Familiäres Turnier vor Kitschkulisse: Der erste Wettkampf beim LRFV Tegernseer Tal seit 16 Jahren war ein Erfolg für Veranstalter und Teilnehmer.
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Familiäres Turnier vor Kitschkulisse: Der erste Wettkampf beim LRFV Tegernseer Tal seit 16 Jahren war ein Erfolg für Veranstalter und Teilnehmer.

Wieder am Start

Mit viel Liebe zum Detail: LRFV Tegernseer Tal veranstaltet erstes Turnier seit 16 Jahren

Auch wenn beim ersten Dressur- und Spring-Turnier des LRFV Tegernseer Tal nicht alles rund lief, war die Premiere ein voller Erfolg.

Rottach-Egern – Im Grunde war es eine Premiere: Als das letzte Reitturnier auf der Kirschner Alm stattfand, war Raphaela Meixner gerade mal fünf Jahre alt. 16 Jahre später ist sie, zusammen mit ihrer Schwester Luisa (23), als Organisatorin für die Dressur- und Spring-Wettkämpfe zuständig, die am Wochenende in Rottach-Egern am Fuße des Ringbergs ausgetragen wurden: 14 Prüfungen bis zur Klasse M waren ausgeschrieben, über 330 Nennungen gingen beim Veranstalter ein.

„Wir sind ja ein sehr kleiner Verein, nicht mal 40 Mitglieder“, erzählte Raphaela Meixner, die selber Dressur bis zur schweren Klasse (S**) reitet und vier Jahre erfolgreich im Bayernkader mitmischte. „Aber wir hatten lange Zeit kaum Leute, die Interesse am Turniersport haben. Das hat sich erst in den letzten zwei Jahre geändert“, erklärt sie die lange Turnierpause des Ländlichen Reit- und Fahrvereins (LRFV) Tegernseer Tal. Meixners Eltern, (Klein-)Tierärztin Dr. Stephanie und Veterinär Michael Meixner, betreiben den Stall auf dem eigenen, fünf Hektar großen Areal seit 1993. 23 Pferde sind hier untergebracht, fünf davon nutzt das Hotel Bachmair als Schulpferde.

Gute Organisation ist alles

Ein Turnier auf die Beine zu stellen dauert. Bereits im Mai haben die Schwestern mit der Planung angefangen. „Das größte Problem war, dass ich am Anfang gar nicht wusste, wie und wo ich überhaupt anfangen sollte. Ich war sozusagen planlos“, sagt Raphaela Meixner mit einem Lächeln. Das Ergebnis dieser anfänglichen Planlosigkeit: keine große Sache, im besten Sinne des Wortes. Statt aufwendigem Gedöns in Form eines überambitionierten Prüfungsmarathons viel Liebe zum Detail. Das wurde dann auch von den Aktiven goutiert. Meixner hatte auf Sicht geplant, das Ergebnis war ein freundlich-familiäres Turnier vor kitschig-schönem Bergpanorama, bei dem auch Stall-Chefin Stephanie Meixner immer wieder selbst bei allen anliegenden Arbeiten zupackte.

Der Zeitplan konnte aufgrund der hohen Teilnehmerzahl zwar nicht immer eingehalten werden, ein Problem, mit dem aktuell viele Veranstalter zu kämpfen haben: Die alte Regel, dass höchstens zwei Drittel der Genannten auch kommen, scheint derzeit außer Kraft. Gute Organisation ist da alles, und so konnte die Gastgeberin auch noch selber in den Sattel steigen: Raphaela Meixner gewann am Freitag die Dressurpferdeprüfungen der Klassen A und L auf der fünfjährigen Stute Fibonacca.

Was so ein Turnier selbstverständlich nur bedingt leisten kann: den Aktiven ihre Aufgeregtheit und Selbstzweifel nehmen. „Ich weiß gar nicht, warum ich mir das antue“, sagte etwa Daniela Gaedtke vom RVF Oberland in Otterfing seufzend vor ihrem Start mit Wallach Stoneless in der A-Dressur. „Ich habe zwei Nächte nicht richtig geschlafen.“ Als sie mit einer Wertnote von 7,4 auf Platz fünf landete, hüpfte sie heiter herum wie ein kleines Kind. Ihre Stallkollegin Sophia Forbes belegt mit Morgensterns Non Plus Ultra, den alle nur „Nopsi“ nennen, in derselben Prüfung Platz vier, war aber trotz einer 7,7 unzufrieden: „Er ging nicht richtig vorwärts“, haderte sie.

Turnier verstärkt Zusammenhalt im LRFV

Zu den erfolgreichsten Teilnehmerinnen an diesem Wochenende zählte Helena Moosrainer vom Hofgut Allerer, die gleich mit drei Pferden am Start war. Sie wurde am Freitag Dritte in der L-Dressur und siegte am Samstag in drei Prüfungen: der A-, L- und M-Dressur. Heimlicher Höhepunkt war am Sonntag die Jump & Run-Prüfung auf einem top Rasen-Springplatz: Ein Reiter-Läufer-Paar musste hier jeweils den Parcours überwinden, das Paar mit der besten Zeit gewinnt. Anfeuerungsrufe, Action, Jubel – ein Spaßfaktor gegen die sonst gebotene Ernsthaftigkeit.

Raphaela Meixner war glücklich. Alles hat soweit funktioniert. Und, nicht unwichtig: „Das Turnier hat den Zusammenhalt in unserem kleinen Vereins noch mal verstärkt, alle habe prima mitgeholfen und hatten Spaß – auch Freunde und Bekannte, die gar nicht Mitglied sind.“ Fazit: Die Premiere ist gelungen.

Volker Camehn

Alle Ergebnisse

unter www.fnverlag.de/fn-erfolgsdaten/veranstaltung/34212/-Rottach-EgernObb.

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