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Toni Tremmel in Chamonix

Slalom Weltcup in Frankreich

Toni Tremmel fährt in Chamonix zu brav

  • vonHans-Peter Koller
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Der Rottacher Slalom-Spezialist Anton Tremmel hat es verpasst, sich beim Weltcup in Chamonix für die WM zu empfehlen. Er scheiterte zweimal im ersten Durchgang.

Rottach-Egern/Chamonix – Wenn die Theaterweisheit, dass eine schlechte Generalprobe zu einer guten Premiere führt, zutrifft, hat Toni Tremmel gute Chancen für die Weltmeisterschaft. Aber nach den beiden Weltcup-Rennen in Chamonix sieht es eher danach aus, als sollte der Rottacher für das WM-Ausgebot des Deutschen Skiverbands (DSV) keine Berücksichtigung finden. In Frankreich auf jeden Fall fuhr Tremmel zweimal trotz der annehmbaren Startnummer 40 zu brav und damit zu langsam.

Ohne den Lauf des Technikspezialisten vom SC Rottach-Egern gesehen zu haben, gab seine Körpersprache im Ziel Aufschluss: Mit hängenden Schultern und den Blick nach unten gerichtet, fuhr Tremmel flott hinter die Trennwand, die ihn vor den Fernsehkameras schützte. Aber die Bedingungen waren dem 26-Jährigen auch nicht entgegen gekommen. Am gestrigen Sonntag war der für Weltcup-Verhältnisse flache Hang in Chamonix drehend gesteckt. Die Läufer mussten also zwischen den Stangen mit Kraftaufwand das Tempo hoch halten, wodurch die Wannen zwischen den Toren schnell höher wurden. Da von den favorisierten Startern der Gruppe der ersten Dreißig nur Drei ausschieden, war es für die Läufer mit den höheren Nummern noch schwerer als sonst, den Cut für den zweiten Durchgang zu erreichen.

Tremmel darf auf WM hoffen

Erschwerend für Tremmel kam hinzu, dass der Kurs keine großen Tücken aufwies. Somit lagen zwischen dem Schnellsten und Rang 30, der noch für den Start im zweiten Lauf berechtigte, bei einer Laufzeit von 50 Sekunden nicht einmal zwei Sekunden. Die erste Zwischenzeit von Tremmel war stark. Aber auf dem Weg zur zweiten Zeitmessung war augenfällig, dass er mehrfach etwas zu spät zum Schwung ansetzte. „Der Toni fährt zu brav“, beurteilte Fernseh-Kommentator Frank Wörndl den Auftritt von Tremmel. Womit der Slalom-Weltmeister von 1987 Recht hatte. Platz 41 im Endklassement war definitiv nicht, was sich der Rottacher vorgenommen hatte.

Ein ähnliches Bild bot sich am Vortag, wobei hier die Verhältnisse mit Regen und Nebel schlechter waren. Auch hier trug Tremmel die Nummer 40 – und auch hier hatte es den Anschein, als würde der Rottacher nicht mit maximalen Risiko zugunsten einer engen Linie und massivem Druck auf dem Außen-Ski den Stangenwald bekämpfen. Dass es am Ende nur zu Platz 44 reichte, konnte Tremmel auch hier nicht zufriedenstellen.

Nun haben die Slalomfahrer nach einem an Rennen intensiven Januar bis zur Weltmeisterschaft Pause. Wer den DSV in Italien vertritt, liegt in der Verantwortung der Trainer und von Alpinchef Wolfgang Meier. Dass der DSV die Quote von vier Startern nicht ausnützt, ist unwahrscheinlich. Vielleicht hat ja Tremmel mit einer Nominierung Glück.

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