Paris Saint-Germain - FC Bayern München
+
Hansi Flick beim Rückspiel in Paris

Vorsitzender Sebastian Lechner im Interview

Bayernfreunde Tegernseer Tal: Klares Votum pro Flick

  • vonMichael Eham
    schließen

Rund um den FC Bayern gibt es derzeit viele Themen. Sebastian Lechner, Vorsitzender der Bayernfreunde Tegernseer Tal, über Trainerdebatte und Protestmöglichkeiten.

Gmund – Aus in der Champions League, interne Querelen, Debatten um Zuschauer bei der EM und Europapokal-Reformen. Rund um den FC Bayern ist derzeit viel geboten. Themen, die auch Sebastian Lechner, Vorsitzender des Fanclubs Bayernfreunde Tegernseer Tal, beschäftigen. Der 23-Jährige, selbst Trainer der U17 des TuS Holzkirchen, spricht im Interview über das Ausscheiden der Bayern, was er vom Streit zwischen Hansi Flick und Hasan Salihamidzic hält und wie sinnvoll Protestaktionen trotz leerer Stadionränge sind.

Herr Lechner, wie finden Sie eigentlich den Fußballprofi Neymar?

Neymar ist ein herausragender Fußballspieler, der zu wenig aus seinem Potenzial macht. Er beschäftigt sich zu sehr mit Schauspielerei und auf dem Boden liegen. Würde er sich voll auf das Spiel fokussieren, wäre er mit Sicherheit einer der drei besten Spieler der Welt.

Wie bewerten Sie das Ausscheiden der Bayern?

Mir fällt es schwer, das so richtig einzuordnen. Es waren zwei spektakuläre Spiele gegen Paris Saint-Germain. Ich finde das Ausscheiden extrem bitter, will aber gar nicht sagen, dass Paris unverdient weitergekommen ist. Wenn man die zwei Spiele sieht, hätten es beide Mannschaften verdient gehabt. Das sind zwei der besten Mannschaften der Welt.

Was hat aus Ihrer Sicht am Ende den Unterschied ausgemacht?

Der entscheidende Grund war, dass du am Ende nicht nachlegen konntest. Wenn man die Bank aus dem Champions-League-Finale letztes Jahr mit der vom Rückspiel in Paris vergleicht, dann ist da ein extremer Unterschied nicht nur in der Breite, sondern auch in der Qualität, die die Breite mitbringt.

Lechner: Bei Bayern das Gefühl, gehört zu werden

Nach dem Spiel hielt Hansi Flick einen minutenlangen Monolog. Wie stehen Sie zur Trainerfrage und dem Streit mit Sportvorstand Hasan Salihamidzic?

Ich stehe ganz klar auf der Trainerseite. Auch weil ich selber eine Mannschaft trainiere. Die Debatte zurzeit finde ich ein unnötiges Machtgehabe. Hansi Flick ist schon jetzt einer der erfolgreichsten Bayern-Trainer aller Zeiten. Er hat ein enormes Standing innerhalb der Mannschaft und außerhalb des Vereins. Von Salihamidzic dagegen halte ich nicht viel, er nimmt sich deutlich zu wichtig und stellt das Wohl der Mannschaft und des Trainers nicht gerade in den Vordergrund. Wenn der FC Bayern ihn hält und Flick gehen lässt, wäre das aus meiner Sicht das Dümmste, was der Verein machen kann.

Ein vereinsinterner Streit, eine geplante EM in zwölf Ländern, eine WM in einem Land, das Menschenrechte mit Füßen tritt und mit der Uefa Europa Conference League noch ein Europapokal. Gründe gäbe es genug, Protest lautstark zu äußern. Sind die Möglichkeiten des Protests eingeschränkt?

Grundsätzlich haben wir immer die Möglichkeit zu protestieren. Die Frage ist nur, was es bringt. Gefühlt kannst du so viel protestieren, wie du willst. Am Ende werden die Reformen sowieso durchgezogen. Da geht es um das ganz große Geld. Ob ich das als Fan gut finde oder nicht, ist der Fifa und der Uefa egal.

Wären Protestaktionen dann komplett sinnlos?

Nein, nur bei den Verbänden stehen wir vor verschlossenen Türen. Entscheidend ist doch, wie die Spieler und Vereine damit umgehen. Als Fanclub haben wir natürlich die Möglichkeit, an den Verein heranzutreten und unsere Meinung kundzutun. Bei Bayern habe ich schon das Gefühl, dass du als Fan und vor allem als Fanclub gehört wirst. Doch bei konkreten Taten geht es um Außenwirkung und womöglich auch Sanktionen. Ein niederländischer Rasenhersteller boykottiert die WM in Katar und liefert keinen Rasen dorthin. Das finde ich eine coole Aktion, und auch die bemalten Shirts der Nationalmannschaft gehen in die richtige Richtung. Am Ende können aber ein Spieler, ein Verein oder der DFB nur mit einem Boykott etwas loslösen.

Auch interessant

Kommentare