Zu früh gelandet ist Skispringer Moritz Baer bei der Vierschanzentournee in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen. Ausgerechnet bei einem der Saisonhöhepunkte passte seine Form nicht.
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Zu früh gelandet ist Skispringer Moritz Baer bei der Vierschanzentournee in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen. Ausgerechnet bei einem der Saisonhöhepunkte passte seine Form nicht.

Moritz Baer über sein Abschneiden bei der Vierschanzentournee und die Gründe

Technische Fehler nach Materialwechsel

  • vonEwald Scheitterer
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Nicht wie erhofft lief die Vierschanzentournee für Moritz Baer (SF Gmund-Dürnbach). Im Interview erklärt der Lenggrieser, warum.

Lenggries/Gmund – Eher durchwachsen fällt das Resümee von Skispringer Moritz Baer (SF Gund-Dürnbach) über seinen Auftritt bei der diesjährigen Vierschanzentournee aus, die gestern zu Ende gegangen ist. Während der 23-Jährige bis zur Halbzeit in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen bei dem traditionellen Event noch mit am Start war, musste der Lenggrieser anschließend zusammen mit der jungen nationalen Gruppe wieder die Heimreise antreten. Für Innsbruck und Bischofshofen war das Kontingent des Deutschen Skiverbands auf sechs Starter beschränkt. Die Heimatzeitung sprach mit Nachwuchs-Talent über seine persönlichen Eindrücke zur aktuellen Tournee.

Wie beurteilen Sie Ihren Auftritt bei der diesjährigen Tournee insgesamt?

Prinzipiell bin ich vom Ergebnis her nicht zufrieden. Ich habe zweimal das Finale der Top 30-Springer nicht erreicht. Das ist zwar nicht katastrophal, entspricht aber bei Weitem nicht meinem persönlichen Anspruch. Wenn ich aber von meinen Leistungen im Vorfeld der Tourneee ausgehe, dann freut es mich doch, dass meine Formkurve wieder ansteigend ist.

Wie ist das zu verstehen?

Noch im Frühsommer letzten Jahres war ich sehr gut drauf. Doch als im Herbst die Wettkämpfe anfingen, war ich ziemlich außer Form. Da waren selbst meine Ergebnisse im Continental Cup, also quasi der zweiten Liga, nicht gerade überragend. Ich habe mich sehr schwer getan. Da war mir dann schon klar geworden, dass es auch bei der Tournee nicht so recht klappen würde.

Haben Sie eine Erklärung dafür?

Ja. Es gab einige Materialumstellungen, worauf einige technische Fehler folgten. Skispringen ist ein hochsensibler Bereich und ich habe mich dabei etwas verzettelt, sodass ich dann auch das rechte Gefühl verloren habe. Vor allem fehlt es bei mir an der Beständigkeit. Mein bester Sprung, der schon wieder ganz in Ordnung war, gelang mir bei der Quali in Garmisch. Wenn freilich nur einer von zehn Sprüngen klappt, dann reicht das für so einen hochkarätigen Wettkampf aber nicht.

Bei der dürftigen Ausbeute hat das doch auch etwas mit Selbstvertrauen zu tun?

Natürlich, sehr viel. Das ist beim Skispringen wie in einer Spirale. Wenn es nicht klappt, dann geht’s insgesamt ziemlich schnell nach unten. Bei Erfolgserlebnissen kann es dann aber auch genauso schnell wieder nach oben gehen.

Moritz Baer

Bei der Ausscheidung in Garmisch haben Sie gegen den Kanadier Mackenzie Boyd-Clowes verloren, der sich dann aber auch nur knapp in den Top 30 für den zweiten Durchgang platzieren konnte.

Das ist richtig. Mit einem guten Sprung hätte ich durchaus die Möglichkeit gehabt, ihn zu schlagen. Insgesamt habe ich aber höchsten Respekt vor den Kanadiern und Amerikanern. Die sind ein halbes Jahr in Europa zum Trainieren und kommen den ganzen Winter nicht nach Hause. Ich glaube, ich könnte das nicht und würde unter solchen Voraussetzungen mit dem Skispringen aufhören.

Wie geht es jetzt bei Ihnen weiter?

Ich werde erst mal an meinem aktuellen Wohnort im Berchtesgadener Land bleiben und dort am Olympia-Stützpunkt weiter trainieren. Voraussichtlich werde ich dann über das Wochenende, 17. und 18. Januar, in Bischofshofen bei einem Wettkampf im Rahmen des Continental Cups antreten. Ganz sicher ist das allerdings nicht, denn in Corona-Zeiten wird schnell einmal etwas abgesagt.

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