2:3-Niederlage in Berlin sicherten die WWK Volleys Herrsching Platz vier ab und treffen jetzt auf die SVG Lüneburg.

Herrsching – Die WWK Volleys Herrsching beenden die Hauptrunde in der Volleyball-Bundesliga auf einem sensationellen vierten Platz. Im letzten Spiel der regulären Saison verloren die Ammerseer bei den Berlin Recycling Volleys zwar knapp 2:3 (23:25, 22:25, 25:23, 31:29, 11:15), an der Tabellensituation änderte das aber nichts mehr.

Die SVG Lüneburg, die sich noch Minimalchancen auf Rang vier ausgerechnet hatte, verlor bei Spitzenreiter VfB Friedrichshafen 2:3. Durch den Punktgewinn in Berlin, der erste in sieben Jahren Herrschinger Bundesliga-Geschichte, war das Lüneburger Ergebnis ohnehin Nebensache.

Fokus der WWK Volleys liegt schon während der Rückreise auf Lüneburg

Sichtlich zufrieden zeigte sich Max Hauser, auch wenn der Chefcoach der WWK Volleys die Niederlage „etwas schade“ fand. „Der Punkt ist in jedem Falle verdient.“ Hauser ergänzte: „Der vierte Platz ist das, was am Ende zählt.“ Auch die in dieser Saison gesammelten 35 Punkte machten ihn mächtig stolz: „So viele wie noch nie.“

Bereits auf der knapp 620 Kilometer langen Rückreise galt der Fokus der Regeneration, schließlich steht am Dienstag bereits der nächste, noch etwas längere Auswärtstrip bevor: Im ersten Play-off-Viertelfinalspiel müssen die Herrschinger am Mittwoch in Lüneburg antreten (siehe unten).

Berlin startet besser, Herrsching präsentiert sich aber ebenbürtig

Wie im Hinspiel, das die WWK Volleys bitter 0:3 verloren hatten, begegneten sich in Berlin zwei gleichwertige Teams. Da die Hauptstädter nicht mehr von ihrem dritten Platz zu verdrängen waren, nutzte BRV-Coach Cedric Enard die Gelegenheit, seine Startformation gehörig durchzuwechseln. Zumal das Team keine 48 Stunden zuvor noch in der Champions League aktiv gewesen war. Hauser schickte seine nominell beste Formation ins Rennen.

Doch ausgerechnet die zuletzt starken Jori Mantha und Jalen Penrose hatten nicht ihren besten Tag erwischt. Für Penrose (Angriffsquote: 29 Prozent) und Mantha (9 Prozent) war nach zwei Sätzen vorzeitig Feierabend. Die eingewechselten Tim Peter und Jonas Kaminski machten ihre Sache deutlich besser, wenngleich auch ihre Quoten (Peter 36 Prozent, Kaminski 47 Prozent) noch Luft nach oben boten. Für Hauser wieder mal eine Bestätigung: „Die Ausgeglichenheit im Kader hat uns auf den vierten Platz gebracht.“

Spaß und Lockerheit ab Satz drei bei WWK Volleys Herrsching zurück

Kapitän Johannes Tille vermisste in den ersten beiden Sätzen etwas den Spaß. Zudem „haben wir etwas verkrampft gespielt“. Während die WWK Volleys Angriffsprobleme hatten, schwächelten die Berliner in der Annahme, konnten die Durchgänge aber knapp für sich entscheiden. „Ab dem dritten Satz waren wir dann wieder ein bisschen lockerer“, sagte Tille.

Den dritten Umlauf krallten sich die Herrschinger, fast zeitgleich machte Friedrichshafen das 2:1 gegen Lüneburg. Damit war der vierte Platz fix. Die Spieler wussten vom Zwischenergebnis aber nichts, versicherte Tille. Dem Kapitän war’s ohnehin egal: „Wir wollten einfach Spaß haben.“

Herrschinger bleiben ruhig - ziehen am Ende aber trotzdem den Kürzeren

Und den hatten die Gäste. Selbst von einer Fehlentscheidung der Schiedsrichterin, die beim Stand von 24:21 ein blitzsauberes Ass von David Wieczorek im Aus statt auf der Linie sah, ließen sich die WWK Volleys nicht aus der Ruhe bringen. Vier weitere Satzbälle ließen die Ammerseer ungenutzt, der sechste saß schließlich.

Im Tiebreak erwiesen sich die Hausherren als das glücklichere Team, auch weil sie den Aufschlagdruck noch mal erhöhen konnten. Nach 131 Minuten verwandelte Berlins Topscorer Davy Moraes den vierten Matchball.

Mit 18 Punkten war David Wieczorek punktbester Herrschinger. Jonas Kaminski und der starke Mittelblocker Luuc van der Ent kamen auf je 17 Zähler. Letzterer wurde Most Valuable Player (MVP).

Alle Infos zu den Play-offs in der Volleyball-Bundesliga

  • Am Ende erwischte es die Helios Grizzlys Giesen im Kampf um die Play-offs. Die Niedersachsen verloren gegen die Netzhoppers Königs Wusterhausen 1:3 und beenden die Saison als Neunter. Der Pokalfinalist aus Brandenburg kletterte auf den sechsten Rang.
  • Alle Viertelfinalspiele der Play-offs:
    VfB Friedrichshafen – Bisons Bühl (Hinspiel 10. März, Rückspiel 13. März, mögliches Entscheidungsspiel 14. März).
    Powervolleys Düren – UV Frankfurt (Hinspiel 10. März, Rückspiel 14. März, mögliches Entscheidungsspiel 15. März).
    Berlin RV – Königs Wusterhausen (Hinspiel 10. März, Rückspiel 16. März, mögliches Entscheidungsspiel 17. März).
    WWK Volleys Herrsching – SVG Lüneburg (Hinspiel 10. März, Rückspiel 13. März, mögliches Entscheidungsspiel 14. März).
  • Die Hinspiele finden bei der jeweils zweitgenannten Mannschaft statt, Rückspiele und mögliche Entscheidungsspiele bei der jeweils erstgenannten. Die Termine für die Halbfinals sind noch nicht bekannt. Wie berichtet, stehen die möglichen Paarungen aber schon fest, sie lauten:
    Friedrichshafen/Bühl – Herrsching/Lüneburg und Düren/Frankfurt – Berlin/Königs Wusterhausen.

ds

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