Die WWK Volleys Herrsching in ihren neuen Trikots im Spiel gegen die Powervolleys Düren.
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Die neuen Trikots brachten den WWK Volleys in ihrem ersten Einsatz kein Glück.

Topspiel Volleyball-Bundesliga

Siegesserie reißt nach vier Spielen: Herrsching unterliegt Düren und rutscht ab – Audi-Dome-Pläne auf Eis

  • vonDirk Schiffner
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Die WWK Volleys Herrsching haben das Topspiel der Volleyball-Bundesliga gegen die Powervolleys Düren verloren. Der Audi Dome als Spielort rückt derweil in weite Ferne.

Herrsching – Nach vier Siegen in Folge hat es die WWK Volleys Herrsching wieder mal erwischt. Im Bundesliga-Topspiel des 8. Spieltags verloren die Volleyballer zu Hause gegen die SWD Powervolleys Düren in einem spannenden und hitzigen, aber nicht unfairen Spiel 1:3 (22:25, 25:19, 23:25, 21:25). In der Tabelle schoben sich die Powervolleys durch den sechsten Sieg in Folge auf Rang zwei, die Ammerseer rutschten auf den vierten Platz ab.

Herrschings Cheftrainer Max Hauser sprach von einer „verdienten Niederlage“. Sein Dürener Kollege Rafal Murczkiewicz sagte: „Wir haben gezeigt, wie stark unser gesamtes Team ist.“

Penrose bei Herrsching wieder fit - bleibt aber auf der Bank

Der größere Aufschlagdruck gab letztlich den Ausschlag zugunsten der Gäste. Herrsching war zwar im Block stärker, Düren dafür im Angriff druckvoller und effizienter. In ihren neuen Heimspieltrikots – dunkles Shirt und weiß-blaue Hose in Rautenoptik – waren die Hausherren von Beginn an hellwach. Hauser schickte die siegreiche Startformation der vorigen Wochen ins Rennen.

Jalen Penrose blieb das gesamte Spiel auf der Bank. „Er hat noch Trainingsrückstand“, erklärte Hauser. Die Gäste mussten nach wenigen Ballwechseln den ersten Rückschlag hinnehmen. Björn Andrae konnte mit Rückenproblemen nicht weiterspielen. Für ihn kam Tobias Brand ins Spiel.

Top-Aufschläger Gevert bärenstark: Vier Asse in Folge, Satz gedreht

Der 22-Jährige ersetzte den fast doppelt so alten Andrae eindrucksvoll und fügte sich nahtlos ins Spiel der Powervolleys ein. Mit 25 Punkten war Brand der erfolgreichste Punktesammler des Abends. Mann des Spiels aber war einmal mehr sein Teamkollege Sebastian Gevert. Der Diagonalangreifer brachte es auf 23 Zähler, davon sieben Asse.

Beim Stand von 13:14 aus Dürener Sicht trat Gevert an die Aufschlaglinie. Und egal, was der Herrschinger Annahmeriegel um Libero Ferdinand Tille und seine beiden Nebenleute Tim Peter und Jori Mantha anstellte, Gevert knallte ihm die Bälle nur so um die Ohren. Dank vier Assen in Folge drehte der bullige Chilene mit deutschen Wurzeln den Satz. Die WWK Volleys erholten sich davon kaum und fanden nicht mehr in den Umlauf zurück. Den zweiten Satzball verwertete schließlich ausgerechnet Gevert.

WWK Volleys kommen zurück - Düren entwickelt im Endspurt mehr Druck

Im zweiten Durchgang dominierten die Hausherren. Die Aufschläge kamen besser, auf der anderen Seite des Netzes wackelte die Dürener Annahme. Zudem konnte Gevert von der Aufschlaglinie ferngehalten werden. Fast schon mühelos glich Herrsching aus.

Doch die Powervolleys drehten den Spieß im dritten Satz erneut um. Die Gäste hatten speziell in schwierigen Situationen die besseren Lösungen parat. Die eingewechselten Iven Ferch (für Luuc van der Ent) und David Wieczorek (für Tim Peter) fügten sich aufseiten der Hausherren zwar gut ein, konnten aber gegen aufdrehende Dürener nichts ausrichten. Die Herrschinger Aufholjagd wurde schließlich durch Marcin Ernastowicz gestoppt, der den dritten Satzball im Feld unterbringen konnte.

Im vierten Abschnitt agierten beide Teams lange auf Augenhöhe, doch im Endspurt entwickelte der neue Tabellenzweite mehr Druck. Tobias Brand machte schließlich nach 108 Minuten alles klar.

Audi Dome für Heimspiele? Pläne bis auf Weiteres offiziell auf Eis gelegt

Neuigkeiten von den WWK Volleys gab es auch neben dem Platz zu vermelden: Mittlerweile ist amtlich, dass die Partien gegen die Berlin Recycling Volleys, die Helios Grizzlys Giesen und die United Volleys Frankfurt nicht, wie ursprünglich geplant, im Audi Dome in München stattfinden, sondern in Herrsching. Das bestätigten die Volleyballer auf ihrer Facebook-Seite. Demnach finden die Partien gegen Berlin und Frankfurt zu den geplanten Zeiten (20. Dezember und 16. Januar, jeweils 19 Uhr) statt, das Spiel gegen Giesen hingegen wird vom 28. auf den 23. Dezember (18 Uhr) vorverlegt.

Durch die aktuelle Lage in der Corona-Pandemie sei an Zuschauer nicht zu denken, erklärte der Klub. Die entstehenden Kosten mit den damit verbundenen Umsatzeinbußen seien zu hoch.

Spiele im Audi Dome: „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben!“

„Lediglich ein TV-Spiel hätte uns dazu bewogen, zumindest ein Spiel in München auszutragen, was leider nicht der Fall ist. Gerne hätten wir endlich den Schritt gewagt, doch leider müssen wir uns alle noch etwas gedulden“, so die Herrschinger, die aber optimistisch ergänzten: „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben!“

ds

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