Zum sechsten Mal Landkreissportlerin des Jahres: Viktoria Rebensburg freute sich über die Auszeichnung zum Ende ihrer aktiven Karriere, die sie von Redakteur Sebastian Schuch erhielt.
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Zum sechsten Mal Landkreissportlerin des Jahres: Viktoria Rebensburg freute sich über die Auszeichnung zum Ende ihrer aktiven Karriere, die sie von Redakteur Sebastian Schuch erhielt.

Viktoria Rebensburg siegt zum sechsten Mal, Sabrina Zeug und Vanessa Hinz voll im Training

Lohn für ein schwieriges Jahr

  • Sebastian Schuch
    VonSebastian Schuch
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Ein aus unterschiedlichen Gründen schwieriges Jahr liegt hinter Viktoria Rebensburg, Sabrina Zeug und Vanessa Hinz. Jetzt wurden sie als Sportlerinnen des Jahres ausgezeichnet.

Kreuth – Am Hirschberg stand Viktoria Rebensburg laut ihrer Mutter Dagmar mit zweieinhalb Jahren das erste Mal auf Skiern. Am Hirschberg verkündete die Skirennläuferin im vergangenen Herbst ihr Karriereende. Da ist es nur passend, dass die Kreutherin im Hirschbergstüberl am Fuße ihres Haushangs den Preis als Sportlerin des Jahres der Heimatzeitung entgegennahm. Gemeinsam mit ihren Eltern, der zweitplatzierten Leichtathletin Sabrina Zeug, Trainer Hans Zenzinger und Landkreis-Sportreferentin Sabine Kirchmair, die stellvertretend für Landrat und Sportlerwahl-Schirmherrn Olaf von Löwis vor Ort war, blickte Rebensburg auf ihre Karriere, aber auch die knapp zehn Monate seit dem Ende ebenjener zurück.

Zum insgesamt sechsten Mal haben die Leserinnen und Leser der Heimatzeitung die 31-jährige Rebensburg bereits die Landkreis-Krone aufgesetzt. Erstmals für das Jahr 2009, zuletzt für 2015 – und jetzt, quasi als Würdigung ihres sportlichen Lebenswerks mit Riesenslalom-Gold bei den Winterspielen 2010 in Vancouver, Bronze 2014 in Sotschi, drei Gesamtsiegen im Riesenslalom-Weltcup und insgesamt 19 Weltcupsiegen.

Ihr letzter dürfte dabei einer der schönsten gewesen sein: am 8. Februar 2020 auf der Kandahar in Garmisch. Ihr erster Abfahrtssieg im Weltcup überhaupt. Diesen konnte sie noch völlig losgelöst mit ihrer Familie und den Fans feiern. Und doch war es rückblickend ein bittersüßer Sieg für Rebensburg, stürzte sie doch am Folgetag schwer und zog sich einen Bruch des Schienbeinkopfes zu. Ebenjene Verletzung, die letztlich Auslöser für das Karriereende sein sollte. „Mir ist wichtig, wenn ich am Start stehe, dass die Überzeugung da ist“, erklärte die Kreutherin. Dieses Gefühl habe sie trotz des Trainings für ein Comeback nicht gehabt.

Dafür konnte sie den vergangenen Winter nutzen, um „viel übers Skifahren zu lernen“. Abseits der Pisten oder im Tiefschnee fahren oder auf Skitouren gehen. „Das habe ich extrem genossen.“ Natürlich habe sie das auch als aktive Athletin gemacht. Aber nur vereinzelt und nicht so ausgiebig. Der Fokus sei immer auf der Wettkampfvorbereitung gelegen. Außerdem hat Rebensburg bereits den DSV-Skilehrer und den großen Lawinenlehrgang gemacht und absolviert derzeit die Ausbildung zur staatlichen Skilehrerin. Klassisch als Trainerin arbeiten will sie aber, Stand jetzt, nicht. „Ich habe gedacht, in vier Jahren mache ich das nicht mehr“, erklärte sie.

