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Na also, geht doch: Ausgerechnet in ihrer schwächsten Disziplin, der Abfahrt, lieferte Viktoria Rebensburg (vorne) ein enorm starkes Rennen ab. Teamkollegin Kira Weidle freut sich mit der Kreutherin.

Drei Hundertstel am totalen Glück vorbei

Rebensburg verpasst hauchdünn Abfahrts-Sensation

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Es war der große Überraschungs-Coup von Viktoria Rebensburg. Ohne große Erwartungen war sie heute beim Weltcup in Soldeu/Andorra in der Abfahrt gestartet. Und dann das: Die Kreutherin rast unerwartet in ihrer schwächsten Disziplin auf Platz zwei.

Entsprechend groß war die Freude. Rebensburg kam aus dem Lachen nicht mehr heraus, und jede Menge Gratulanten freuten sich mit ihr.

Dabei wäre sogar der Sieg noch drin gewesen. Gerade mal drei Hundertstelsekunden fehlten der Kreutherin zum ersten Weltcup-Sieg in einer Abfahrt. Doch als der besten deutschen Skirennläuferin der überraschende erste Abfahrtserfolg nicht mehr zu nehmen schien, kam Mirjam Puchner aus Österreich und machte es um 0,03 Sekunden besser. Vorbei die Chance auf den ersten Saisonerfolg und den ersten deutschen Sieg in der Abfahrt bei den Frauen seit Maria Höfl-Riesch im Januar 2014.

Rebensburg versteckte sich zwar zunächst mit etwas gespielter Verzweiflung hinter ihrem Ski, um dann doch zu lächeln – die Freude überwog dann doch. „Cool, dass es gleich im ersten Rennen so aufgegangen ist“, stellt sie fest. „Ich habe zwischendrin daran gedacht, dass es auch super wäre, hier meine erste Weltcup-Abfahrt zu gewinnen. Aber auch so ist das ein sehr gutes Ergebnis.“

Den Sieg, so analysiert die Zweitplatzierte, habe sie im oberen Teil liegen gelassen. „Die Verhältnisse waren eigentlich gut, bis auf den Wind und den Wechsel zwischen Licht und Schatten“, sagt Rebensburg. „Ich habe oben zu viel Zeit verloren, aber unten konnte ich das wieder aufholen.“

Das belegen auch die Zwischenzeiten. Bei der ersten Zeitnahme war Rebensburg noch 13. bei der zweiten lag sie auf Rang zehn. Über die Plätze sieben und vier schoss sie an die Spitze – bis Puchner kam. Die lag das gesamte Rennen auf Platz zwei, um im letzten Abschnitt den Sprung ganz nach vorne zu schaffen.

Rebensburg ist dennoch glücklich: „Meine letzte Abfahrt war bei der WM in Are. Deswegen habe ich mich erst einmal wieder herantasten müssen.“ Auf das Rennen habe sie sich gut vorbereitet. „In der Videoanalyse nach den Trainings habe ich gesehen, dass ich in zwei Kurven zu viel Zeit liegengelassen habe. Das hat mir für das Rennen viel gebracht.“

Heute geht es weiter mit dem nächsten Wettbewerb, dem letzten Super-G der Saison (10.30 Uhr). Dann wird Rebensburg wieder um den Tagessieg mitfahren. Nach dem Erfolg in der Abfahrt geht sie mit einem guten Gefühl auf die Strecke: „Ich bin gut drauf und will auch im Super-G und im Riesenslalom Gas geben.“

ddy

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