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„Beides macht wahnsinnig Spaß“: Christoph Lechner ist begeisterter Mountainbiker und Snowboarder.

Snowboard Freestyle

Das Multitalent

Waakirchen – Christoph Lechner vertritt Deutschland bei den 2. Olympischen Jugend-Winterspielen in Lillehammer. Der 15-Jährige ist nicht nur ein herausragender Snowboarder, sondern auch ein talentierter Mountainbiker.

Erst einen Monat ist es her, dass Christoph Lechner von seiner Teilnahme an den Olympischen Jugend-Winterspielen 2016 erfahren hat. „Ich war schon überrascht“, sagt der 15-Jährige. „Eigentlich sollte ein anderer nominiert werden, doch letztendlich zählten die Punkte aus der laufenden Saison – und da habe ich mehr.“

Der Auftritt bei den Spielen, die von 12. bis Sonntag, 21. Februar, im norwegischen Lillehammer ausgetragen werden, ist der bisherige Höhepunkt in Lechners noch junger Sportlerkarriere. Begonnen hat er diese schon mit drei Jahren. „Damals stand ich das erste Mal auf Skiern, mit fünf dann auf dem Snowboard.“ Durch Zufall kam der Waakirchner zum Leistungssport: „Mein Papa hat mich beim Freestyle-Snowboarden gefilmt und das Video online gestellt. Kurze Zeit später nahm der Trainer von Snowboard Germany Kontakt zu mir auf und lud mich zum Probetraining ein.“

Parallel zum Freestyle trainierte er zunächst auch für Rennen, doch mit dem Bestehen der Probezeit entschied er sich für die erste Disziplin. „Die gefällt mir einfach besser, weil es darum geht, im Team Spaß zu haben.“ Seit der Saison 2014/15 bestreitet der Snowboarder des SC Ostin damit Wettbewerbe im Europacup.

Auch im Sommer gönnt sich Lechner keine Trainingspause und widmet sich seiner zweiten großen Leidenschaft, dem Radsport. Durch seine Eltern kam er schon früh zum Mountainbiken und übt dieses Hobby nun seit fünf Jahren im Team der Équipe Vélo Oberland in Holzkirchen aus. Seit 2013 ist er im Nachwuchskader des bayerischen Radsportverbands. Damit schaffte er im vergangenen Jahr sogar den Gesamtsieg im Bayerncup.

Beide Sportarten gefallen Lechner gleich gut, für eine entscheiden könnte er sich derzeit nicht. „Sie sind schwer zu vergleichen“, begründet er das. „Beim Snowboarden geht es vor allem um Koordination und die Freude im Team. Beim Mountainbiken ums Runterfahren. Beides macht wahnsinnig Spaß.“

Den lässt er sich auch von ersten Rückschlägen und Verletzungen nicht nehmen. Denn in den vergangenen Osterferien zog er sich beim Snowboarden einen Milzriss zu, im Sommer folgte dann noch einen Außenbandriss beim Radfahren. „Aber jetzt bin ich wieder ganz fit“, kommentiert er dies locker.

Neben dem Sport besucht Lechner seit eineinhalb Jahren das Christophorus Sport-Gymnasium in Berchtesgaden. Schwierig sei es schon, die Schule mit dem Leistungssport zu vereinbaren, „aber seit Berchtesgaden ist es leichter, weil es dort einige Nachhilfe-Angebote gibt“. Viel Zeit für weitere Hobbys bleibt dann schon nicht mehr. „Außerdem ist das Internat auf einem Berg. Da gibt es nichts anderes als Sport, ein paar Häuser und Essen.“

Dass sich die Mühen aus Schule und hartem Training auszahlen, zeigt jetzt die Nominierung für die Olympischen Jugendspiele. Lechner wird als Jüngster im deutschen Freestyle-Team antreten und nebenbei noch Zeit haben, das Land kennenzulernen. „Ich war noch nie in Norwegen und freue mich deshalb schon sehr darauf, mit meinem Trainer eine Tour durch Oslo und Lillehammer zu machen.“ Außerdem freut sich der 15-Jährige, Kontakte zu Jungsportlern aus anderen Nationen zu knüpfen. „Es ist schon spannend zu sehen, wie die fahren.“

Sein Ziel für diese Spiele ist es, seinen „Run zu schaffen, und einfach das Beste zu geben“. Das ist auch sein Plan für die nächsten Jahre. „Erstmal möchte ich mit dem Sport weitermachen, so lange es geht. Danach schaue ich weiter.“ Aber zunächst steht am Sonntag der Auftritt in Lillehammer an.

Sofia Eham

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