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Hoch hinaus ging es für Stephanie Dauber.
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Holte sich Platz zwei bei den Frauen: Alysha Newman
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Jeden einzelnen Muskel spannten die Springerinnen, hier Yana Gladiychuk, an, um die Latte zu überwinden.
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Über ein Dirndl zur Siegerehrung freute sich die Siegerin der Frauen-Konkurrenz, Holly Bradshaw.
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Mit einer Höhe von 5,72 Metern holte sich Konstadinos Fillipidis Gold. Nicht locker gelassen hatten die Männer, um doch noch einen Sieger zu ermitteln.
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Dunkle Wolken zogen am Sonntagnachmittag über den Rottacher Kurpark. Die Sportler zeigten aber Kampfgeist und trugen ihre Wettkämpfe trotzdem aus.
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Dunkle Wolken zogen am Sonntagnachmittag über den Rottacher Kurpark. Die Sportler zeigten aber Kampfgeist und trugen ihre Wettkämpfe trotzdem aus.
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Mit Vollgas ging es für Rudger Koppelaar in Richtung Einstichkasten.

Sportsgeist siegt gegen dunkle Wolken

12. Stabhochsprung-Meeting in Rottach-Egern: Springer kämpfen gegen Wind und Regen

Das Wetter meinte es nicht gut mit den Athleten beim 12. Internationalen Stabhochsprung-Meeting in Rottach-Egern. Am Sonntag hatten sie mit Wind und Regen zu kämpfen.

Rottach-Egern - Manche wollen hoch hinaus. Wie das im wahrsten Sinne des Wortes und nach allen Regeln der Kunst funktioniert, davon konnte sich ein sportbegeistertes Publikum am Wochenende überzeugen: Zum zwölften Mal fand am Tegernsee das Internationale Stabhochsprung-Meeting statt – veranstaltet vom TSV Rottach-Egern. Die unbeständige Witterung konnte ganze Scharen von Besuchern nicht davon abhalten, die Riege größtenteils auch international erfolgreicher Athleten vor einmaliger Kulisse in Aktion zu erleben. 

Das Alleinstellungsmerkmal in Rottach-Egern gegenüber vergleichbaren Freiluftveranstaltungen ist dabei der Anlaufsteg, der durch die Kuranlage zum See führt, wo die Springer auf einer im See platzierten Matte landen. Enthusiasmus und Sportsgeist zeigten schon die jüngsten Zuschauer: Einige Kinder erkletterten einen Baum neben dem Steg, um die Athleten aus der Vogelperspektive beobachten zu können. 

Allerdings zeigte sich gestern – dem Tag also, an dem die Hauptwettkämpfe angesetzt waren – der Wettergott nicht gerade als Sportsfreund. Hatten die Frauen mit dem aufkommenden Wind zu kämpfen, fiel der für Spätnachmittag geplante Wettkampf der Männer buchstäblich ins Wasser – wegen des starken Regens musste die Veranstaltung nach den ersten, Durchläufen unterbrochen und fast gänzlich abgeblasen werden. 

Zuvor hatte das Publikum Gelegenheit, beim Einspringen quasi einen Vorgeschmack des Könnens zu bekommen, während die junge, aufstrebende Band Hoamatbeat für die musikalische Umrahmung sorgte. Dem ursprünglich aufgrund einer weiteren Schlechtwetterfont angekündigte Abbruch der Veranstaltung stemmte sich der echte Sportsgeist der Teilnehmer entgegen – mit Erfolg. 

Die großenteils aus dem Ausland angereisten Athleten wollten unbedingt starten, sodass sich die Verantwortlichen schließlich überreden ließen – Regen hin, Regen her. „Sie haben einfach nicht locker gelassen“, sagte Organisator und TSV-Vorstand Franz Sollacher. Die Besucher, die den Schauern getrotzt hatten, lohnten es ihnen mit Beifall während des Wettkampfes. Gold errang schließlich Konstadinos Fillipidis bei einer Höhe von 5,72 Metern. Der nach vielen Jahren wieder angetretene Rekordhalter in Rottach, Raphael Holzdeppe, schaffte es dagegen nicht unter die Top drei. 

Besser erging es zuvor den Athletinnen. Hochkonzentriert am Startpunkt, wurden Anlauf und Sprung jeder Einzelnen begleitet vom anspornenden Applaus der Zuschauer. „Heute haben alle etwas Lattenglück“, kommentierte Bürgermeister Christian Köck, der mit Michel Frauen das Moderatoren-Gespann bildete. Fast keine der Athletinnen machte keine unliebsame Bekanntschaft mit der Latte, die häufig neu aufgelegt werden musste. Deutlich war der Chinesin Xu Huiqin ihre Enttäuschung anzumerken. Mit sichtlich verkrampften Gesichtszügen verließ sie nach einem Misserfolg die Matte. 

Der immer stärker werdende Wind ließ Alysha Newmann aus Kanada, eine der Top Ten der Weltrangliste, schließlich resignieren: Bei ihrem letzten Start setzte sie dreimal zum Anlauf an – der aber letztlich in einer Art Salto auf der Matte endete. „Die wär‘ ja fast in den See gesprungen“, kommentierte eine Zuschauerin. 

Das wäre vielleicht sogar eine willkommene Erfrischung nach dem Wettkampf gewesen. Die Engländerin Holly Bradshaw zeigte das Gespür und die Routine einer echten Profi-Sportlerin. Als sie spürte, dass ihr Sprung ohnehin durch den Seitenwind misslingen musste, ließ sie den Versuch einfach aus. „Es sieht so aus, als wird der Wind hier über den Ausgang entscheiden“, mutmaßte Frauen.

 Dennoch brachte der Einsatz den verdienten Erfolg. Bradshaw erlangte Platz eins bei einer Höhe von 4,66 Metern, gefolgt von Alysha Newmann. Bronze gab es für Angelica Bengsston aus Schweden. Ein echt bayerisches Andenken an das Sportereignis gab es für die Sieger obendrein. Bradshaw bekam ein Dirndl von Trachten Wiesner, in dem sie sich bei der Siegerehrung präsentierte, ihr Kollege Fillipidis eine Trachtenjacke von Trachten Greif.

Stefan Gernböck

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