Spannung an den Brettern: Bei der Internationalen Offenen Bayerischen Meisterschaft treten sowohl Amateure als auch Profispieler gegeneinander an. Archiv: Der Tegernsee
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Spannung an den Brettern: Bei der Internationalen Offenen Bayerischen Meisterschaft treten sowohl Amateure als auch Profispieler gegeneinander an. Archiv: Der Tegernsee

Internationale Offene Bayerische Meisterschaft findet im Oktober wieder statt

Hochkarätiges Teilnehmerfeld: IOBM in Stunden ausgebucht

  • VonHans-Peter Koller
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Nach einem Jahr Pause soll die Internationale Offene Bayerische Schach-Meisterschaft am Tegernsee wieder stattfinden. Die Plätze waren ratzfatz vergriffen.

Tegernsee – Der Auftakt war die Idee, ein mehrtägiges Schach-Turnier am Tegernsee zu veranstalten. Für Profis gleichermaßen wie Amateure und Nachwuchsspieler. Horst Leckner, der Verantwortliche der Sparte Schach im TV Tegernsee, und der weltweit bekannte Experte Artur Jussupow aus Bad Wiessee machten sich an die Umsetzung, holten die Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT) ins Boot und hoben 1997 die Internationale Offene Bayerische Meisterschaft (IOBM) aus der Taufe. Ab dem 23. Oktober steht – nach einem Jahr Corona-Pause – auf Gut Kaltenbrunn in Gmund die 24. OIBM an. Eine Erfolgsgeschichte, die ihresgleichen sucht.

„Es war schon eine Mammutaufgabe, bis erstmals die Schachuhren tickten. Aber letztendlich haben sich die Mühen gelohnt“, blickt Leckner auf die Anfänge zurück. In den 24 Jahren hat sich viel getan. Die Familie Leckner hat sich aus der Organisation zurückgezogen und der TTT um den Hauptverantwortlichen Peter Rie das Feld komplett überlassen. „Zwischenzeitlich sind wir fast das ganze Jahr mit der OIBM befasst“, erklärt Rie, „aber letztendlich rechnet es sich.“

Da das Turnier auf neun Tage angesetzt ist, und die Teilnehmer aus aller Herren Länder anreisen, profitiert das ganze Tegernseer Tal von den Könnern auf den schwarz-weißen Feldern. „Wertschöpfung“ heißt das Zauberwort mit Blick auf rund 5000 Übernachtungen und den Umsatz in der tourismusarmen Zeit im Spätherbst.

Teilnehmerzahl heuer auf 350 begrenzt

Wie aber gelingt es, Schachspieler aus China, Amerika und Australien an den Tegernsee zu locken, den sie bislang nur von Filmen und Zeitschriften kannten? Es ist der Ruf, dem eines der größten Turniere Europas vorauseilt. Ein elitäres Teilnehmerfeld mit namhaften Großmeistern, eine Bilderbuchlandschaft für Ausflüge und Aktivitäten und im speziellen der weltweit bekannte Tegernsee. Ehe sich Leckner als Turnierdirektor zurückzog, legte er noch Hand bei der Auswahl seines Nachfolgers an. Er favorisierte Sebastian Siebrecht aus Essen, der in der Szene bekannt und anerkannt ist. Zu dessen Aufgaben gehört es auch, das Feld mit mindestens 20 Großmeister zu füllen und das Schiedsrichter-Team auszuwählen.

Was die höchst dekorierten Großmeister angeht, hat Siebrecht auch heuer eine sehr gute Wahl getroffen. Mit Matthias Blühbaum, Alexander Donchenko und Vincent Keymar haben die drei Spitzen der deutschen Nationalmannschaft zugesagt. Mit Daniele Vocaturo wird die italienische Nummer eins am Tegernsee erwartet, und Pavel Eljanov aus der Ukraine ist mit einer Internationalen Bewertungszahl (ELO) von 2671 einer von sechs Spielern, die die Schallmauer von 2600 Punkten durchbrochen haben. Ein Augenmerk hat auch der niederländische Jung-Großmeister Max Warmerdam verdient, der bereits mit 15 Jahren die entscheidende dritte Titel-Norm erkämpft hat.

Die Fülle an punktstarken Großmeistern zieht auch den hoffnungsvollsten Nachwuchs Deutschlands an, der sich durch erfolgreiches Abschneiden eine Titelnorm für einen Internationalen oder gar einen Großmeister erhofft. „Die komplette U12 Deutschlands wird kommen“, verdeutlicht Siebrecht. „Alle wollen wieder an die Bretter. Vor allem bei einem so hochkarätigen Turnier.“

Um den Pandemievorgaben gerecht zu werden, wurde die Teilnehmerzahl auf Gut Kaltenbrunn von gut 500 möglichen Aktiven auf 350 begrenzt. „Die Plätze waren ratzfatz weg“, sagt Siebrecht. Die Warteliste ist ellenlang.

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