Zukunftspläne mit interessanten Projekten hat sie einige. Konkret verraten will die Kreutherin aber noch nichts. Nur so viel: „Ich habe mich in den letzten Monaten mit möglichst vielen Leuten aus unterschiedlichen Bereichen getroffen. Das will ich beibehalten.“ Viel wichtiger ist ihr, dass sie ihr 2017 gestartetes Programm „Fit & Aktiv“ vergangene Woche nach den langen Corona-Einschränkungen wieder beginnen konnte. Bei diesem setzt sie sich mit den fünf Bausteinen Bewegung, Ernährung, Vorsorge, Entspannung und Selbstwirksamkeit, also der Entwicklung der mentalen Stärke, für eine bessere Gesundheit bei Kindern ein. Dieses Jahr liegt ihr Fokus vor allem auf Schulen, wo die Kinder viele Monate keinen Sportunterricht hatten.

Sabrina Zeug zwischen Arbeit und Sport

Das Problem Bewegungsmangel bei Kindern sieht auch Leichtathletin Sabrina Zeug. Wie hoch die Hürden für den vereins- und verbandsbasierten Sport in den vergangenen Monaten waren, musste sie am eigenen Leib erleben. Als amtierende bayerische Meisterin im Kugelstoßen und deutsche Meisterin im Steinstoßen durfte sie nicht an den ersten Sportfesten des Bayerischen Leichtathletik-Verbands teilnehmen, weil ihr Kaderstatus zunächst nicht anerkannt worden war.

Überhaupt war die Zeit seit Ausbruch der Corona-Pandemie sehr fordernd für die 29-Jährige. Einerseits beruflich als Apothekerin, die täglich in vorderester Linie mit dem Virus konfrontiert ist, und andererseits die Kombination mit dem Sport und der lange unsicheren Situation. Gab es 2020 noch einige Wettkämpfe mit strengen Konzepten, wurde heuer bis Mitte Mai alles abgesagt. Eine gezielte Trainingssteuerung auf einen Wettkampf: unmöglich. „Du hast nie gewusst, wann es losgeht“, sagt Zeug. Trotzdem fand sie die Situation 2020 schlimmer. Das Training sei deutlich eingeschränkter gewesen, weil es Vorgaben wie Kaderstatus oder ähnliches nicht gab. „Ende April waren wir eigentlich viel weiter“, sagt sie dennoch.

Strahlende Zweite: Leichtathletin Sabrina Zeug (l.) erhielt ihren Pokal von Sportreferentin Sabine Kirchmair.

Immerhin: Die nächsten Wochen dürften spannend werden für die Haushamerin – hoffentlich ausnahmslos sportlich. Bereits an diesem Sonntag finden die Oberbayerischen Meisterschaften in Erding statt, kommende Woche die Deutschen Meisterschaften im Rasenkraftsport in Wasserburg und zwei Wochen später erneut in Erding die Bayerischen Leichtathletik-Meisterschaften. Die Süddeutschen Meisterschaften sind für August angesetzt – „vorausgesetzt, sie finden statt“.

Auch die Schlierseer Biathletin Vanessa Hinz steckt mitten in der Vorbereitung auf den kommenden Winter mit den Olympischen Spielen in Peking. Deshalb konnte sie nicht am Termin in Kreuth teilnehmen und erhält ihre Auszeichnung bei einer passenden Gelegenheit. Im Anschluss dürfte die 29-Jährige auf ähnliche Ergebnisse hoffen wie im Frühjahr 2020, als sie völlig überraschend Vize-Weltmeisterin im Einzel wurde und bei den Titelkämpfen in Antholz zudem Staffel-Silber holte. Eine Olympia-Medaille fehlt der Schlierseerin nämlich noch. 2018 in Pyeongchang hatte sie diese als Sprint-Fünfte und auf Platz vier mit der Mixed-Staffel knapp verpasst.

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