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Toni Tremmel punktet bei Weltcup und Medien

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Punkten für die Zukunft: Toni Tremmel überraschte in Kitzbühel mit einem starken ersten Lauf und einer Sicherheitsstrategie im zweiten Durchgang.
Punkten für die Zukunft: Toni Tremmel überraschte in Kitzbühel mit einem starken ersten Lauf und einer Sicherheitsstrategie im zweiten Durchgang. © Joe Klamar/AFP

Die Rennen am Hahnenkamm gehören seit Jahrzehnten zu den Höhepunkten des Winters. Und einen Höhepunkt hat auch Toni Tremmel beim Weltcup-Slalom am Ganslernhang mit Platz 18 erklommen.

Denn so stark hat sich der Technik-Spezialist vom FC Rottach-Egern noch nie in seiner Karriere präsentiert.

Spätestens nach dem ersten Durchgang hat der Toni zudem die Herzen der deutschen Slalom-Fans erobert und die Weltcup-Konkurrenz auf sich aufmerksam gemacht. Wer sich für Slalom interessiert, kennt die Größen wie Henrik Kristoffersen, Clement Noel, Jean-Baptiste Grange und Ramon Zenhäusern. Diese dürfen auch in jedem Weltcup-Slalom mit niedrigen Startnummern und niedrigen FIS-Punkten die Kippstangen beiseite boxen. Zweifelsfrei ein Vorteil, wenn es darum geht, den Cut zu schaffen – das Startrecht im zweiten Durchgang, das nur den besten 30 Fahrern vorbehalten ist.

Die Publikumslieblinge schafften in Kitzbühel locker den Cut. Und sie hatten noch eines gemeinsam. Alle vier waren langsamer als Toni Tremmel. Rang sieben für den Tegernseer. Wer diese Platzierung für den 25-Jährigen im Vorfeld gemutmaßt hätte, wäre als grenzenloser Optimist belächelt worden. Musste sich doch der Sportsoldat aufgrund seiner 15.16 FIS-Punkte mit der hohen Startnummer 50 in den bereits ausgefahrenen Stangenwald stürzen.

Durch seinen siebten Platz rückte Tremmel sofort in den Medien-Mittelpunkt. „Er ist so ein entspannter, so ein netter Typ“, erklärte ARD-Experte Felix Neureuther, „einfach tipp top.“ Die immer gestellte Frage, wie er den zweiten Durchgang angehen werde, beantwortete der Rottacher wie zuletzt in Wengen, wo er in der Endabrechnung Rang 22 und seine ersten Weltcup-Punkte erkämpfte, so: „Ich werde versuchen, Gas zu geben.“

Was verstand der Europacup-Fahrer, der bis vor Kurzem entweder gar nicht oder erst auf den letzten Drücker für Weltcup-Slaloms nominiert wurde, unter „Gas geben“? Mit Angriffslust die Kippstangen beiseite zu boxen und dabei hohes Risiko zu gehen auszuscheiden? Oder mit der Brechstange auf eine super Zeit zu spechten? Tremmel entschied sich für eine dritte Variante. Nicht auszuscheiden und wichtige Weltcup-Punkte zu sammeln. „Da war mehr für ihn drin“, stellte auch Neureuther nach dem zweiten Durchgang fest. „Der Toni hat die Sicherheitsvariante gewählt.“

Der Tegernseer fiel von Rang sieben auf Platz 18 zurück. Aber 13 weitere Weltcup-Zähler und eine Verbesserung in der FIS-Liste auf 11.94 Punkte sind für den 25-Jährigen nun fix. In zwei Slaloms hintereinander in den Punkten hat für Tremmel noch einen Vorteil: Beim Weltcup-Nachtslalom in Schladming am morgigen Dienstag ist er sicher dabei. Nicht als Nachrücker oder Lückenfüller, sondern als deutscher Hoffnungsträger.

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