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Die Herrschinger Handballer kletterten in der Tabelle der Landesliga Süd auf Rang zwei.

Handball

TSV Herrsching mausert sich zum Spitzenteam

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Die Zeiten haben sich geändert bei den Handballern des TSV Herrsching. Bekamen sie früher in aller Regelmäßigkeit in Allach auf die Mütze, setzten sie sich dieses Mal souverän beim Aufstiegsaspiranten mit 34:29 (14:7) durch.

Herrsching „Da waren wir nicht schlecht“, kommentierte Kurt Neumaier in aller Bescheidenheit den Sieg seiner Mannschaft, der ihr Tabellenplatz zwei in der Landesliga Süd einbrachte.

Es war vieles nicht schlecht beim TSV. Max Kilzheimer lieferte im Herrschinger Kasten mal wieder eine starke Vorstellung ab und bereitete mit schnellen und zielgenauen Würfen zahlreiche Gegenstöße seines Teams vor. Am Ende konnte sich der Keeper selbst noch in die Torschützenliste einreihen. Vor ihm bildeten Elias Engelhard und Patrick Herz einen massiven Innenblock, an dem die Hausherren immer wieder abprallten. Selbst als Herz nach einem Schlag ins Gesicht das Feld räumen musste (Neumaier: „Er sah aus wie ein Boxer“), standen die Herrschinger im Zentrum weiterhin felsenfest. Nicolas Emmrich übernahm den Part des Herzbuben und erledigte ihn genauso gewissenhaft und zupackend. Die Offensive lebte wieder einmal von der Inspiration Tizian Maiers, der die eigenen Angriffe umsichtig lenkte und mit sieben Toren die meisten Treffer seiner Mannschaft erzielte.

Aber nicht nur Maier war gefährlich. Sebastian Kircher zeigte viel mehr Bindung zum Spiel des TSV und belohnte sich mit sechs Kisten. Andreas Herz und Nikolas Emmrich waren mit fünf Toren ebenfalls gut dabei. In diese Gruppe hätte auch Gian-Luca Postoy (3) leicht vorstoßen können, der ebenfalls groß aufspielte, aber auch einige klare Chancen liegen ließ. „Die Abläufe werden immer klarer“, freute sich Neumaier. Sein Ensemble verinnerlicht immer mehr, was es sich im Training erarbeitet. Der Coach musste nur eine kritische Phase überstehen, als der Gegner nach fünf Minuten mit 3:1 führte. „Es hat so gewirkt, als ob wir nicht richtig auf dem Platz sind“, betrachtete er die Anfangsphase seiner Mannschaft skeptisch. Bevor er eine Auszeit nehmen konnte, fing sie sich wieder und entwickelte nach neun Minuten eine atemberaubende Dynamik. Bis zur Halbzeit warfen die Allacher nur noch drei Tore, während die Herrschinger zwölf Mal einnetzten. „Das war schon eine Ansage“, sagte Neumaier, der sich vor allem von seiner Defensive beeindruckt zeigte, die dem Gegner fast nichts mehr zugestand.

In der zweiten Halbzeit beschränkten sich die Gäste darauf, den Vorsprung zu verwalten. Obwohl es gegen eine der Top-Mannschaften der Liga ging, leistete sich der Trainer den Luxus, die eine oder andere Variante auszuprobieren. Am klaren Vorsprung, der zweitweise neun Treffer betrug, änderte sich nichts. Der Coach registrierte ein deutlich gestiegenes Selbstbewusstsein bei seinem Team, das von Sieg zu Sieg immer dominanter auftritt: „Die Spieler haben es im Kopf, dass sie es können.“ Dieses Selbstvertrauen ist inzwischen so groß, dass es selbst den Übungsleiter überrascht. „Man hofft schon, dass man gewinnt“, schilderte er seine Vorstellungen vor der Partie, „aber man erwartet nicht, dass man das Spiel dann so souverän diktiert“.

Torschützen: Maier 7, Kircher 6, Emmrich 5, A. Herz 5, Postoy 3, Hoffmann 3/1, P. Herz 2, Engelhard 1, Kilzheimer 1

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