Das „Bootz-Triple“: Peter Bootz (Mitte) trainiert beim TSV Utting unter anderen seine beiden Söhne Valentin (l.) und Fabian und ist auf dem besten Weg, mit ihnen in die Kreisliga aufzusteigen.
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Das „Bootz-Triple“: Peter Bootz (Mitte) trainiert beim TSV Utting unter anderen seine beiden Söhne Valentin (l.) und Fabian und ist auf dem besten Weg, mit ihnen in die Kreisliga aufzusteigen.

Peter Bootz trainiert unter anderem seine beiden Söhne

Peter Bootz lebt seine Fußballbegeisterung als Trainer des TSV Utting aus

Beim TSV Utting trainiert Peter Bootz seine beiden Söhne und steht auf dem ersten Platz in der Kreisklasse. Er selbst hat in der dritthöchsten Liga in Deutschland gekickt.

Gilching/Utting – „Im Herzen bin ich immer noch ein bisschen ein Gilchinger. Da habe ich in der Jugend gespielt, von dort bin ich in die Bayernliga gewechselt, und dorthin bin ich danach wieder als Spielertrainer zurückgekehrt“, sagt Peter Bootz. Jetzt ist der 59-Jährige mal wieder als Trainer bei sich daheim in Utting gelandet und bildet beim TSV mit seinen Söhnen Fabian (28) und Valentin (23) das „Bootz-Triple“ des Kreisklasse-Tabellenführers.

Der Papa: ein erfahrener Haudegen, der rund 200 Bayern- und Landesligaspiele für Wacker München, Türkgücü, Fürstenfeldbruck und den FC Augsburg (bei dem spielte er vor 30 Jahren gegen die SpVgg Starnberg) bestritten hat, zudem für seinen Heimatverein TSV Gilching-Argelsried und für Utting am Ball war. In der Ewigenliste der „Guichinger Legenden“ steht Bootz mit 241 Einsätzen auf Rang 15. Insgesamt erzielte er für den TSV 165 Tore. Zu seiner Karriere als aktiver Fußballer kommen fast 24 Trainer-Jahre: „15 in Utting, vier in Oberalting, drei in Gilching und anderthalb in Raisting“, sagt Bootz.

Peter Bootz hätte seine Söhne gerne am Spielfeldrand gesehen, als er noch selbst gespielt hat

„Schade, dass mich meine Söhne nie spielen haben sehen“, bedauert er ein bisschen. Schließlich hätten sie dabei doch einiges erleben können – immerhin war die Bayernliga damals die dritthöchste deutsche Spielklasse. Die Spiele mit Türkgücü „waren Länderspiele“. Und: „Gleich mein viertes Spiel mit Wacker war gegen 1860. Vor über 20 000 Zuschauern im Grünwalder Stadion. Ein Highlight meiner Karriere – auch wenn wir chancenlos waren und nur 0:2 verloren haben.“ Danach „war’s mit dem Fan von 1860 vorbei“. Bootz, bis dahin Anhänger der Löwen: „Ich konnte doch kein Fan mehr sein, wenn ich mit meiner Mannschaft gegen diesen Verein ein Punktspiel bestreite.“

Aus der erfolgreichen Vergangenheit zurück in die Gegenwart. Der „Pa“ sitzt mit seinen Söhnen und zwei Katzen auf der Terrasse ihres Hauses im Uttinger Ortsteil Holzhausen. Alle drei im roten Team-Leiberl. „Wir bekommen keinen Cent, mussten sogar zu den Shirts etwas zuzahlen“, erzählt „Vale“, der jüngste Bootz. Er hat den Vater erst jetzt in Utting als Trainer. Anders „Fabi“: Zehn Jahre trainierte er unter seinem Vater in der Uttinger Jugend, dann zwei Jahre in Oberalting und seit Juli 2019 erneut in Utting. „Jetzt muss er halt wieder unter mir leiden“, sagt Peter Bootz mit einem Grinsen.

Peter Bootz analysiert mit seinen Söhnen die Spiele des TSV Utting nach dem Spiel zu Hause

Stellt sich natürlich die Frage: Haben es die Söhne leichter oder schwerer, wenn der Trainer ihr Vater ist? „Weder noch“, sagt Fabian. „Als Sohn nimmt man keine besondere Rolle ein.“ Einziger Unterschied: „Die Analyse nach dem Spiel findet zu Hause statt.“ Und das nicht erst, seit die Jungs in der Ersten spielen. Der Coach: „Das geht so seit der F-Jugend.“

In Utting ist das Bootz-Trio erstmals vereint – und mit dem TSV als Tabellenführer auf einem guten Weg Richtung Kreisliga. „Mit diesem Ziel bin ich nicht angetreten. Aber bei zehn Punkten Vorsprung muss man schon mal umdenken“, gibt Peter Bootz zu. Seine Söhne, beide Mittelfeldspieler, sollen und wollen ihren Teil zum Aufstieg beitragen. „Sie haben eine gute Qualität, sind pflegeleicht und wollen einfach guten Fußball spielen. Ich wollte ja eigentlich nicht mehr als Trainer arbeiten. Aber ich mach’s halt noch mal, weil sie wie die ganze Mannschaft gute Burschen sind“, lobt der Papa. Und fügt hinzu: „Schade nur, dass sie nicht so schnell sind wie ihr Vater.“

Fabian und Valentin Bootz mit großem Loban ihren Vater 

Fabian (Ingenieur bei Infineon) und Valentin (Informatik-Student) geben das Lob zurück: „Auch wenn es zum Niveau vom Papa nie gereicht hat, er lebt uns den Fußball vor und gibt uns die Einstellung mit. In der Mannschaft genießt er großen Respekt, da gibt es eine hohe Wertschätzung“, sagt Valentin. „Auch in der Kreisklasse muss sich ein Spieler an Vorgaben und Regeln halten. Ich erwarte, dass jeder 100 Prozent bringt“, erklärt Peter Bootz. Das haben seine Jungs längst verinnerlicht. Fabian: „Wenn wir etwas machen, dann machen wir es gescheit. Nicht nur beim Fußball, sondern auch im normalen Leben.“

Beruflich ist Peter Bootz noch immer im Landkreis Starnberg tätig. Er ist beim Unternehmen 328 Support Service auf dem Oberpfaffenhofener Flughafengelände angestellt. Der 59-Jährige verkauft weltweit Ersatzteile für das Flugzeug Do 328. Die insolvent gegangene Firma Dornier hatte 220 Exemplare dieses Passagierflugzeugs gebaut, heute gibt es laut Bootz davon noch etwa 100 bis 120. (Thomas Ernstberger)

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