Im Zielsprint sicherte sich Tobias Tent (l.) doch noch den Titel über 1500 Meter. Er hatte nur zwei Tausendstelsekunden Vorsprung.
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Im Zielsprint sicherte sich Tobias Tent (l.) doch noch den Titel über 1500 Meter. Er hatte nur zwei Tausendstelsekunden Vorsprung.

Tent bayerischer U18-Meister über 1500 Meter – Zeug holt Hammer-Bronze

Tent sorgt für knappste Entscheidung der Titelkämpfe

  • VonLudwig Stuffer
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Tobias Tent ist derzeit einfach nicht zu stoppen: Der Waakirchner sicherte sich den bayerischen U18-Titel über 1500 Meter. In Erding gab es für den Landkreis weitere Medaillen.

Landkreis – Die Landkreis-Leichtathleten präsentierten sich auch am zweiten Wettkampftag bei den Bayerischen Meisterschaften der Männer, Frauen und der Jugend U18 von ihrer besten Seite. Die Erfolgsbilanz wurde mit einer Gold- und einer Bronzemedaille weiter aufpoliert.

Tobias Tent aus Waakirchen ging diesmal nicht auf seiner eigentlichen Spezialstrecke an den Start, und damit „verschenkte“ der beste Bayer der Saison das mögliche Gold über 3000 Meter. Allerdings startete der 15-Jährige in Erding auf der für ihn kurzen 1500 Meter-Distanz der männlichen U18. Im Hinblick auf die Deutschen Meisterschaften in zwei Wochen in Rostock wollte er nach Anraten seiner Trainer nicht mehr zu viel Kraft auf der längeren Strecke verschwenden, deshalb versuchte er sich auf einer Alternative.

Und dieser Ersatzauftritt entwickelte sich zu einem Krimi, in dem Tent eine der beiden Hauptrollen spielte. Nach einer langen Führungsarbeit und vielen taktischen Spielereien ging es auf der letzten Runde mächtig zur Sache – und 100 Meter vor dem Ziel lag der Waakirchener „nur“ noch auf der zweiten Position. Nach einem harten Endspurt fiel die Entscheidung: Mit 4:14,03 Minuten wurde Tobias Tent im Trikot der LG Stadtwerke München neuer bayerischer Meister. Nach einer langen Auswertungszeit des Zielgerichts lag er nur zwei Tausendstelsekunden vor David Scheller von der TG Würzburg (4:14,05 Minuten), Dritter wurde Lukas Amadori von der LG Erlangen mit 4:14,66 Minuten.

Drei Rekorde verzeichnete der Gymnasiast noch oben drauf: Seine persönliche Bestzeit steigerte er um 1,79 Sekunden. In Erding hat er zudem noch nie verloren – und dies auf unterschiedlichen Strecken. Zudem sorgte der Nachwuchsathlet für die knappste Entscheidung dieser Titelkämpfe, denn nicht einmal in den Sprint-Wettbewerben ging es diesmal so dicht um Titel oder Niederlage.

Zeug holt Bronze im Hammerwurf

Der zweite Wettkampftag sollte sich auch für Sabrina Zeug von der SG Hausham rentieren. Nach zwei Vize-Titeln im Kugelstoßen und Diskuswurf (wir berichteten) eroberte sie im Hammerwurf Bronze. Mit 47,99 Metern unterlag sie nur der nationalen Elite-Athletin Nancy Randig vom SWC Regensburg mit 60,12 Metern sowie Jessyka Schneider vom TV Hindelang mit 50,81 Metern. Auch im Speerwurf-Finale etablierte sich die 29-Jährige in der Bayern-Elite. Mit 40,95 Metern wurde sie achtbare Fünfte. Damit war die ehrgeizige Haushamerin übrigens die einzige Werferin dieser Titelkämpfe, die in allen vier Wurfdisziplinen an den Start ging. Gold gewann hier Johanna Siebler von der LG Stadtwerke München mit 44,88 Metern vor Sydney Hollering von der LG Fichtelgebirge mit 44,48 Metern.

Riesiges Lob kam im Anschluss von Trainer Hans Zenzinger: „Bei dem Wind im Speerwurf war es diesmal echt schwer, eine gute Leistung zu bringen, und Sabrina hat dies voll erfüllt.“ Der erfahrene Coach merkte an, dass seine Athletin so weit in ihrem Leistungssoll geblieben sei, während die besseren Werferinnen gleich um mehrere Meter an ihren Bestmarken vorbei schrammten. „Das war dann schon mehr als gut, wie sie hier mit den Bedingungen zurechtkam“, sagte er zufrieden.

Sabrina Zeug sicherte sich im Hammerwurf ihre dritte Medaille in Erding.

Nicht ganz zufrieden war im Hammerwurf Christina Stumböck: Die frisch gekrönte Diskus-Meisterin erreichte mit dem Vier-Kilogramm-Hammer den fünften Platz. Mit 40,90 Meter kam sie nicht ganz an ihre Bestmarke heran und dies ärgerte sie. „Ja, aber Christina muss noch lernen, dass sie nicht jedes Mal eine Bestleistung werfen kann“, meinte Zenzinger.

Haller startet bei Deutschen Jugend-Meisterschaften

Nach seinem Bayern-Titel über 400 Meter ging der Holzkirchner Luca Haller auch im 200 Meter-Rennen auf die Jagd nach einem Spitzenplatz. In der übermächtigen Konkurrenz der Kurzsprinter verkaufte er sich im Trikot der LG Stadtwerke München rundum gut. Mit 23,59 Sekunden belegte er den fünften Rang und verfehlte seine Bestzeit nur um fünf Hundertstelsekunden. Gold ging an den hochfavorisierten Maximilian Achhammer vom TSV Schwandorf mit 22,10 Sekunden vor Roman Kobar vom TuS Traunreut (22,72 Sekunden).

Ganz fest steht mittlerweile auch, dass Haller bei den Deutschen Jugend-Meisterschaften in Rostock an den Start über 400 Meter gehen wird. Nur 24 Athleten sind coronabedingt bei den Titelkämpfen in knapp zwei Wochen startberechtigt – und der 17-Jährige ist nach dem erfolgten Meldeschluss die Nummer 22 im Bundesgebiet.

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