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Einsame Spitze: Holly Bradshaw aus Großbritannien meisterte als Einzige die 4,81 Meter und gewann damit die Frauen-Konkurrenz – inklusive britischem und Meeting-Rekord.
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Experten: Organisator Franz Sollacher (M.) und die Kommentatoren Christian Köck (l.) und Michel Frauen.
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Traum-Debüt: Changrui Xue feierte seinen Sieg in Rottach.
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Unter den Erwartungen: Tobias Scherbarth blieb ohne gültigen Versuch und wurde Letzter.
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Große Ehre: Die Nachwuchssportler vom TSV Rottach-Egern durften mit den Profis einlaufen.
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Hautnah dabei : Die Bahn, auf der die Athleten Anlauf nehmen, ist lediglich einen Meter von den Zuschauern entfernt.
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Außergewöhnlich: Das Stabhochsprung Meeting im Rottacher Kurpark findet als Einziges weltweit auf dem Wasser statt.
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Tollen Sport sahen die Zuschauer im Rottacher Kurpark beim Stabhochsprung-Meeting.

Neuer Meeting-Rekord

Frauen stehlen bei Stabhochsprung-Meeting Männern die Show

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Die Britin Holly Bradshaw gewinnt das Stabhochsprung-Meeting in Rottach-Egern mit dreifacher Bestleistung. Der Chinese Changrui Xue holt Sieg den Sieg bei den Männern. 

Rottach-Egern – Der Freitags-Bewerb bei der zehnten Ausgabe des Rottacher Stabhochsprung Meetings war ins Wasser gefallen – das einzige, was am Samstag nass wurde, war die Latte der Sprunganlage. Der Schweizer Dominik Alberto hatte den Querbalken bei seinem Sprung so schwungvoll touchiert, dass dieser im See landete. Für das meiste Aufsehen unter den Zuschauern sorgte aber eine Frau: Die Britin Holly Bradshaw sicherte sich nicht nur den Sieg in der Frauen-Konkurrenz, sondern nebenbei auch noch eine neue persönliche Bestleistung, Meeting-Rekord und obendrein britischen Rekord.

Ein versöhnliches Ende für die Jubiläumsausgabe, nach einem mehr als durchwachsenen Start. Denn irgendwie schien es das Schicksal in diesem Jahr nicht allzu gut zu meinen mit den Organisatoren. Die erste Hiobs-Botschaft: Das Rottacher Seefest, das eigentlich am vergangenen Dienstag hätte stattfinden sollen, wurde witterungsbedingt auf Donnerstag verschoben. Statt drei Tagen blieb Franz Sollacher und seinen Helfern nur eine Nacht für den Aufbau. „Wir haben um vier Uhr in der Früh angefangen“, sagt der Chef-Organisator.

Nur um dann festzustellen, dass die ganze Eile im Prinzip umsonst war. Denn wegen eines technischen Defekts an einer Stütze musste die Nachwuchs-Konkurrenz der Frauen, der Sepp Mannhardt-Gedächtniscup, ausfallen. „Wegen des Regens hätten wir den Wettkampf aber auch ohne den Defekt nicht durchgebracht“, sagt Sollacher. Wenn schon nicht aufs Wetter – auf seine rund 40 fleißigen Helfer ist Verlass: „Ein paar sind um 22 Uhr noch nach Gräfelfing gefahren und haben da Ersatz für die Stütze beschafft.“ Vier Stunden später war die Anlage bereit für den Wettkampf.

Der entschädigte für den immensen Aufwand im Vorfeld. Vor allem der heiße Kampf, denn sich die Frauen lieferten. So richtig Fahrt nahm die Konkurrenz bei 4,55 Metern auf, als die deutsche Hallen-Vize-Europameisterin Liza Ryzih unter tosendem Applaus einstieg und die Marke prompt im ersten Versuch übersprang. „Sicher und kontrolliert“, so die Einschätzung von Rottachs Bürgermeister Christian Köck, der gemeinsam mit Ex-Profi Michel Frauen den Kommentator gab.

Auch die US-Amerikanerin Katie Nageotte nahm die 4,55 Meter im ersten Versuch, Bradshaw zog im Zweiten nach. Den übrigen Athletinnen, darunter die Siebte der Weltrangliste, Anzhelika Siderova aus Russland, und Vorjahressiegerin Annika Roloff, blieb von da an nur die Zuschauerrolle. Aber auch die hatte beim anschließenden Spektakel einiges für sich. Bradshaw und Nageotte meisterten die 4,65 Meter, Ryzih pokerte und ließ aus. Auch die 4,73 Meter lieferten keinen Sieger. Wohl aber die 4,81 Meter, die Bradshaw, Olympia-Sechste von London, im zweiten Versuch als Einzige bezwang. Ein dreifacher Rekord, den nicht nur sie, sondern auch die Zuschauer frenetisch bejubelten.

Während bei den Frauen zum Sieg Bestleistungen nötig waren, ging es bei den Männern nur für einen hoch hinaus: Changrui Xue. Der Chinese, Debütant beim Rottacher Stabhochsprung Meeting, meisterte als Einziger die 5,65 Meter. Das übrige Feld – mit Ausnahme des US-Amerikaners Logan Cunningham – hatte bereits bei 5,45 Meter Schwierigkeiten. Mit seiner Befürchtung, dass die Sportler „wegsterben wie die Fliegen“, sollte Köck letztlich recht behalten.

Xues Ambitionen auf den Sieg waren für das geübte Auge bereits bei 5,55 Metern zu beobachten. Die meisterte der Chinese mit deutlichem Abstand zu Querstange – im Springer-Jargon „ein Haus bauen“. Köcks Kommentar: „Wer die chinesischen Städte kennt, der weiß wie hoch die Häuser da sind.“ Auf jeden Fall mindestens 5,65 Meter.

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