Nachdem der Tegernsee durch den Regen stark abgekühlt hatte, schwomm Eike Zywietz im Neoprenanzug.
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Nachdem der Tegernsee durch den Regen stark abgekühlt hatte, schwomm Eike Zywietz im Neoprenanzug.

Vom Strandbad Rottach bis zum Strandbad Kaltenbrunn

Eike Zywietz durchschwimmt den Tegernsee

  • Sebastian Schuch
    VonSebastian Schuch
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Einmal längs durch den Tegernsee, 6,7 Kilometer in unter zwei Stunden. Eike Zywietz aus der Nähe von Düsseldorf hat sich einer eigenen Herausforderung gestellt.

Tegernseer Tal – In Zeiten ausbleibender oder immer wieder verschobener Wettkämpfe suchen sich Ausdauersportler ihre eigenen Herausforderungen. Das gilt für die Athletinnen und Athleten aus dem Landkreis, aber freilich auch für Sportler von außerhalb, die ihre persönlichen Ziele im Landkreis verfolgen. Zu dieser Gruppe gehört Eike Zywietz, der am Montag den Tegernsee der Länge nach durchschwommen hat.

Auch bei dem 38-Jährigen aus der Nähe von Düsseldorf, der seit 1998 an Triathlons teilnimmt und auch schon in der 2. Bundesliga gestartet ist, war die Zeit ohne Wettkämpfe der Auslöser für die Tegernsee-Durchquerung. Die konkrete Idee kam ihm im Juni beim Schwimmen in Spanien. „Da habe ich gedacht, ich bin im Sommer am Tegernsee und könnte das versuchen“, sagt Zywietz. Bei seinen Besuchen im Tal hat er den Tegernsee schon quer durchschwommen, aber nicht längs. Also machte er sich an die Planung.

Was Zywietz schon zuvor entgegenkam, waren sein Sportstudium und der Job als Personal Trainer. So hatte er keine Probleme, sich über den Winter mit einem eigenen Programm fit zu halten, und mit dem Schwimmen hatte er auch schon vor der Öffnung der Freibäder begonnen. Eine Grundlage war also vorhanden – und trotzdem musste er sich nach der langen Pause – gerade im Wasser – erst wieder an die Belastung gewöhnen, per Intervalltraining an die Umfänge herantasten. 6,7 Kilometer, so hatte Zywietz vorab online vermessen, sind es vom Strandbad in Rottach am Ostufer entlang bis zum Strandbad Kaltenbrunn. Start und Ziel hatte er aufgrund der guten Erreichbarkeit und Ein- beziehungsweise Ausstiegsmöglichkeiten gewählt.

Alle Daten hat Eike Zywietz getrackt und kann so genau sagen, wie lange er für die Durchquerung benötigt hat.

Im Tal angekommen hieß es, auf den richtigen Moment warten. „Seit ich hier bin, bin ich damit beschäftigt, auf die Wetterapp zu schauen“, beschreibt Zywietz. Ein Start am Wochenende wäre vielleicht in einzelnen Fenstern möglich gewesen, doch riskieren wollte der 38-Jährige nichts. Außerdem ist sein Begleiter Dennis Rombey, der ihn auf einem SUP begleitete und verpflegte, erst am Freitag angekommen. So wartete er bis Montag und stürzte sich kurz vor 8 Uhr, bevor der Schiffsverkehr anläuft, in die Fluten.

„Die ersten 500 Meter gingen erstaunlich gut. Fast schon zu schnell“, berichtet er. Also nahm er etwas Tempo raus, um nicht direkt zu „überzocken“. Bis auf die letzten 1,5 Kilometer blieb der See ruhig, dann kamen leichte Wellen und auch etwas Strömung hinzu. „Ich musste etwas kämpfen, um den Kurs halten zu können.“ Das gelang und nach 1:45:41 Stunden erreichte Eike Zywietz das Ziel. „Ich war schon ganz schön fertig, aber es hat Spaß gemacht“, berichtet der Sportler. Zur Belohnung konnte er bei bestem Sonnenschein über den See blicken und die Strecke, die er soeben zurückgelegt hatte, in aller Ruhe genießen.

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